Drake

    Demian Dorelli spürt Nick Drake nach

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    Grossbritannien,

    Der zarte Folk von Nick Drake fasziniert seit seinem frühen Tod vor 47 Jahren immer mehr Hörer und Musiker. Jazz-Pianist Demian Dorelli würdigt das letzte Album des melancholischen Briten nun solo.

    Demian Dorelli unternimmt eine Piano-Reise zum «Pink Moon». Foto: Daniel Ackerley/Ponderosa/Q-rious music/dpa
    Demian Dorelli unternimmt eine Piano-Reise zum «Pink Moon». Foto: Daniel Ackerley/Ponderosa/Q-rious music/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Zu Lebzeiten mit seinen hauchfeinen Songs frustrierend erfolglos und weithin unbekannt, gehört Nick Drake (1948-1974) heute zu den am tiefsten verehrten Singer-Songwritern überhaupt.

    Sein enormer Einfluss betrifft aber nicht nur nachfolgende Musiker aus Folk, Pop und Rock. Auch im Jazz werden seine traumhaften Lieder immer wieder gecovert, sie sind dort Crossover-Klassiker geworden.

    Nach Jazz-Stars wie Brad Mehldau, Norah Jones, Jason Parker oder Lizz Wright bezaubert nun der 49 Jahre alte Pianist Demian Dorelli mit seinen stilvollen, melancholischen Drake-Interpretationen. «Nick Drake's Pink Moon. A Journey On Piano» hat der in London geborene Künstler sein Klavier-Soloalbum genannt. Damit wird gleich klar, dass Dorelli sich das letzte, kargste und düsterste Werk des Engländers vorgenommen hat: «Pink Moon» von 1972.

    «Der erste Vollmond im April, ein Vorbote des Frühlings, ist als rosa Mond bekannt. Ich widme diese Platte meiner Tochter Lily, die unter dem Licht eines solchen Mondes geboren wurde», erklärt Dorelli seine «Pink Moon»-Faszination. Aber er dürfte auch eine besondere Beziehung zu jedem der elf Lieder des Originals haben. Durchgehend beeindruckt, wie zart dieser Pianist die fragilen Kompositionen hintupft, ihren melodischen Kern sensibel freilegt und dabei jeden Kitsch vermeidet.

    Dass Nick Drake ein virtuoser Folk-Gitarrist und sehr berührender Sänger war, rückt in diesen Klavier-Miniaturen in den Hintergrund. Dorelli hat etwas ganz Eigenes gemacht aus Liedern wie «Parasite», «Which Will» oder dem Titelsong, der vor einigen Jahren via VW-Werbung noch zum Hit wurde. Der Pianist habe herausfinden wollen, «wie jedes Stück hätte klingen können, wenn es als Instrumentalstück konzipiert worden wäre», erklärt das italienische Label Ponderosa.

    Und dass aus den nur knapp 30 Minuten des dritten Drake-Albums bei Dorellis Aufnahmen in Peter Gabriels Real World Studios gut 40 Minuten wurden, zeigt: Dieser im Veröffentlichungsjahr von «Pink Moon» geborene Künstler hat sich im Wortsinn Zeit genommen, um ein von vielen geliebtes Album eigenständig zu würdigen.

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