Für Katzenliebhaber: Benedict Cumberbatch als Künstler

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    Niedliche Katzenvideos können heute ein grosses «Aaaaaawwww» auslösen. In einem neuen Kinofilm spielt Benedict Cumberbatch nun einen Mann, der vor einem Jahrhundert mit Katzenbildern bekannt wurde.

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    Der Maler Louis Wain (Benedict Cumberbatch) hat sich in die Gouvernante Emily (Claire Foy) verliebt. - Jaap Buitendijk/Studiocanal GmbH/dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Das Schöne an manchen Filmfiguren ist, dass sie einen überraschen können.

    Schauspieler Benedict Cumberbatch («Sherlock») spielt so einen Charakter in «Die wundersame Welt des Louis Wain».

    Das Drama erzählt die Lebensgeschichte eines ungewöhnlichen Künstlers aus Grossbritannien. Louis Wain wurde vor mehr als einem Jahrhundert mit Katzenbildern bekannt. Der Illustrator malte lustige Kätzchen, bunte Kätzchen und Kätzchen, die etwa irre aussahen.

    Vielleicht war seine Kunst also ein Vorläufer dessen, was einem im Internet mittlerweile ständig begegnet - als Cat Content. Bei Videokanälen und anderen Plattformen kann man stundenlang nach putzigen Aufnahmen von Katzen suchen. Dabei, so erzählt es der Film, waren Bilder der Tiere früher eher ungewöhnlich.

    Eine vielschichtige Persönlichkeit

    Regisseur Will Sharpe erzählt eine märchenhafte Geschichte, die ein bisschen nach Poesiealbum im Vintagestil aussieht. Der schrullige Louis Wain ist fasziniert von Elektrizität - er arbeitet an mehreren Patenten, verdient sich sein Geld aber mit Illustrationen. Er zeichnet mit zwei Händen gleichzeitig, schreibt nebenher eine unsinnige Oper, wird von Alpträumen geplagt und mag Boxkämpfe.

    Als er 1881 im Zug von der Landwirtschaftsschau zurückkommt, fragt ihn ein anderer Fahrgast: «Sie sind voller Schlamm. Haben Sie sich geprügelt?» - «Ähh, nein. Mich hat ein 1,5 Tonnen schwerer Bulle angegriffen», sagt Wain und hält eine Zeichnung des Tiers hoch.

    Im Laufe des Films muss Wain seine Geschwister finanziell durchbringen. Er verliebt sich in die Gouvernante Emily (Claire Foy), die sich gerne im Schrank versteckt. Die Liebesgeschichte bringt erst einen Skandal, dann eine tragische Wendung. Sharpe erzählt in seinem Film von Aussenseitern und Verlusten, von psychischem Rückzug und vom Blick eines Künstlers auf die Welt.

    Schön verschroben

    Denn schliesslich sind es - fast zufällig - Katzen, zu denen Wain eine besondere Beziehung entwickelt. Und so wird der rund zweistündige Film, der nun ins Kino kommt, auch zu einer Ode an die Hauskatze. Schauspieler Cumberbatch wirkt im Film ordentlich verschroben und wird in manchen Szenen gealtert gezeigt. Seine Figur stellt eine etwas abenteuerliche Theorie zur Elektrizität auf.

    Sicher gehört «Die wundersame Welt des Louis Wain» zu den Filmen, denen etwas weniger Musik in manchen Szenen gut getan hätte, und die manchmal ins Kitschige driften können. Aber letztlich hat der Film eine so schöne Botschaft, dass man auch das hinnehmen kann: Am Ende ist der Film vor allem ein Appell, genau hinzusehen im Leben. Um zu erkennen, wie viel Schönes trotz aller Verluste zu sehen ist.

    Die wundersame Welt des Louis Wain, Grossbritannien 2021, ca. 111 Minuten, FSK ab 12 Jahren, von Will Sharpe, mit Benedict Cumberbatch, Claire Foy, Andrea Riseborough, Aimee Lou Wood und Nick Cave

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