Mama Bavaria

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Deutschland,

Egal ob Fotos, soziale Netzwerke oder Auftritte: Bei Politikern ist das oft komplett durchgeplant. Das will die Kabarettistin Luise Kinseher ändern - in einer TV-Sendung. Hilfreich: Ihre Erfahrungen als Fastenpredigerin beim Politiker-Derblecken am Nockherberg.

Die Schauspielerin Luise Kinseher hält eine Fastenpredigt beim traditionellen «Politiker-Derblecken» am Münchner Nockherberg (2017). Foto: Tobias Hase
Die Schauspielerin Luise Kinseher hält eine Fastenpredigt beim traditionellen «Politiker-Derblecken» am Münchner Nockherberg (2017). Foto: Tobias Hase - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Kabarettistin Luise Kinseher vermisst bei den Politikern heute Ecken und Kanten.

«Die Politik ist glatter geworden und auch eisiger, ernster», sagte sie der Deutschen Presse-Agentur in München.

Viele beherrschten ihre Selbstdarstellung hervorragend, so wie Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Dafür hätten sie einen Stab aus Beratern um sich herum: «Die organisieren das alles und posten die richtigen Bilder». In einem Kabarett-Talk im Fernsehen des Bayerischen Rundfunks will Kinseher hinter die glattpolierten Fassaden blicken und ihren Gästen auf den Zahn fühlen. «Mama Bavaria» startet am Donnerstag (28. Februar) um 21 Uhr. Eine zweite Folge läuft am 11. April, zwei weitere im Juli und Oktober.

Acht Jahre lang las die 50-Jährige den Mächtigen als Fastenpredigerin «Mama Bavaria» beim Politiker-Derblecken auf dem Nockherberg die Leviten. Gütig, aber gleichzeitig unerbittlich, das will sie fortsetzen. «Ich wünsche mir natürlich, aus den Menschen was rauszukitzeln, was nicht schon durch diesen glatten Öffentlichkeitsarbeits-Filter durchgegangen ist.» Ihre ersten Gäste sind Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU), Bayerns Grünen-Fraktionschef Ludwig Hartmann und der Schauspieler Helmfried von Lüttichau («Hubert und Staller»).

Wichtig ist der Kabarettistin und Schauspielerin («München 7») die vielzitierte «liberalitas bavariae». «Das mag ich so an der Mama Bavaria: Sie ist absolut patriotisch und wahnsinnig beleidigt, wenn irgendjemand etwas gegen Bayern sagt.» Gleichzeitig sei sie nicht nationalistisch, sondern tolerant und offen, sagte sie mit Blick auf die Europawahlen im Mai. «Das zu verkörpern finde ich toll, nicht nur im Kontext von Bayern, sondern auch von Europa: Man darf patriotisch sein ohne auszugrenzen.»

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