Für den Kampf David gegen Goliath hat sich Hollywood schon immer interessiert. Jetzt zieht ein Farmer gegen einen Chemiemulti ins Feld. Überzeugendes Drama mit starken Darstellern.
Alton Kelly (Adam Beach, l) und Percy Schmeiser (Christopher Walken) in einer Szene des Films "Percy". Foto: PVM Productions/Mongrel Media/MFA/dpa
Alton Kelly (Adam Beach, l) und Percy Schmeiser (Christopher Walken) in einer Szene des Films "Percy". Foto: PVM Productions/Mongrel Media/MFA/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Der juristische Kampf des Einzelnen gegen schier übermächtige Konzerne ist längst ein beliebtes Subgenre in Hollywood geworden.

Erst im letzten Jahr ging Mark Ruffalo als Umweltanwalt in «Vergiftete Wahrheit» durch alle Instanzen.

Jetzt legt Regisseur Clark Johnson nach und erzählt in seinem sehenswerten Drama «Percy» die wahre Geschichte des 70-jährigen kanadischen Farmers Percy Schmeiser, der sich aufmacht, einen weltweit agierenden Gegner vor Gericht zu besiegen.

Percys grösster Schatz ist sein eigenes Saatgut, das er seit Jahrzehnten hegt und pflegt. Deshalb kann es nicht fassen, dass der Chemieriese Monsanto ihn beschuldigt, deren genmanipuliertes Saatgut zu verwenden. Die Beweise scheinen aber eindeutig zu sein. Der junge, couragierte Anwalt Jackson Weaver (Zach Braff) übernimmt den Fall, und die Umweltaktivistin Rebecca (Christina Ricci) steigt ebenfalls aus nicht uneigennützigen Gründen mit ein.

Die Menschen stehen im Mittelpunkt

Dabei wird der Film ganz von seinem bärbeissigen Protagonisten geprägt: Christopher Walken verkörpert diesen störrischen, mit hintergründigen Humor gesegneten Farmer sehr überzeugend. Dabei langweilt «Percy» nicht mit endlosen Gerichtsszenen, sondern erzählt die Geschichte von zähen, aber liebenswerten Menschen, die trotz aller Widerstände Jahr für Jahr ihre Felder bestellen, um Lebensmittel für alle zu produzieren. Um Rendite und Profit um jeden Preis wie bei Monsanto kann es den Bauern nicht gehen, deren Solidarität während des Rechtsstreits auf eine harte Probe gestellt wird.

Percys Sohn Peter war die Maloche auf den Feldern zu viel, er wurde Lehrer, und natürlich wurmt das den Vater, auch wenn er das nicht zugibt. Aber da gibt es ja noch seine Enkelin Mary, die es liebt, mit dem Opa auf dem Mähdrescher zu fahren. Sie möchte später die Farm übernehmen und hat sich schon mal etwas Saatgut abgezweigt - der Schatz der Familie wird bewahrt.

Percy, Kanada 2021, 100 Min., FSK ab 6, von Clark Johnson, mit Christopher Walken, Zach Braff, Christina Ricci

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