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Stadt Zürich hat eine negative Rechnung für 2025

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Die Stadt Zürich schliesst 2025 erstmals seit zehn Jahren negativ ab: Aufwandüberschuss 22,9 Millionen Franken, hohe Investitionen erhöhen die Schulden.

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Blick auf Zürich mit der Limmat – gemäss Ranking eine der lebenswertesten Städte auf der ganzen Welt. - pixabay

Wie die Stadt Zürich berichtet, weist die Erfolgsrechnung 2025 einen Aufwandüberschuss von 22,9 Millionen Franken auf. Budgetiert war ein Aufwandüberschuss von 205,6 Millionen Franken.

Die vom Gemeinderat genehmigten Nachtragskredite (48,8 Millionen Franken) berücksichtigt, fällt das Ergebnis um 231,5 Millionen Franken besser aus als budgetiert. Die übliche, positive Differenz von Budget zu Rechnung liegt damit im Bereich des langjährigen Mittels.

Der Aufwand beträgt 10,978 Milliarden Franken, der Ertrag 10,955 Milliarden Franken. Das zweckfreie Eigenkapital reduziert sich um den Aufwandüberschuss der Erfolgsrechnung und liegt per Ende 2025 bei 2,841 Milliarden Franken.

Die Nettoinvestitionen in das Verwaltungsvermögen betragen hohe 1,815 Milliarden Franken. Die Nettoinvestitionen in das Finanzvermögen erreichen im Berichtsjahr 282,8 Millionen Franken.

Verschiedene Effekte führen zu besserem Resultat

Mehrere Faktoren prägen die Verbesserung der Rechnung, insbesondere hohe Steuereinnahmen. Sie erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 279,7 Millionen Franken und erreichten einen Wert von 3,996 Milliarden Franken.

Gegenüber dem budgetierten Wert ist dies ein Mehrertrag von 149,8 Millionen Franken (3,9 Prozent höher als erwartet).

Sowohl in der Steuergruppe Natürliche Personen (Quellensteuern sowie Einkommenssteuern Rechnungs- und Vorjahr) als auch bei den Juristische Personen (Gewinnsteuern Vorjahr und Aktive Steuerausscheidung) wurden deutlich höhere Erträge verbucht. Die Grundstückgewinnsteuern fielen hingegen in der Rechnung mit 441,5 Millionen Franken um 98,5 Millionen Franken tiefer aus als budgetiert.

Höhere Steuerkraft erhöht Abschöpfung

Die höher ausgefallene relative Steuerkraft der Stadt Zürich wirkt sich direkt auf die Ressourcenabschöpfung aus. Die relative Steuerkraft der Stadt Zürich von 6733 Franken fiel gegenüber dem budgetierten Wert um 450 Franken höher aus.

Die relative Steuerkraft im Restkanton von 4454 Franken stieg weniger stark an (plus 224 Franken gegenüber Budget). Dies führt zu einer korrigierten periodengerechten Abschöpfung von rund 546,5 Millionen Franken oder einem Mehraufwand von 54,1 Millionen Franken gegenüber dem Budget.

Verrechnet mit dem erwarteten Zentrumslastenausgleich überweist die Stadt Zürich netto 119,4 Millionen Franken an den Kanton. Damit ist die Stadt Zürich nach 2016 und 2023 zum dritten Mal Nettozahlerin im innerkantonalen Finanzausgleich.

Tiefere Kosten und höhere Erträge entlasten Rechnung

Zu einem besseren Ergebnis führten neben weiteren positiven Effekten tiefer ausgefallene Beiträge an Eltern mit Anspruch auf subventionierte Kinderbetreuung von 25,8 Millionen Franken, tiefere Kosten im Sach- und übrigen Betriebsaufwand von 21,5 Millionen Franken und höhere Erträge aus Entgelten – beispielsweise aufgrund höherer Fallzahlen beim Stadtspital Zürich – von 31,1 Millionen Franken (steuerfinanzierter Bereich «Allgemeiner Haushalt»).

Zudem konnten nicht alle Stellen besetzt werden. Das führte gegenüber dem budgetierten Wert zu einem tieferen Personalaufwand einschliesslich Sozialleistungen von 39,2 Millionen Franken.

Hohe Nettoinvestitionen und ansteigende Finanzverbindlichkeiten

Die Höhe der Nettoinvestitionen in das Verwaltungsvermögen beträgt 1,815 Milliarden Franken (Budget inklusive Nachtragskredite: 2,123 Milliarden Franken). Hauptgrund für die Abweichung von 308 Millionen Franken gegenüber dem Budget sind zeitliche Verschiebungen von Projekten, insbesondere bei den Eigenwirtschaftsbetrieben in den Bereichen Hochbauten und Mobilien.

Das gegenüber dem Vorjahr deutlich tiefer ausgefallene Rechnungsergebnis reduziert die Selbstfinanzierung deutlich. Entsprechend erreicht der Selbstfinanzierungsgrad des Verwaltungsvermögens einen Wert von 49,2 Prozent (Vorjahr 105,6 Prozent). Das bedeutet, dass rund die Hälfte aller Investitionen im Verwaltungsvermögen fremdfinanziert werden muss.

Die Nettoinvestitionen in das Finanzvermögen erreichen im Berichtsjahr 282,8 Millionen Franken. Sie sind auf den Kauf von Liegenschaften und Grundstücken zurückzuführen.

Die notwendige Fremdfinanzierung der hohen Investitionen von total 2,098 Milliarden Franken in das Verwaltungs- und Finanzvermögen erhöhten die langfristigen Finanzverbindlichkeiten gegenüber dem Vorjahreswert um 711,7 Millionen Franken. Diese erreichten per Ende 2025 einen Wert von 7,199 Milliarden Franken.

Vorausschauende Finanzpolitik für eine attraktive Stadt

«Die Finanzlage der Stadt ist weiterhin solide, trotz leichtem Minus», sagt Stadtrat Daniel Leupi. «Die hohen Steuererträge zeigen zudem, dass die Stadt attraktiv ist – für die Menschen, die hier leben und für die Unternehmen, die hier wirtschaften.»

Der erste negative Rechnungsabschluss seit zehn Jahren zeige aber auch, dass auch die städtischen Mittel nicht unbeschränkt seien.

«Sorgen bereitet dem Stadtrat der erneut markante Anstieg der Verschuldung wegen den hohen Investitionen», führt der Finanzvorsteher weiter aus. Im Zuge der vom Stadtrat seit Jahren verfolgten, langfristig orientierten Finanzpolitik habe der Stadtrat deshalb einen Zielwert für Investitionen festgelegt. Der Zielwert liegt bei 1,5 Milliarden Franken und gilt ab Budget 2029. «Damit will der Stadtrat den finanziellen Handlungsspielraum der Stadt langfristig sichern und gleichzeitig ein ausreichendes Volumen an Investitionen ermöglichen», so Stadtrat Daniel Leupi.

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