Viktor Giacobbo

    Viktor Giacobbo rüffelt SRF für Tränen-Interview von Ukrainerin

    Lina Schlup
    Lina Schlup

    Zürich,

    Ein «Tagesschau»-Journalist interviewt eine junge Ukrainerin, die zu weinen beginnt. Satiriker Viktor Giacobbo findet die Berichterstattung respektlos.

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    Eine ukrainische Studentin beginnt zu weinen. - SRF

    Das Wichtigste in Kürze

    • Eine Ukrainerin, die in die Schweiz geflohen ist, wurde gestern auf SRF interviewt.
    • Die junge Frau brach im Interview in Tränen aus.
    • Einige Zuschauer kritisieren nun die Berichterstattung – darunter Komiker Viktor Giacobbo.

    Effekthascherei in der gestrigen Hauptausgabe der SRF-«Tagesschau»?

    In einem Beitrag werden eine junge Flüchtende und ihr Sohn interviewt. Ihrem Buben ginge es gut, so die Frau.

    «Und Ihnen?», fragt der Reporter. Die Ukrainerin stockt und sagt traurig: «Ich will einfach nur nach Hause.»

    «Vermissen Sie Ihr Zuhause?», hakt der Journalist nach. Für ein paar Sekunden kann die Frau nicht sprechen – ihr kommen die Tränen. «Ja», bringt sie dann hervor.

    Viktor Giacobbo kritisiert SRF

    Die Szene sorgt auf Social Media für Kritik. Die Diskussion: Sind das Bilder, die das Ausmass des Krieges zeigen – oder sind sie respektlos?

    Satiriker Viktor Giacobbo (70) twittert: «Toll, ‹Tagesschau›, einer jungen Ukrainerin, die mit ihrem kleinen Sohn in die Schweiz geflüchtet ist, die intelligente Frage stellen: ‹Vermissen Sie Ihre Heimat?› Dann mit penetranter Nahaufnahme warten, bis die Frau zu weinen beginnt.»

    Viele sehen das ähnlich wie der Komiker. «Unsensibel», «daneben» und «sensationslustig» finden die Zuschauer den Ausschnitt. Einer beschreibt die Fragerei gar als «Leidporno».

    Eine Userin argumentiert aber für SRF: «Könnte taktisch motivierter Versuch gewesen sein, etwaige SVP-Opposition gegen Aufnahme geflüchteter Ukrainer in der Schweiz im Keim zu ersticken.» Das sei zwar zynisch, doch für den guten Zweck gerechtfertigt.

    Sollte man weinende Flüchtende im TV zeigen?

    Regula Messerli, die Redaktionsleiterin der «Tagesschau» rechtfertigt sich auf Twitter: «Wir wollten keine Gefühle verletzen, wir wollten niemanden vorführen. Wir sind überzeugt: Die Würde der jungen Frau war gewahrt.»

    Kommentare

    User #3528 (nicht angemeldet)

    Der Viktor Giacobbo soll einfach still sein.

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