Die «Kunstszene» 2022 soll erstmals von einer freien Trägerschaft konzipiert und durchgeführt werden. Die Ausschreibung läuft bis zum 3. Oktober 2021.
Zürich Zwischennutzung Manegg-Hallen
Die Stadt Zürich. - Keystone

Seit den frühen Siebzigerjahren gibt es in der Stadt Zürich alle vier bis sechs Jahre eine unjurierte Kunstausstellung, «Kunstszene» genannt. Ziel war und ist es, den in der Stadt lebenden Künstlerinnen und Künstlern eine zugängliche Ausstellungsmöglichkeit zu schaffen, die ein möglichst breites Publikum anspricht und dessen Austausch mit der Kunstszene fördert.

Die Organisation dafür lag bisher meist bei der Stadt, die mit dem Format auf entsprechende Initiativen und Forderungen der Künstlerschaft und die räumlichen Möglichkeiten (etwa Zwischennutzungen) reagierte. Zuletzt wurde die Veranstaltung unter dem Titel «Kunst : Szene Zürich 2018» versuchsweise dezentral in verschiedenen Zürcher Institutionen und selbstorganisierten Kunsträumen vom Ressort Bildende Kunst, Stadt Zürich Kultur, zusammen mit einem externen Projektteam durchgeführt.

Suche nach Trägerschaft für Weiterentwicklung und Durchführung

Im Rahmen eines Pilotprojekts soll nun mit einer Ausschreibung eine nicht gewinnorientierte Trägerschaft für die konzeptionelle Weiterentwicklung und Durchführung der «Kunstszene» 2022 ermittelt werden. Dadurch sollen die Gestaltungsmöglichkeiten, die Selbstorganisation und die Lebendigkeit der freien Szene in Zürich gestärkt werden.

Gesucht wird eine Trägerschaft, die fähig und bereit ist, mit der «Kunstszene» 2022 vorhandene und bewährte, aber auch experimentelle Strukturen der nichtkommerziellen Kunstpräsentation und -vermittlung auszuloten oder zu entwickeln. Auf diese Weise sollen Präsentationsmöglichkeiten für eine breite Zürcher Künstlerschaft entstehen und in einer für die Bevölkerung sowie für auswärtige Gäste attraktiven und zugänglichen Form erlebbar gemacht werden.

Entscheid im Dezember 2021

Die Kriterien für die Auswahl der Trägerschaft in der auf der städtischen Webseite publizierten Ausschreibung orientieren sich insgesamt an den Kriterien der Kulturförderung im Kulturleitbild 2020–2023 und umfassen Aspekte wie Diversität und Teilhabe. Der Entscheid über die Vergabe des Pilotprojekts an eine Trägerschaft liegt bei der Direktion Kultur und soll im Dezember 2021 erfolgen.

Die Bewerbung erfolgt online bis spätestens 3. Oktober 2021 (Bewerbungsfrist). Aus den vollständig eingereichten Dossiers trifft eine Jury unter der Leitung des Ressorts Bildende Kunst, Stadt Zürich Kultur, eine Auswahl zuhanden der Direktion Kultur. Der Jury gehören weiter Sabine Rusterholz Petko, Präsidentin der Kommission für Bildende Kunst der Stadt Zürich, sowie Philipp Bergmann und Thea Reifler (Künstlerische Leitung Shedhalle, Zürich) an. Für die ausgewählte Trägerschaft stehen Unterstützungsbeiträge von insgesamt 400 000 Franken zur Verfügung.

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