Coleen Rooney gewinnt Spielerfrauen-Prozess

    DPA
    DPA

    Grossbritannien,

    Private Informationen landeten in der Presse. So begann ein Gerichtsprozess zwischen zwei britischen Spielerfrauen. Coleen Rooney hat diesen nun gewonnen.

    Gewonnen: Coleen und Wayne Rooney beim Verlassen des Royal Courts Of Justice in London.
    Gewonnen: Coleen und Wayne Rooney beim Verlassen des Royal Courts Of Justice in London. - Yui Mok/PA Wire/dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Englands «Krieg der Spielerfrauen» ist entschieden. Coleen Rooney hat Recht bekommen.
    • Ein Gericht hat die Verleumdungsklage von Rebekah Vardy abgewiesen.

    Ein Londoner Gericht hat die Verleumdungsklage von Rebekah Vardy gegen Coleen Rooney abgewiesen. Damit nicht genug: Das Urteil ist eine heftige Niederlage für die Ehefrau von Fussballprofi Jamie Vardy und ein Sieg auf ganzer Linie für die Gattin von Ex-Stürmerstar Wayne Rooney.

    Denn Richterin Karen Steyn bestätigte in ihrer am Freitag veröffentlichten Entscheidung unterm Strich die Vorwürfe der 36-jährigen Rooney, dass die 40 Jahre alte Vardy private Informationen an die Boulevardzeitung «Sun» durchgestochen hat.

    Rebekah Vardy
    Rebekah Vardy, die Frau des englischen Fussballprofis Jamie Vardy, erscheint in London zum Gericht. - keystone

    Es sei «wahrscheinlich», dass Vardys ehemalige Agentin die Geschichten weitergereicht habe, so Steyn. «Nichtsdestotrotz zeigen die Beweise meiner Meinung nach eindeutig, dass Mrs Vardy von diesem Verhalten wusste und es billigte.» Sie habe ihre Mitarbeiterin auf Rooneys privates Instagram-Konto verwiesen, ihr Screenshots der Beiträge geschickt und auf Themen aufmerksam gemacht, die für die Klatschpresse interessant sein könnten.

    Später habe Vardy zudem auf Anfrage von Medien die Geschichten kommentiert. Die Richterin wies darauf hin, dass Vardy eine Zeugenbefragung ihrer Ex-Agentin abgelehnt habe – und deren Handy just dann angeblich zufällig ins Meer fiel, als es zur Beweiserfassung beschlagnahmt werden sollte.

    Coleen Rooney wurde zu «Wagatha Christie»

    Anstoss Rooney: Im Oktober 2019 lässt die Mutter von vier Kindern die Bombe platzen, natürlich mit einem Social-Media-Beitrag. Jemand aus ihrem Freundeskreis, so schreibt sie, gebe Informationen, die sie ausschliesslich in ihrem privaten Instagram-Account gepostet habe, an die «Sun» weiter. Zur Überprüfung habe sie alle Abonnenten blockiert - bis auf ein Konto. Sodann habe sie erfundene Geschichten in ihren privaten Instagram-Storys gepostet - alle seien von der «Sun» aufgegriffen worden. Daher wisse sie mit Sicherheit, wer dahinter stecke, schrieb Rooney, um dann mit dramatischen Satzzeichen die Pointe zu setzen: «Es war .......... Rebekah Vardys Account.»

    Coleen Rooney
    Coleen Rooney vor Gericht - AFP

    Dass Rooney mit geradezu kriminalistischem Spürsinn vorging, brachte ihr sogar einen neuen Spitznamen ein. Medien ernannten die wohl berühmteste Vertreterin der «Wags» - wie Spielerfrauen in England nach der Abkürzung für «wives and girlfriends» genannt werden - zu «Wagatha Christie», nach der berühmten Krimi-Autorin Agatha Christie. Vardy aber klagte wegen Verleumdung auf Schadenersatz.

    Fussball, Klatsch, Verrat: Der jahrelange Streit bot so gut wie alles, was in Grossbritannien für Aufsehen sorgt. Auch die prominenten Ehemänner der beiden Kontrahentinnen sagten aus. Nun also das Justiz-Finale – kurz vor dem Endspiel der Frauenfussball-Europameisterschaft in London von vielen Menschen in England teils amüsiert, teils mit Kopfschütteln verfolgt.

    Motiv bleibt unbekannt

    Fragen bleiben. War es Geltungsdrang oder Neid, dass Rebekah Vardy ihre Agentin zur «Sun» laufen liess? In Textnachrichten diskutierten die beiden, was die Presse wohl interessieren könnte. Bereits früher hatte Vardy Geschichten über andere Promis an die Medien gegeben, damals erklärte sie das mit Naivität und Unreife. Auch deshalb zeigte sie sich nun schockiert, als Rooney die Vorwürfe öffentlich machte.

    Richterin Steyn kann die Reaktion sogar nachvollziehen. «Die Rolle von Mrs Vardy bei der Offenlegung von Informationen an die "Sun" war, so scheint es mir, eher gedankenlos denn Teil einer überlegten und abgestimmten Geschäftspraxis», teilte Steyn mit. Ihr Fazit: Die Klägerin habe sich vor allem selbst getäuscht.

    Coleen Rooney, deren Ehemann Wayne mittlerweile Trainer in den USA ist, will mit dem Fall abschliessen. «Obwohl ich Mrs Vardy nicht böse bin, macht das heutige Urteil deutlich, dass ich mit dem, was ich in meinen Posts vom Oktober 2019 geschrieben habe, Recht hatte», teilte sie mit. Sie habe es nie zum Prozess kommen lassen wollen, doch habe Vardy alle Bemühungen um Einigung abgelehnt. Für die Ehefrau von Leicester-City-Angreifer Jamie Vardy wird es nun teuer. Die Nachrichtenagentur PA schätzt die Gerichtskosten auf drei Millionen Pfund (3,57 Mio Euro). Den Grossteil wird Vardy tragen müssen.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    User #1707 (nicht angemeldet)

    Die beiden Spielerfrauen sehen wie Schwestern aus. ....

    Weiterlesen

    Wayne Rooney Jamie Vardy
    1 Interaktionen
    Spielerfrauen-Zoff
    Rebekah Vardy
    7 Interaktionen
    Spielerfrauen-Prozess
    WM 2022 England Spielerfrauen
    26 Interaktionen
    Zum Feiern

    MEHR IN PEOPLE

    -
    26 Interaktionen
    «Völlig ausdruckslos»
    Kevin Federline
    25 Interaktionen
    Kevin Federline
    Pocher
    58 Interaktionen
    Halloween
    a
    16 Interaktionen
    Mit Riesenkürbis

    MEHR AUS GROSSBRITANNIEN

    Premier League
    1 Interaktionen
    Premier League
    Gaza-Demo
    5 Interaktionen
    London
    22 Interaktionen
    London
    Sarah Ferguson
    92 Interaktionen
    Nach Epstein-Skandal