Gleich viel arbeiten aber auf einen Teil des Lohns verzichten, um der Stadt Zürich aus der Krise zu helfen? Dieses GLP-Postulat hat am Mittwoch beim zuständigen Stadtrat Daniel Leupi (Grüne) für Stirnrunzeln gesorgt. Dafür programmiere die Stadt sicher nicht ihr IT-System um, sagte er.
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Schweizer Banknoten. - Keystone

Er selber würde durchaus auf einen Teil seines Gemeinderats-Lohns verzichten, sagte GLP-Gemeinderat Guy Krähenbühl. Als Vorbild nannte Krähenbühl die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern, die wegen der Corona-Pandemie auf 20 Prozent ihres Lohns verzichtet.

In einem Postulat forderte die GLP, dass städtischen Mitarbeitenden und Gemeinderäten ermöglicht werde, ebenfalls freiwillig auf Lohn zu verzichten, um der Stadt aus der Corona-Krise zu helfen.

Bei Finanzvorsteher Daniel Leupi erntete der Vorstoss Stirnrunzeln. «Lohnverzicht bei gleicher Arbeitsleistung?» Das werde wohl kaum häufig vorkommen. «Für solche extremen Einzelfälle programmieren wir sicher nicht unser IT-System um.» Da sei das Programmieren teurer als der Lohnverzicht einsparen würde.

Die Mehrheit des Stadtparlaments war ähnlicher Meinung - und änderte das Postulat kurzerhand ab. Statt «Weniger Lohn für gleich viel Arbeit» forderte der Vorstoss nach der Umformulierung nur noch «Mehr Flexibilität für Ferienkäufe, unbezahlte Urlaube und temporäre Reduktion der Arbeitspensen».

Dieser Vorstoss wurde schliesslich mit 82 zu 23 Stimmen an den Stadtrat überwiesen. Bei Leupi erntete diese Überweisung ebenfalls Kopfschütteln. Diese Flexibilität gebe es doch längst. Er sei erschüttert, dass das Parlament das nicht wisse.

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