Christina Applegate: Hollywood-Star hat gar kein MS
Christina Applegate (54) hat kein MS. Fünf Jahre nach der Diagnose erfuhr die «Schrecklich nette Familie»-Darstellerin von der Fehldiagnose.

Das Wichtigste in Kürze
- Christina Applegate (54) hat entgegen einer Diagnose von 2021 gar kein MS.
- Die Schauspielerin war nicht erleichtert, ihre Beschwerden nehmen weiter zu.
- Laut einer Neurologin kommen MS-Fehldiagnosen in bis zu 20 Prozent der Fälle vor.
«Herzlichen Glückwunsch, Sie haben kein MS.» Mit diesen Worten hat ein Arzt Christina Applegate (54) mitgeteilt, dass sie nicht an Multipler Sklerose leidet. Das erzählte die US-Schauspielerin am Dienstag in ihrem Podcast «MeSsy». Die Diagnose MS hatte sie 2021 erhalten.
Applegate brach bei der Erinnerung in Tränen aus. Der Arzt sei in ihr Zimmer gekommen und habe gratuliert, sagte sie. «Ich war überhaupt nicht glücklich – alle anderen waren so glücklich.» Statt Erleichterung habe sie Verzweiflung gespürt.
Ihre Beschwerden sind trotz der Nachricht nicht verschwunden. Ihr Gesundheitszustand verschlechtere sich weiter, sagt die Emmy-Gewinnerin. Sie leide noch immer unter starken Symptomen, die ihr das Gehen erschweren.
Was sie stattdessen hat, ist nicht bekannt. Christina Applegate ist durch ihre Rolle in «Schrecklich nette Familie» bekannt geworden. In den vergangenen Jahren sprach sie offen über ihre gesundheitlichen Probleme.

Expertin: «Es gibt keinen einzelnen definitiven Test für MS«
Wie kann sich eine Diagnose nach so langer Zeit als falsch erweisen? «Page Six» hat bei Fachleuten nachgefragt. Barbara Giesser leitet die MS-Klinik am Pacific Neuroscience Institute in Santa Monica. Sie ist seit 1982 auf MS spezialisiert, behandelt Christina Applegate aber nicht und spricht deshalb nur allgemein.
«Es gibt keinen einzelnen definitiven Test für Multiple Sklerose», erklärt Giesser. Ärzte stützen sich demnach auf formale Diagnosekriterien, die laufend aktualisiert werden. Sie suchen nach Hinweisen auf Schäden an den Nerven im zentralen Nervensystem. Gleichzeitig müssen sie andere Erkrankungen ausschliessen.

Das sei schwierig, weil viele Symptome nicht nur bei MS auftreten. Dazu gehören Taubheit, Kribbeln, Müdigkeit, Schwäche und Gleichgewichtsstörungen. Auch auf MRI-Bildern können Auffälligkeiten sichtbar sein, die andere Ursachen haben.
«Manchmal stellt sich heraus, dass das, was wie MS aussieht, gar keine MS ist», so Giesser. Studien zufolge kommt das in bis zu 20 Prozent der Fälle vor.
Unklar welche Krankheit Christina Applegate hat
Ähnliche Beschwerden können laut Giesser unter anderem Lupus und andere Autoimmunerkrankungen auslösen. Auch Infektionen kommen infrage. Zudem können seltene neurodegenerative Leiden, darunter manche erblichen, MS ähneln. Welche Erkrankung bei Christina Applegate vorliegt, sagt die Ärztin nicht.
Dass ein Irrtum erst nach Jahren auffällt, hat auch mit der Technik zu tun. Die Bildgebung sei viel besser geworden, so Giesser. Es gebe neue Messgrössen, die zwar nicht zu 100 Prozent spezifisch für MS, aber ziemlich genau seien.

Bei einer erneuten Untersuchung könne sich zeigen, dass die MRI-Kriterien nicht mehr erfüllt seien. Möglich sei auch, dass ein Patient ein untypisches Symptom entwickle, das nicht zu MS passe.
















