Amber Heard will gegen ihren Ex Johnny Depp doch nicht in Berufung gehen. Die Schauspielerin habe das Vertrauen in das Rechtssystem verloren, sagt sie.
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Amber Heard vor Gericht. - keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Amber Heard zieht ihre Berufung gegen Ex Johnny Depp zurück.
  • Sie habe das Vertrauen in das amerikanische Rechtssystem verloren.
  • Zudem würde der Prozess finanzielle, psychische, physische und emotionale Kosten bringen.

Schauspielerin Amber Heard verzichtet im Zuge einer Einigung mit ihrem Ex-Mann Johnny Depp auf einen Berufungsprozess. Die beiden befanden sich im Rechtsstreit um Verleumdungsvorwürfe seitens des 59-Jährigen.

Wie Heard am Montag auf Instagram schrieb, habe sie die «sehr schwierige Entscheidung» getroffen, das Verfahren beizulegen. Wie die Vereinbarung im Detail aussieht, machte die Schauspielerin nicht öffentlich.

Sie treffe diese Entscheidung, da sie das Vertrauen in das amerikanische Rechtssystem verloren habe. In diesem habe ihre «ungeschützte Zeugenaussage als Unterhaltung und Futter für die sozialen Medien» gedient, begründet die 36-Jährige. «Selbst wenn mein US-Berufungsantrag erfolgreich ist, wäre das beste Ergebnis ein neuer Prozess», so Heard weiter. In diesem hätte sich eine neue Jury mit der Beweislage befassen müssen, was sie nicht ein drittes Mal durchmachen wolle.

Amber Heard wegen Verleumdung zu Geldstrafe verdonnert

Ein Geschworenengericht hatte Heard im Juni wegen Verleumdung zur Zahlung von mehr als zehn Millionen Dollar Schadenersatz an Depp verurteilt. Der Prozess fand in Fairfax im US-Bundesstaat Virginia statt. Depp wurde lediglich zur Zahlung von zwei Millionen Dollar Schadenersatz an die Schauspielerin verurteilt.

Amber Heard legte Berufung gegen das Urteil ein, will diesen Antrag nun aber zurückziehen. Sie betonte am Montag, die besiegelte Vereinbarung sei von ihrer Seite kein «Akt des Zugeständnisses». Die Schauspielerin muss vermutlich ihrem Ex-Mann im Zuge der Vereinbarung anstelle der zehn Millionen Dollar lediglich eine Million Dollar zahlen. Das berichtete das Promi-Portal «TMZ».

Depp hatte Heard, mit der er zwischen 2015 und 2017 verheiratet war, auf 50 Millionen Dollar Schadenersatz verklagt. Grund war ein Beitrag Heards für die «Washington Post» aus dem Jahr 2018. In diesem bezeichnete sich die Schauspielerin sich als Opfer häuslicher Gewalt. Heard nannte ihren Ex-Mann dabei zwar nicht namentlich; der heute 59-Jährige argumentierte aber, der Vorwurf ziele eindeutig auf ihn ab und habe seiner Karriere schwer geschadet.

Heard und Depp hatten sich bereits 2020 in Grossbritannien vor Gericht gegenübergestanden. Depp klage damals gegen das britische Boulevardblatt «Sun», das ihn als «Ehefrauen-Schläger» bezeichnet hatte. Heard sagte damals als Zeugin aus – und Depp verlor den Prozess.

Heard macht US-Rechtssystem schwere Vorwürfe

Die Schauspielerin zog nun auf Instagram Parallelen zwischen den Prozessen in Grossbritannien und in den USA. In London habe ihr ein «robustes, unparteiisches und faires» Rechtssystem recht gegeben. Es habe sie davor bewahrt, «die schlimmsten Momente meiner Zeugenaussage vor den Medien der Welt» auszubreiten. Bei dem US-Prozess dagegen seien wichtige Beweise, die ihre Vorwürfe untermauert hätten, gar nicht erst zugelassen worden.

Johnny Depp Amber Heard
Johnny Depp und Amber Heard im Jahr 2016. (Archivbild) - Getty Images

«Beliebtheit und Macht» hätten mehr bedeutet als Vernunft und ein fairer Prozess, sie selbst sei gedemütigt worden, beklagte Amber Heard. Die Schauspielerin war während des Prozesses von vielen Internetnutzern mit Spott und Hassbotschaften überschüttet worden.

Eine Fortsetzung des Rechtsstreits würde ihr nicht nur hohe finanzielle Kosten aufbürden. Es gäbe auch «psychologische, physische und emotionale» Kosten, erklärte Heard. «Zeit ist wertvoll, und ich will meine Zeit produktiv und zielgerichtet verwenden.»

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