Iran-Ticker: Libanesen feiern zehntägige Waffenruhe
Der Libanon und Israel einigten sich auf eine zehntägige Waffenruhe. Derweil wollen die USA und der Iran weiterverhandeln.

Das Wichtigste in Kürze
- Die USA und der Iran befinden sich in einer temporären Waffenruhe.
- Beide Länder blockieren die Strasse von Hormus.
- Israel und der Libanon haben sich auf eine zehntägige Waffenruhe geeinigt.
Seit dem 8. April befinden sich die USA und der Iran in einer Feuerpause. Erste Verhandlungen über einen langfristigen Frieden wurden geführt, blieben aber erfolglos. Donald Trump sagte am Donnerstag, er sei bereit, die Waffenruhe zu verlängern, sollten die Gespräche andauern.
Die USA haben derweil die Übernahme der Kontrolle in der Strasse von Hormus angekündigt. Laut dem US-Militär soll der Seeverkehr für Schiffe blockiert werden, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen. Iran drohte mit einer «entschiedenen und kraftvollen Reaktion».
Am Donnerstag einigten sich auch Israel und der Libanon auf eine Waffenruhe. Benjamin Netanjahu teilte aber mit, dass seine Truppen weiterhin nördlich der Grenze bleiben werden.
Im Ticker von Nau.ch bleibst du über die Lage im Nahen Osten und die Waffenruhen auf dem Laufenden.
Guterres ruft Israel und Hisbollah zur Einhaltung der Waffenruhe auf
03.00: UN-Generalsekretär António Guterres ruft Israel und die libanesische Hisbollah-Miliz auf, die von US-Präsident Donald Trump verkündete Waffenruhe uneingeschränkt zu respektieren. Das teilte sein Sprecher Stéphane Dujarric in New York mit. Guterres hoffe, dass diese Waffenruhe den Weg für Verhandlungen und die vollständige Umsetzung der Resolution 1701 des Sicherheitsrats ebnen werde, um eine langfristige Lösung des Konflikts zu erreichen.
Die UN-Resolution 1701 wurde vom Sicherheitsrat im August 2006 nach dem Libanonkrieg zwischen Israel und der Hisbollah verabschiedet. Sie fordert unter anderem die Entwaffnung aller bewaffneten Gruppen im Libanon und den Rückzug der Hisbollah nördlich des Litani-Flusses.
Libanesen feiern zehntägige Waffenruhe
01.00: Nach wochenlangen Kämpfen zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz ist eine von US-Präsident Donald Trump verkündete Waffenruhe in Kraft getreten. Die Feuerpause begann um Mitternacht (Ortszeit, 23.00 Uhr MESZ), sie soll zunächst zehn Tage dauern. Unklar war zunächst, inwieweit beide Seiten sie einhalten werden.
Der Beginn der Waffenruhe im Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah hat im Libanon für Freudenbekundungen gesorgt. In der Hauptstadt Beirut feuerten Menschen Schüsse in die Luft ab. Am Himmel zeichneten sich deren Spuren ab, wie eine dpa-Reporterin berichtete.

Über der gesamten Stadt waren immer wieder auch laute Knallgeräusche zu hören. Laut lokalen Medien handelte es sich dabei um Freudenschüsse, unter anderem mutmasslich von Panzerabwehrraketen. In den während des Kriegs schwer getroffenen südlichen Beiruter Vororten feierten Menschen auf den Strassen, wie Augenzeugen berichteten. Sie tanzten und jubelten zusammen.
Lokalen Medienberichten zufolge machten sich mit Beginn der Waffenruhe auch zahlreiche Menschen bereits auf in Richtung Süden des Landes. Mehr als eine Million Menschen waren durch den Krieg zwischen der Hisbollah und Israel vertrieben worden. In sozialen Medien wurden Videos von vollen Strassen in Richtung Süden geteilt, unter anderem aus der Küstenstadt Sidon. Auf den Strassen waren Autokorsos unterwegs, Insassen schwangen Fahnen.












