Dubai droht Influencern wegen Raketenbildern sogar mit Knast

Influencer in Dubai arbeiten mit klaren Vorgaben, um das Image der Stadt aufrechtzuerhalten. Wer dagegen verstösst, muss mit harten Konsequenzen rechnen.

Dubai
Viele Influencer verhalten sich auffällig ruhig zur aktuellen Lage in Dubai. - Instagram

Das Wichtigste in Kürze

  • Influencer müssen Dubais Aussenwirkung weiterhin positiv vertreten.
  • Nach ersten Raketenbildern hatte die Regierung gedroht, rechtliche Schritte einzuleiten.
  • Man sei gewarnt worden, auf den Plattformen keine Panik zu verbreiten, erzählt einer.

Dubai befindet im Ausnahmezustand, doch mit Blick auf Social Media zeichnet sich ein anderes Bild ab. Viele Influencer preisen die Wüstenstadt als «sichersten Ort der Welt» – trotz wiederholter Raketenangriffe.

Beiträge wirken inszeniert, aufeinander abgestimmt – und vor allem verharmlost. Ein Plan, den offenbar die Regierung verfolgt, um das Ansehen der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) aufrechtzuerhalten. Und wer sich nicht daran hält, dem drohen harte Konsequenzen.

Erste Videos nach den iranischen Angriffen vergangenen Samstag zeigten Drohnen und Trümmerteile. Auch die Schäden am Fünf-Sterne-Hotel Fairmont sowie Bilder eines Feuers am weltberühmten Burj Al Arab wurden mit der Kamera festgehalten.

Regierung droht mit Freiheitsstrafe

Laut Berichten der «Daily Mail» reagierte Dubais Medienbüro wenige Stunden später auf die Entwicklung im Netz. Die veröffentlichten Aufnahmen würden die Angst unter den Einwohnern der Stadt schüren und dadurch Klicks generieren. Dies sollte nun verhindert werden.

VAE Warnung
Die Staatsanwaltschaft der Vereinigten Arabischen Emirate warnt in einer Mitteilung vom 28. Februar 2026 vor dem Verbreiten von Gerüchten sowie falschen oder unbestätigten Nachrichten. - wam.ae

Vonseiten des Medienbüros heisst es: «Gegen diejenigen, die solche Inhalte unter Verstoss gegen das Recht der VAE veröffentlichen oder erneut veröffentlichen, werden rechtliche Schritte eingeleitet.»

Bekannt ist: Kritik an der Regierung oder den Institutionen der VAE sowie die Verbreitung falscher Gerüchte können mit Geldstrafen von über 200'000 Franken geahndet werden. Des Weiteren drohen Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren, im schlimmsten Fall sogar eine Ausweisung.

Influencer befürchten Abschiebung

Dass die in Dubai lebenden Influencer deshalb auf den Grundtenor Sicherheit setzen, ist nicht verwunderlich. Schliesslich will die Regierung mit den von der britischen Zeitung bezeichneten «PR-Botschaften» den Eindruck erwecken, dass das Leben normal weitergeht.

Wie anstrengend das sein kann, erzählt ein Social-Media-Star, der anonym bleiben möchte.

Dubai
Dubai wirbt mit bekannten Gesichtern, um den Tourismus anzukurbeln. - Pexels

Er sagt: «Influencer haben panische Angst davor, sich gegen die Regierung von Dubai auszusprechen. Sie glauben, es sei ein enormes Risiko, ihre Ängste zu äussern oder die Wahrheit ans Licht zu bringen. Und befürchten, abgeschoben zu werden oder ihre Wohnungen zu verlieren.»

Influencer in Dubai – ein Traumjob für dich?

Insbesondere Influencer und Prominente seien angewiesen worden, in den sozialen Medien ein positives Bild von Dubai zu zeichnen. So zu tun, als sei alles normal. «Sie wurden eindringlich davor gewarnt, auf Plattformen mit grosser Reichweite Panik zu verbreiten.»

«Glaubt bitte nicht alles, was ihr im Internet seht»

Beispiel für eine solche Kommunikation gibt TV-Sternchen Vicky Pattinson (38), die derzeit in der Golfregion Ferien macht. Die Darstellung eines Bombenangriffs auf Dubai sei übertrieben, betont sie gegenüber ihren Followern.

Auch das britische Model Petra Ecclestone (37, Tochter von Formel-1-Legende Bernie Ecclestone) bleibt – wohl erzwungen – optimistisch: «So fühlt sich Sicherheit an, so sieht Widerstandsfähigkeit aus. Das sind die VAE.»

Genauso handhabt es Reality-Macho Aleks Petrovic (35), der jegliche Ängste und Unsicherheiten von sich weist. An seine Follower appelliert er: «Glaubt bitte nicht alles, was ihr im Internet seht. Ich habe vollstes Vertrauen in die Regierung und ihre Sicherheitsmassnahmen.»

Prof. Dr. Elham Manea von der Universität Zürich hält dieses Vorgehen für logisch, erklärte sie kürzlich gegenüber Nau.ch. Das Land präsentiere sich als «Insel der Stabilität» in einer volatilen Region, so die Expertin. Dahinter stecke Druck – aber auch Selbstschutz.

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