Nach ihrem Comeback veröffentlichen Mumford & Sons ein neues Album

Keystone-SDA
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Bern,

Am Freitag erscheint das sechste Album der britischen Folk-Rock-Band Mumford & Sons. «Prizefighter» erinnert stark an die Anfänge der Gruppe. Keystone-SDA hat mit dem Keyboarder Ben Lovett und dem Bassisten Ted Dwane gesprochen.

Mumford & Sons Hallenstadion
Mumford & Sons bei ihrem Auftritt im Hallenstadion im November 2025. - keystone

Vor knapp einem Jahr, im März 2025, meldeten sich Mumford & Sons nach siebenjähriger Pause mit dem Album «Rushmere» zurück. Es war das erste Album in der aktuellen, dreiköpfigen Formation, bestehend aus dem Sänger und Gitarristen Marcus Mumford, dem Keyboarder Ben Lovett und dem Bassisten Ted Dwane. Im Juni 2021 hatte der Banjospieler und Gitarrist Winston Marshall die Band verlassen.

Jetzt folgt «Prizefighter»: Dass die Gruppe nur ein Jahr nach dem Comeback schon wieder nachlegt, sei einer sehr produktiven und kreativen Phase zu verdanken, sagten Ben Lovett und Ted Dwane gegenüber Keystone-SDA im November in Zürich, wo sie im Hallenstadion auftraten.

Sie könnten wohl immer in diesem Abstand Alben aufnehmen, «wenn wir das Gefühl hätten, dass die Qualität stimmt», so Lovett. Tatsächlich überrascht «Prizefighter», wenn man bedenkt, dass es in weniger als zwei Wochen aufgenommen wurde – im Klang und in den Texten macht sich der speditive Arbeitsprozess jedenfalls nicht bemerkbar. «Täglich schrieben wir zwei, manchmal auch drei Songs und nahmen sie auf.»

Ist ein Album fertig, dann fühle sich die Band normalerweise kreativ erschöpft, so Lovett. Es sei, als wären ihre besten Gedanken, Ideen, Melodien und Texte aufgebraucht worden. Diesmal sei es jedoch umgekehrt gewesen: «Das letztjährige Album 'Rushmere' hat uns motiviert, mehr zu machen.» Schon als Mumford & Sons im Studio waren, um «Rushemere» aufzunehmen, arbeiteten sie an «Prizefighter».

Und diese lässt neue Energie verspüren, die Fans der ersten Stunden vertraut sein dürfte. «Das Album strahlt viel Widerstandsfähigkeit und Optimismus aus», sagte Ted Dwane. Es vermittle ein ermutigendes Gefühl, eines das sagt: Steh wieder auf, klopfe dir den Staub ab – der grösste Sieg kommt noch. «Das ist sozusagen der Geist des Albums.» So passt auch der Albumtitel «Prizefighter» – zu Deutsch «Profiboxer».

Von den 14 Songs, aus denen das Album besteht, sind vier in Zusammenarbeit mit anderen Künstlerinnen und Künstlern, hauptsächlich aus den USA, entstanden. Darunter mit den beiden jungen Songwriterinnen Gigi Perez und Gracie Abrams.

«Es ist ein gemeinschaftliches Album, es gab so viele Menschen um uns herum und all die Ideen, das hat die Flamme am Leben erhalten. Und das ist auch das Feuer, das die Band am Anfang geprägt hat», sagte Dwane. Das höre man auf dem Album – der hoffnungsvolle Geist einer Band, den man schon fast als Naivität bezeichnen könnte.

Auf «Prizefighter» ist etwa auch der Song «Rubber Band Man», ein Feature mit dem irischen Sänger Hozier. Diese erste Singleauskopplung ist Ende Oktober erschienen und bringt durch die Folk-Klänge einen Hauch von Leichtigkeit mit sich.

Das Album, das Vokalharmonien mit Folk-Klängen verbindet und mit dem Titel «The Banja Song» die Rückkehr des Banjos zelebriert, wird besonders Fans der frühen Mumford & Sons gefallen, die mit dieser Energie auf den Alben «Sigh no more» (2009) und «Babel» (2012) begeistert wurden.

Dies sei aber eher eine zufällige Ähnlichkeit, so Dwane, der eher die Zusammenarbeit mit anderen Künstlern mit unterschiedlichem Hintergrund hervorhob. «Wir glauben gerne, dass wir eher eine Art Vehikel für viele verschiedene Einflüsse sind», fügte Lovett hinzu.

Der titelgebende Song «Prizefighter» ist besonders wegen der Zartheit des Pizzicatos auf der Gitarre und der Gesangsharmonien schön. Und dann gibt es noch das berührende, über fünf Minuten lange Stück «Conversation with my son», das die Band bereits bei mehreren Live-Konzerten, darunter auch in Zürich, performte.

Jetzt bleibt nur noch, auf die «Prizefighter»-Tournee zu warten. Wer diese erleben will, muss allerdings ins Ausland – auf dem aktuellen Tourplan der Band ist noch kein Halt in der Schweiz vorgesehen.

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