Gabalier zu AfD-Sieg: «Falsch, alle als Nazis zu verurteilen»
Andreas Gabalier äussert sich zum deutlichen Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt. Der Sänger warnt davor, deren Wähler pauschal als Nazis zu bezeichnen.

Das Wichtigste in Kürze
- Die AfD holte bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 43,8 Prozent der Stimmen.
- Andreas Gabalier hält es für falsch, die Wähler deshalb pauschal als «extrem rechts und Nazis» zu bezeichnen.
- Der Sänger sorgt mit politischen und gesellschaftlichen Aussagen schon seit Jahren für Diskussionen.
Eigentlich will Andreas Gabalier (41) Politik und Musik möglichst auseinanderhalten. Doch nach dem deutlichen Wahlerfolg der AfD im deutschen Bundesland Sachsen-Anhalt findet der österreichische Sänger klare Worte.
Im Podcast «Message Macht Medien» von «Krone TV» spricht der Volks-Rock'n'Roller über das Ergebnis der deutschen Landtagswahl.

Dabei stellt Gabalier klar: «Ich finde es falsch, jetzt 44 Prozent jener, die da gewählt haben, alle als extrem rechts und Nazis zu verurteilen.»
Tatsächlich erreichte die AfD bei der Landtagswahl vom 6. September 43,8 Prozent der Zweitstimmen und wurde damit mit grossem Abstand stärkste Kraft.
Gabalier gibt Politik Mitschuld
Für Gabalier steckt hinter dem Wahlerfolg der AfD vor allem die Unzufriedenheit vieler Menschen. «Schuld trägt einfach die Politik der letzten Jahre, dass die einfach solche Zuläufe bekommen», sagt er. Es sei «mit einer Ignoranz an einem grossen Teil der Bevölkerung vorbeiregiert worden».
Sorgen und Ängste seien zu wenig ernst genommen worden. Für viele Wähler gehe es deshalb weniger um Ideologie als um Sicherheit und Freiheit. Sie seien «total unzufrieden oder frustriert».
Der politische Hintergrund bleibt brisant: Der Verfassungsschutz in Sachsen-Anhalt stuft den dortigen AfD-Landesverband seit 2023 als gesichert rechtsextremistische Bestrebung ein.
Die Einstufung bezieht sich auf den Landesverband und dessen politische Bestrebungen. Nicht pauschal auf alle Menschen, die die Partei gewählt haben.
Erst kürzlich wollte Gabalier Politik von Bühne fernhalten
Bemerkenswert: Noch wenige Tage zuvor hatte Gabalier erklärt, dass er seinen Fans keine politischen Empfehlungen geben wolle.
«Ich bin mündig und volljährig und jeder weiss letztendlich, wo man sein Kreuz setzen und was man wählen muss», sagte er Anfang September gegenüber «Schlager.de». Seine Konzerte seien dazu da, den Menschen einige schöne Stunden und eine Auszeit vom Alltag zu ermöglichen.
Ausgerechnet beim «Glücksgefühle»-Festival am Hockenheimring holte ihn die Politik kurz darauf dennoch ein.
Rapperin Nura (37) wetterte während ihres Auftritts gegen den Österreicher. Hintergrund war der damalige Streit um politische Äusserungen von Alphaville beim Festival. Nura fragte auf der Bühne, weshalb Gabalier auftreten dürfe, und beschimpfte ihn anschliessend deutlich.
Im neuen «Krone»-Gespräch reagiert der «Hulapalu»-Sänger nun darauf. Er komme «aus zu gut erzogenen Verhältnissen», um sich auf dieses Niveau zu begeben. Er finde solche Angriffe traurig, schliesslich könne Musik Menschen eigentlich verbinden.
Politische Debatten begleiten Gabalier seit Jahren
Dass Gabalier mit gesellschaftlichen Aussagen aneckt, ist nicht neu.
2014 sorgte er beim Formel-1-Grand-Prix in Spielberg für Aufsehen, als er die österreichische Bundeshymne in der alten Version sang. Die seit 2012 verwendete Formulierung «Heimat grosser Töchter und Söhne» liess er weg und sang stattdessen nur von den «grossen Söhnen». Später erklärte er, er habe die Hymne als Kind so gelernt und sehe keinen Grund, sie anders zu singen.
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Ein Jahr später folgte der nächste Aufreger. Bei den Amadeus Awards sagte Gabalier: «Man hat's nicht leicht auf dieser Welt, wenn man als Manderl noch auf ein Weiberl steht.» Die Aussage löste unter anderem Homophobie-Vorwürfe aus. Gabalier sagte Jahre später selbst, er würde den Satz heute anders formulieren und habe keine Minderheiten beleidigen wollen.
Immer wieder wurde der Österreicher deshalb politisch dem rechten Lager zugeordnet. Gabalier selbst weist eine solche Vereinnahmung jedoch zurück.
In einem Interview mit dem «Standard» erklärte er 2020, er habe sich mehrfach von Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache und der FPÖ distanziert. Seine Musik solle überhaupt von keiner Partei für politische Zwecke verwendet werden. Nach eigenen Angaben liess er dies den Parteien sogar anwaltlich mitteilen.
















