Überschüssige Lebensmittel sollen nicht im Abfall landen, sondern an Bedürftige weiterverteilt werden. Der Kantonsrat hat am Montag entschieden, dass der Regierungsrat ein Konzept gegen Food Waste ausarbeiten soll.
Verschiedene Gemüse
Mit dem richtigen Einkaufen kann Foodwaste verhindert werden. - pexels

Mit 121 zu 37 Stimmen überwies das Parlament ein Postulat an den Regierungsrat, welches ein Konzept für die Verhinderung von Food Waste verlangt. Beim Grünen Baudirektor Martin Neukom, der wegen des Umweltaspektes dafür zuständig ist, stiess dies auf offene Ohren.

Der Regierungsrat plane ohnehin bereits eine Strategie zur Verhinderung von Food Waste, mit einem Leitbild und einem Aktionsplan, sagte Neukom. Er nehme den Vorstoss gerne entgegen.

Das Postulat, bei dem es sich um einen Vorstoss aus dem Jugendparlament handelt, verlangt vom Kanton nicht, dass er selber Lebensmittel verteilt, sondern vielmehr eine Koordinationsfunktion. Auch Anreize für Unternehmen sind denkbar.

SP-Kantonsrat Hanspeter Göldi, selber Küchenchef, gab zu bedenken, dass die sozial Schwächsten im Zuge dieser Food-Waste-Projekte aber «nicht unsere Entsorgungsstellen» werden dürften. Auch die Ärmsten müssten gesund ernährt werden, nicht mit Patisserie vom Vortag.

Für Landwirt Hans Egli (EDU, Steinmaur) ist der Hauptschuldige am Food Waste der Konsument selber, der jederzeit einwandfreie Produkte verlangt. «Es schmerzt nicht, wenn man Lebensmittel wegwirft, weil sie zu günstig sind.» Die tiefen Preise seien das grösste Problem.

Gegen den Vorstoss war einzig die SVP. Sie begrüsse zwar die Weitergabe von Nahrungsmitteln und finde auch lokale Projekte sinnvoll. Es sei aber nicht Aufgabe des Kantons, hier einzugreifen, sagte SVP-Kantonsrat Beat Huber (Buchs).

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