Jasmin Wagner rechnet mit «Bravo» ab: «Widerliche Formulierungen»
Jasmin Wagner wurde als Blümchen zum Teenie-Star. Nun spricht sie über die Schattenseiten ihrer «Bravo»-Zeit.

Das Wichtigste in Kürze
- Jasmin Wagner wurde mit 15 Jahren als Blümchen berühmt.
- Die «Bravo» war für ihren Erfolg laut ihr entscheidend.
- Gleichzeitig verletzten sie manche Storys der Jugendzeitschrift.
- Heute nennt sie frühere Formulierungen eine «mega Red Flag».
Jasmin Wagner (46) wurde als Blümchen zum Gesicht einer ganzen Teenie-Generation. Mit «Herz an Herz» ging sie Mitte der 90er-Jahre chartmässig durch die Decke.
Heute blickt die Sängerin anders auf diese Zeit zurück. In der ARD-Doku «Bravo, Headlines, Hypes und Herzschmerz» spricht sie offen über ihre Erfahrungen mit der Jugendzeitschrift.
Blümchen war erst 15 Jahre alt
«Als ich ‹Herz an Herz› aufgenommen habe, war ich 14», erinnert sich Wagner. Mit 15 sei dann alles explodiert.
Die «Bravo» sei für ihren Erfolg zentral gewesen. «Ohne hätte niemand wahrgenommen, dass es mich gibt», sagt sie laut dem Bericht.
Doch die Reichweite hatte für Wagner auch eine Kehrseite. Die Zusammenarbeit habe sie nicht davor geschützt, dass Geschichten erschienen seien, die sie verletzten oder die unwahr gewesen seien.
«Es gab wirklich widerliche Formulierungen»
Besonders deutlich wird Wagner bei alten Texten über ihren Körper. «Es gab wirklich widerliche Formulierungen», sagt sie in der ARD-Doku.
Sie erinnert sich etwa an eine frühere «Bravo»-Zeile: «Blümchens Knospen blühen». Wagner sagt dazu: «Wie furchtbar.»
Heute sei so etwas eine «mega Red Flag».
Die damaligen Redakteure würden heute wohl alle gefeuert werden, sagt Wagner weiter. Sie ordnet die Situation auch ein: Geschrieben hätten solche Texte ältere Männer, die mit sehr jungen Stars unterwegs gewesen seien.
Ihr Fazit: «Denen war halt nix heilig.»
«Bravo» feiert 70. Geburtstag
Die Aussagen fallen im Rahmen einer neuen ARD-Doku zum 70. Geburtstag der «Bravo». Darin sprechen auch frühere Stars wie Angelo Kelly (44), Jeanette Biedermann (46), und Oli P. (47) über ihre Erfahrungen mit dem Jugendmagazin.

Kelly formuliert es besonders hart. Für die «Bravo» seien sie damals «wie ne Kuh, die gemolken wurde» gewesen.
Das Magazin galt in seinen besten Zeiten als mächtigste Jugendzeitschrift der Welt. Laut Bericht verkaufte die «Bravo» damals bis zu 1,6 Millionen Exemplare pro Woche. Heute liegt die Auflage nur noch bei rund 50'000 Exemplaren pro Monat.
Internet nahm «Bravo» die Macht
Der Niedergang setzte spätestens in den 2000er-Jahren ein. Casting-Shows lieferten zwar neue Stars, doch die «Bravo» bestimmte nicht mehr allein, wer relevant war.
Mit YouTube, Facebook und Instagram konnten sich junge Künstlerinnen und Künstler plötzlich selbst inszenieren. Die alte Pop-Bibel verlor ihre Macht.














