Kriegsgegnerin: Russen fahnden nach Ex-Topmodel (40)

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    Grossbritannien,

    Ksenia Maximova (40) war eines der erfolgreichsten Models der Welt. Heute kämpft sie gegen den Krieg in der Ukraine – und Russland fahndet jetzt nach ihr.

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    Ksenia Maximova bei einer Veranstaltung in Brüssel im November 2025. Als Russland-Expertin erstellt sie Analysen und setzt sich für Sanktionen und Hilfe für die Ukraine ein. - Instagram

    Das Wichtigste in Kürze

    • Russlands Geheimdienst FSB eröffnet ein Strafverfahren gegen Ksenia Maximova.
    • Sie steht auf der Fahndungsliste und im Register der «Terroristen und Extremisten».
    • Das Ex-Topmodel sitzt für die Liberaldemokraten im Stadtrat eines Londoner Bezirks.

    Russland jagt ein ehemaliges Topmodel. Der Geheimdienst FSB hat ein Strafverfahren gegen Ksenia Maximova (40) eröffnet. Die gebürtige Russin lebt in London und setzt sich gegen den Krieg in der Ukraine ein.

    Maximova gehörte in den 2000er-Jahren zu den 50 erfolgreichsten Models der Welt. Heute kennt man sie vor allem als prominente Stimme der russischen Anti-Kriegs-Bewegung in der britischen Hauptstadt.

    Glaubst du an ein Ende des Ukraine-Kriegs?

    Seit 2022 unterstützt sie die Ukraine und hilft russischen Emigranten und Flüchtlingen in Grossbritannien. Dazu arbeitet sie mit dem Russischen Anti-Kriegs-Komitee zusammen.

    Vorwurf: Terrorismus

    Am Montag wurde sie vom FSB offiziell ins Visier genommen. Die Behörde wirft ihr vor, Teil einer «terroristischen Organisation» zu sein. Die von ihr mitgegründete Organisation Russian Democratic Society habe Geld und andere Hilfe «im Interesse des Kiewer Regimes» gesammelt. Maximova kam auf die russische Fahndungsliste und in das Register der «Terroristen und Extremisten».

    Überrascht hat sie das nicht. «Ehrlich gesagt habe ich damit gerechnet», sagt sie im Interview mit «The Moscow Times». Sie witzelt: Wer noch nicht als «ausländischer Agent» oder «Extremist» gelte, arbeite vielleicht in Wahrheit für den FSB.

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    Das russische Staatsfernsehen NTV berichtet über Maximova. Sie wurde ins Register der «Terroristen und Extremisten» aufgenommen. Gezeigt werden Bilder von ihrer Zeit als Model. - Screenshot

    Sorgen macht ihr vor allem ihre Familie. Diese lebt weiterhin in Russland. Maximova rechnet ausserdem damit, irgendwann auf einer Interpol-Liste zu landen. Das könnte Grenzübertritte erschweren. Auf ihre politische Karriere hat der Fall bisher kaum Auswirkungen. «Alle in Grossbritannien waren unglaublich unterstützend», sagt sie. Manchmal sei es fast zu viel.

    Vom Laufsteg in den Stadtrat

    Maximova ist eine der wenigen Russen, die in die britische Politik eingestiegen sind. Im Mai wurde sie für die Liberaldemokraten in einen Londoner Stadtrat gewählt. Für sie war das ein logischer Schritt. Wer sich mit Russland befassen wolle, könne mehr bewirken, wenn er in der britischen Politik sitze.

    Sie erzählt, dass sie dort mit offenen Armen empfangen wurde. Ihre Nationalität sei nie ein Thema gewesen. Als sie im Wahlkampf an den Haustüren klingelte, fragte sie ein Mann nach ihrer Meinung zum Krieg. Sie war gerade aus Kiew zurückgekehrt. «Ich habe zusammen mit allen anderen in der Ukraine gefroren, ich hoffe, das beantwortet Ihre Frage», antwortete sie.

    Aktivistin Russland Ukraine
    Maximova im April in der Parlamentarischen Versammlung des Europarats in Strassburg. In ihrem Post mahnt sie Aktivisten, ihre eigenen Kräfte zu schonen: «Man kann anderen nicht aus dem Grab helfen.» - Instagram

    Im Rat hatte sie einen harten Start. Der Sommer war von Dürre geprägt, in den Parks brannte es. Sie war gerade in Kiew, als Anwohner ihr schrieben, alle Parks stünden in Flammen. Für Feuerwehr und Wasserstände in den Teichen sei im Budget kein Geld vorgesehen gewesen. Dazu kämen viele Fälle von Menschen, die ihr Zuhause verlieren.

    Pendeln nach Kiew

    Die Britin reist oft in die Ukraine, ihr letzter Aufenthalt dauerte rund anderthalb Monate. In Kiew sitzen viele Experten, Politiker und Organisationen, mit denen sie arbeitet. Die Luftangriffe seien zuletzt noch heftiger geworden. «Alle sind chronisch übermüdet», sagt sie. In Schutzräume gehe kaum noch jemand, sonst müsste man dort leben.

    Anfeindungen erlebe sie dort nicht. Viele Menschen glaubten, Ukrainer hassten alle Russen. Das stimme so nicht, sagt Maximova. Für diese Aussage sei sie in den sozialen Medien trotzdem heftig angegangen worden.

    Ukraine Russland
    Luftalarm in Kiew: Maximova schildert auf Instagram, wie ein abgeschossenes Drohnenteil über ihr Dach flog. Es schlug in einem Restaurant hinter ihrem Haus ein. Die Angriffe seien zuletzt noch heftiger geworden. - Keystone

    Nach der Rückkehr fühle sie sich in Europa fremd. Die Menschen sprächen über Aufrüstung, handelten aber kaum. Wer in Russland aufgewachsen sei, trage stets eine gewisse Alarmbereitschaft in sich. Das fehle im Westen.

    Nächster Schritt: Parlament?

    Maximova will mehr. Sie hat sich beworben, um als Kandidatin für das britische Parlament anzutreten. Zuerst muss sie noch die Parteipositionen lernen und Tests bestehen. Sie wolle die Vor- und Nachteile abwägen. Ihre Partei könne beim nächsten Urnengang gut abschneiden, denn Labour und Konservative seien unbeliebt.

    Model Ukraine Kiew
    Erschöpft, aber erfolgreich: Maximova holte für die Liberaldemokraten den Bezirk Walpole von Labour. Zuvor hatte sie nach eigenen Angaben zwei Tage durchgemacht und acht Stunden auf das Resultat gewartet. - Instagram

    Kommentare

    User #4066 (nicht angemeldet)

    Und wieso kannte man die bisher nicht wenn sie schon ein Weltberühmtes Topmodel?

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