Ueli Maurer lästert in einem Interview über Alain Bersets Krisenmanagement. Dafür erntet der Finanzminister Spott. Unter anderem auch von Mike Müller.
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Mike Müller. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Heute trifft sich der Bundesrat zu einer Corona-Krisensitzung.
  • Ein Tag vorher äussert sich Ueli Maurer negativ zum Krisenmanagment von Berset.
  • Dafür bekommt der Finanzminister aufs Dach.

Heute trifft sich der Bundesrat in Bern zu einer Corona-Krisensitzung. Am Nachmittag geben Berset und Co. die Massnahmen bekannt, mit denen die hohen Infektions-Zahlen gesenkt werden sollen.

Ausgerechnet einen Tag vorher lästert Finanzminister Ueli Maurer (71) bei SVP-Kollege und «Weltwoche»-Chef Roger Köppel (56) über Bersets Krisenmanagement. Der Bundesrat habe bei den Spitalbetten «gar nichts» gemacht, so der Finanzminister.

Ueli Maurer
Bei «Weltwoche daily» sprach Bundesrat Ueli Maurer mit Roger Köppel über das Krisen-Management des Bundesrates. - Screenshot/Weltwoche

Dann fügt er an, es beunruhige ihn, dass es in der Schweiz Dinge gebe, die man nicht mehr sagen dürfe. «Man wird immer sofort in eine Ecke gedrängt. Wenn man in einer Demokratie nicht mehr sagen darf, was man denkt, dann ist die Meinungsfreiheit eingeschränkt. Und das ist vielleicht die grösste Gefahr in dieser Krise.»

Darf man sich kritisch über seine Kollegen äussern?

Mike Müller spottet über Ueli Maurer

Für seine Aussagen erntet Maurer Spott. Komiker Mike Müller (58) witzelt etwa: «Ueli Maurer darf wieder einmal sagen, dass man nicht mehr alles sagen darf. Man darf ja nicht mehr sagen, dass Ueli kein ungeimpftes Arschloch ist.»

Dann fügt Mike Müller an: «Andererseits: Wenn einer der Diktatoren sagt, man dürfe nicht mehr alles sagen, dann wirds wohl so sein.»

Satiriker-Kollege Renato Kaiser (36) doppelt nach: «Ein Bundesrat sagt zu einem Nationalrat, der gleichzeitig Chefredaktor ist, dass man ja heutzutage nichts mehr sagen darf.»

srf
Viktor Giacobbo und Mike Müller (rechts).
renato kaiser
Renato Kaiser ist nicht auf den Mund gefallen.
Mattea Meyer
SP-Nationalrätin Mattea Meyer.

Auch seitens der politischen Gegner Maurers hagelt es Kritik. Mattea Meyer, Co-Präsidentin der SP, schreibt: «Was Ueli sagt: ‹Es gibt Dinge, die man in diesem Land nicht mehr laut sagen darf.› Was Ueli meint: Wo sind die guten alten Zeiten, in denen Männer wie ich unhinterfragt und unkritisiert jeden Unsinn erzählen konnten? Ueli, diese Zeiten sind vorbei – zum Glück.»

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