Erde

    «Erde ist flach»: Wie Dschungel-Ariel - Darum glauben Junge Tiktok

    Cheri Reinhardt
    Cheri Reinhardt

    Basel,

    Dschungelcamp Ariel und ihr Bruder glauben an die Flacherde. Pro Juventute rät nun zu einfachen Checks, bevor man Clips für Fakten hält.

    Dschungelcamp Ariel
    Ariel meint, die Erde sei flach. Sie bezieht ihr Wissen von TikTok. - RTL

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ariel sagt im Dschungelcamp: «Die Erde ist flach» und nennt TikTok als Quelle.
    • Pro Juventute warnt: «Emotionale und extreme Inhalte werden besonders schnell verbreitet.»
    • Die Organisation rät: Quelle prüfen und bei Angst mit Vertrauensperson reden.

    Sie keift, teilt aus und polarisiert. Die Baslerin Ariel (22) überrascht im Dschungelcamp täglich aufs Neue. Und über ihre Thesen zu ihrem Weltbild staunen nun auch Aussenstehende.

    «Die Erde ist flach», behauptet sie im Camp steif und fest. Und sie liefert gleich die Quelle dazu: «Das habe ich aus TikTok.»

    Auch ihr Bruder Deniz sagt im Interview mit RTL, er glaube das ebenfalls.

    TikTok als Wissensquelle

    Mit solchen TikTok-Thesen stehen Ariel und Deniz nicht allein da. TikTok wirkt für viele Jugendliche längst auch als Wissensquelle.

    Checkst du Aussagen aus Social Media mit einer zweiten Quelle?

    Warum wirken solche Falschinformationen für Jugendliche wahr?

    Pro Juventute warnt im Interview mit Nau.ch vor der Schattenseite von TikTok und Co. Olivier Reber, Mediensprecher Deutschschweiz, sagt: «Soziale Medien haben positive wie auch negative Seiten.»

    Der Knackpunkt: «Emotionale und extreme Inhalte werden besonders schnell verbreitet, ohne dass eine Einordnung erfolgt.»

    Die Checks gegen Falschinfos

    Pro Juventute rät zu einem simplen Reality Check, bevor man etwas übernimmt. Olivier Reber formuliert es so: «Ein einfacher Grundsatz lautet: Klingt etwas zu krass, um wahr zu sein, ist es das meist auch.»

    Wer unsicher ist, sollte nicht beim ersten Video stehen bleiben. Reber weiter: «Zweitens sollte man immer prüfen, woher eine Information stammt und ob auch andere vertrauenswürdige Medien darüber berichten.»

    Ariels Flacherde-These zeigt, wie schnell sich solche Behauptungen festsetzen können, wenn der Feed zur Referenz wird. Besonders dann, wenn man den Clip nicht als Meinung liest, sondern als Beweis.

    Eltern sollen mitreden, nicht kontrollieren

    Auch Eltern können gegensteuern. Reber betont: «Pro Juventute empfiehlt Eltern, den Medienkonsum ihrer Kinder aktiv zu begleiten.»

    Das heisst nicht Dauer-Kontrolle, sondern Interesse. Nachfragen, welchen Influencern ein Kind folgt, gemeinsam Beiträge anschauen und Inhalte offen diskutieren.

    Olivier Reber
    Olivier Reber, Mediensprecher von Pro Juventute - LinkedIn

    Wo endet blöder Unsinn, wo beginnt gefährliche Desinformation? Olivier Reber ordnet ein: «Nicht jede falsche Information ist gefährlich.»

    Kritisch werde es, wenn dahinter Absicht stecke. «Problematisch wird es dort, wo Inhalte absichtlich manipulieren.» Dann gehe es häufig darum, Ängste zu schüren, Vorurteile zu verstärken und Vertrauen zu untergraben.

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