Schiri-Legende: Darum wagte sich Urs Meier ins Reality-TV
Urs Meier wagt mit «Die Verräter» erstmals den Sprung ins Reality-TV. Der Ex-FIFA-Schiedsrichter stellt einige Gemeinsamkeiten zu seinem früheren Job fest.

Das Wichtigste in Kürze
- Urs Meier ist in der aktuellen Staffel der RTL-Reality-Show «Die Verräter» zu sehen.
- Ausgeprägte Menschenkenntnis und Beobachtungsgabe kamen dem Ex-Schiedsrichter dabei zugute.
- Die psychische Dauerbelastung sorgte am Ende jedoch für schlaflose Nächte, wie er verrät.
Im richtigen Moment die richtige Entscheidung treffen – mit dieser Herausforderung kennt sich Urs Meier (67) bestens aus. Die Schweizer Schiedsrichter-Legende mischt in der aktuellen Staffel von «Die Verräter» mit – und wenn man genauer hinschaut, weist die RTL-Reality-Krimi-Show einige Parallelen zu seiner früheren Rolle auf.
Im belgischen Château de Mielmont treffen 18 Prominente aufeinander. Drei von ihnen bekommen die Rolle des «Verräters» zugewiesen, die übrigen sind «Loyale». Für Letztere gilt es, die «Verräter» aufzuspüren und aus dem Schloss zu verbannen. Ohne selbst in die Schusslinie zu geraten.

Intrigen, Misstrauen, Tränen und ordentlich Drama sind also vorprogrammiert. Jede Geste wird analysiert, jedes Wort hinterfragt und jeder Verdacht könnte den entscheidenden Hinweis liefern. Ein Spiel voller Taktiken und überraschender Wendungen, bei dem Vertrauen schnell zur Falle werden kann.
Ein Ex-Schiri im «Verräter»-Schloss
Für Meier war klar: Auch er möchte Teil davon sein. «Ich mag die Show und habe die früheren Staffeln gerne geschaut. Deshalb habe ich gesagt: Wenn der Preis halbwegs stimmt, bin ich sofort dabei», verrät er der «Bild».
Auf dem Rasen hat der Zürcher gelernt, unter maximalem Druck einen kühlen Kopf zu bewahren. Und zu entscheiden, welchem Spieler er trauen kann. Eine Fähigkeit, die ihm nach einer langen Karriere bei «Die Verräter» nun zugutekommt.

«Ich hatte das Gefühl, einiges vom Fussballplatz mitnehmen zu können. Ich musste früher auf dem Platz ja auch schnell einschätzen können, wer es gut und wer es nicht so gut mit mir meint. Das war jetzt auch gefragt», erklärt der 67-Jährige.
Wie im Fussball – beispielsweise bei Schwalben – hätten ihm auch in der Show viele etwas vorgespielt. Für Meier ist die Parallele eindeutig erkennbar: «Sowohl im Fussball als auch bei der Show haben viele versucht, etwas darzustellen, was sie gar nicht waren – um ihre Ziele zu erreichen. Das musste ich als Schiri durchschauen.»

Besonders profitieren konnte er von seiner ausgeprägten Beobachtungsgabe. «Du erkennst viel an der Körpersprache. Egal, was Menschen zu dir sagen, ihr Körper sagt oft etwas ganz anderes», so Meier.
Umso schwieriger sei es gewesen, als die professionellen Schauspieler unter den Teilnehmenden ihre Mimik und Gestik bewusst zur Irritation eingesetzt hatten. Fussballer hätten darin keine Ausbildung.
Urs Meier: «Konnte kaum mehr schlafen»
Eine Sache jedoch hat er als Zuschauer vom Sofa aus offenbar unterschätzt: Die psychische Dauerbelastung während der Dreharbeiten. «Das war bei den ‹Verrätern› sogar noch heftiger als früher im Fussball. Du bist da so abgeschirmt, hast kaum mal Zeit zum Luftholen oder Nachdenken.» Meier beschreibt es als «Mikrokosmos» – wie damals zu Schiri-Zeiten.

Gegen Ende der Produktion stiess Meier schliesslich an seine Grenzen. «In den letzten Tagen konnte ich kaum mehr schlafen. Die ‹Verräter› haben mich also um den Schlaf gebracht. Meine Gedanken haben sich nur noch darum gedreht», gesteht er.
Ob er als einer der «Loyalen» es schafft, die übrigen «Verräter» hinter sich zu lassen, zeigt sich am Mittwochabend in der Halbfinal-Folge bei RTL (bereits abrufbar auf RTL+).
Mit dem nervenaufreibenden Projekt hat Urs Meier erste Luft im Reality-TV geschnuppert. Ob er nun auf den Geschmack gekommen ist? «Es gibt nur zwei Shows im deutschen Fernsehen, die für mich infrage kamen. Das sind ‹Die Verräter› und ‹Let's Dance›.» Formate wie das Dschungelcamp oder «Promi Big Brother» schliesse er jedoch aus.
















