Epstein suchte mit Model-Scouts in Osteuropa nach Opfern

Luca Micheli
Luca Micheli

USA,

Jeffrey Epstein setzte offenbar Modelscouts ein, um an junge Frauen aus Osteuropa zu gelangen. Den Frauen wurden grosse Karrierechancen in den USA versprochen.

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Rund um Jeffrey Epstein gibt es neue Enthüllungen. - X / @jon_delorraine

Das Wichtigste in Kürze

  • Neue Akten zeigen, wie Jeffrey Epstein seine Opfer gezielt aussuchte.
  • Modelscouts lockten dabei junge Frauen in Osteuropa zum Sexualstraftäter in die USA.
  • In Tschechien und Lettland wurden derweil Untersuchungen eingeleitet.

Neu veröffentlichte Dokumente werfen ein dunkles Licht auf das perfide Vorgehen von Jeffrey Epstein (†66).

Sie machen deutlich, welche Methoden der Sexualstraftäter angewendet hatte, um mit jungen Frauen in Kontakt zu treten.

Wie aus den Epstein-Files hervorgeht, engagierte er mindestens zwei Männer, sogenannte Scouts, die in Lettland nach potenziellen Missbrauchsopfern Ausschau halten sollten. In dessen Fangschema gehörten demnach Frauen aus dem Baltikum und Osteuropa, die eine internationale Modelkarriere angestrebt hatten.

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Anfang des Jahres wurde eine umfangreiche Sammlung von Epstein-Dokumenten veröffentlicht. - keystone

In einer Mail, die angeblich von einem Freund an Epstein verschickt wurde, heisst es: «Riga ist toll, fast jedes Mädchen hier hat einen tollen Körper (...). Fast alle haben blaue oder grüne Augen und es gibt tonnenweise Blondinen.»

Über mehrere Jahre hinweg fanden in Städten wie Riga oder Prag offenbar Treffen statt, die als Castings ausgegeben wurden. Versprochen wurden grosse Erfolge in den USA, stattdessen aber wurden die Frauen zur Zielscheibe des Pädo-Kriminellen.

Opfer gelangte als «persönliche Assistentin» an Epstein

Wie die Scouts bei den Lockversuchen vorgingen, zeigt ein Bericht der ARD. 2016 soll einer der Männer eine Frau bei ihrer Arbeit in einem Schönheitssalon angesprochen haben. «Er hat meiner Mandantin gesagt: ‹Du siehst sehr schön aus, bist du ein Model?›», zitiert der Anwalt der Frau gegenüber dem Sender.

Der Mann habe sie zu einem Vorstellungsgespräch in die USA eingeladen, genauer gesagt zum einflussreichen Epstein.

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Jeffrey Epstein setzte Modelscouts ein, um an junge Frauen zu kommen. - picture alliance

«Jeffrey Epstein sagte dann, er könne sie leider doch nicht zu einem Model machen», berichtet ihr Anwalt. «Aber er könne ihr eine zweite Chance geben: als persönliche Assistentin. Doch den Job hat sie nie bekommen, stattdessen hat er sie mehrfach missbraucht.»

Wie viele Frauen auf ähnliche Weise zum Sexualstraftäter gelockt wurden, ist unklar. Die Modelbranche im Baltikum soll aber das hergegeben haben, worauf Epstein abzielte.

Lettische Polizei ermittelt

Auch Wettbewerbe wie der «Baltic Beauty Contest» in Riga hatte Epstein im Visier. Laut des lettischen Rundfunks LSM war Jean-Luc Brunel (†76) in den Jahren 2011 und 2012 Teil der Jury.

Ende 2020 landete der inzwischen verstorbene Inhaber einer französischen Modelagentur wegen Verdachts auf sexuellen Missbrauch und Zwangsprostitution hinter Gittern. Auch ihm wurde eine Verbindung zu Jeffrey Epstein nachgesagt.

Epstein Stephen Hawking
Jeffrey Epstein verstarb im August 2019 hinter Gittern. - keystone

Gleichzeitig soll Epstein in Tschechien Frauen für Partys organisiert haben. Die Hauptstadt Prag diente dabei offenbar als Zwischenstation der Überführungen aus Russland, der Ukraine und dem Baltikum.

Hat dich erstaunt, wie viele bekannte Namen in den Epstein-Akten auftauchten?

Die tschechischen Behörden ermitteln derzeit nach möglichen minderjährigen Opfern aus dem Epstein-Kosmos. Lettland fordert derweil strengere Kontrollen in Modelagenturen – und hat ebenfalls Ermittlungen eingeleitet. Betroffene werden gebeten, sich zu melden.

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