Bianca Sissing musste mit nur neun Jahren auf ihre Mutter aufpassen
Bereits als Schulkind musste sich Bianca Sissing um ihre depressive Mutter kümmern. Das heutige Model erinnert sich an Phasen zwischen Angst und Armut.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Mutter von Bianca Sissing litt nach der Trennung unter schweren Depressionen.
- Als Neunjährige musste sie sich um die Verpflegung und Medikation kümmern.
- Auf dem Heimweg nach der Schule wusste sie nicht, ob zuhause noch alles in Ordnung war.
Den Weg zum Schulunterricht trat Bianca Sissing mit einem unguten Gefühl an. Nicht aus Angst vor Lehrpersonen oder anderen Schülern. Sondern, weil zuhause eine Mutter war, die mit ihrem Leben schwer zu kämpfen hatte.
Bevor sie in der Schweiz zum Star wurde, verbrachte die Ex-Miss ihr Leben zunächst in Kanada. Doch als Kind eines Schweizers und einer Südafrikanerin hatte es die heute 46-Jährige nicht immer leicht. Ein Schicksalsschlag, der sie bis heute prägt, ist das Leiden ihrer depressiven Mutter.
Schon im jungen Alter musste Sissing den Alltag selber meistern – nicht nur als Meitli, sondern auch als Tochter. Als sie sechs Jahre alt war, ging die Ehe ihrer Eltern Benita Sissing und Josef Strebel in die Brüche. Der Vater verliess die Familie, die Mutter litt unter psychischen Problemen.
«Ist sie wach? Ist sie zuhause?»
Mit den Jahren bremsten die chronischen Depressionen die Mutter komplett aus. «Sie legte sich manchmal wochenlang ins Bett», erinnert sich das Model nun in der Talkshow von Moderatorin Claudia Lässer (49). Plötzlich war Sissing auf sich alleine gestellt, führte ein Leben zwischen Schulstress und der Angst, was zuhause passieren könnte.
Tag für Tag kümmerte sich die damals neunjährige Bianca Sissing fürsorglich um ihr geliebtes Elternteil.
«Ich bin aufgestanden, habe sie gecheckt. Ist sie okay? Schläft sie? Dann habe ich Zmorge gemacht, mich für die Schule bereit gemacht, geduscht, angezogen. Dann habe ich ihr eine Schale Müesli ans Bett gebracht», erzählt die 47-Jährige. Auch die Medikation musste sie kontrollieren.
Auf dem Rückweg plagten sie grosse Sorgen: «Ich wusste nicht: Ist sie wach? Ist sie nicht wach? Ist sie zuhause? Ist sie nicht zuhause?»
Zeitweise wurde ihre Mutter in einer psychiatrischen Klinik behandelt. Nach einem Jahr flüchtete sie mit Tochter Bianca in eine andere Stadt.
«Weiss, dass meine Mutter mich über alles liebt»
Geprägt war diese Zeit aber auch von Armut. Als alleinerziehende Mutter ohne Job war das Geld oft knapp. Die beiden lebten von Sozialhilfe und mussten genau abwägen, in welchem Monat welche Rechnung bezahlt werden kann.
Sissing musste nicht nur lernen, früh Verantwortung zu tragen, sondern auch vernünftig mit Geld umzugehen. «Seit ich mich erinnern kann, war das immer ein Thema. Und ja, das prägt einen auch jetzt. [...] Diese Existenzsorgen sind immer da», offenbarte das Model kürzlich in der SRF-Talksendung «Gredig direkt».

Trotz einer Kindheit, die alles andere als leicht war, kann Bianca Sissing ihren Eltern verzeihen. «Ich bin nicht böse, weil ich weiss, sie haben das Beste gemacht, was sie konnten in diesem Moment.» Über ihren Vater verlor sie kein schlechtes Wort, auch wenn die Erinnerungen an frühere Zeiten nicht nur positiv sind.
Die Zuneigung habe sie von beiden aber immer gespürt, betont Sissing. «Ich weiss, dass meine Mutter mich über alles liebt – und auch damals über alles geliebt hat. Auch wenn sie mich manchmal vergessen hat.»















