Am zweiten Wochenende der Playoffserie gegen Wiler-Ersigen kassierte Zug United zwei mehrheitlich selbstverschuldete Niederlagen und liegt nun 2:3 im Rückstand.
Zuger vergeben zu viele Chancen. - Foto: Fabrice Duc

Es war symptomatisch: Die Zuger nahmen mit einem sechsten Feldspieler und ohne Goalie Anlauf, in den verbleibenden Minuten doch noch den Ausgleich zu erzwingen. Es blieb beim Willen. Denn drei Minuten vor Schluss spielte Alexander Hallén einen Querpass direkt auf die Schaufel von Marco Louis, der allein vor dem leeren Tor stand und wie schon am Vortag mit einem «empty netter» die Partie endgültig entschied.

War der Auftritt der Zuger am Samstag durchzogen und der zwölffache und auch immer noch amtierende Schweizer Meister der verdiente Sieger im Duell, hielten die Zuger im fünften Spiel der Serie gut dagegen. Schon mit der ersten Chance nach 84 Sekunden brachte Captain Tim Mock nach einem Ballgewinn seine Farben in Führung, während wenig später auf der Gegenseite Michal Dudovic an Petter Nilsson scheiterte.

Wiler übernahm zwar zusehends das Spieldiktat, doch stand die Zuger Abwehr diesmal sattelfest und liess nur wenig klare Torchancen zu. Diese erspielte sich vor allem die Linie um den wirbligen finnischen Weltmeister Joonas Pylsy. Seine Vorlage verwertete Patrick Mendelin zum Ausgleich. Die Zuger monierten indes – nicht zu Unrecht – einen Stockschlag in der Entstehung des Treffers. Und noch vor der ersten Pause liessen sich die Zentralschweizer bei einem Freischlag aus der Ecke erwischen. Diesmal traf Pylsy aus spitzem Winkel.

Zweite Spielabschnitt mit Chancen

Auch im zweiten Spielabschnitt hatte Zug United seine Chancen. Doch Martin Menétrey im Tor von Wiler-Ersigen erwies sich als grossartiger Rückhalt. Mirakulös wehrte er einen Schuss von Manuel Staub ab. Auf der anderen Seite zeigte sich Wiler an diesem Wochenende kaltblütiger als zuletzt.

Die Unteremmentaler fingen einen diagonalen Auslösungspass ab und Mendelin traf präzis via Lattenunterkante – bereits der fünfte Playoff-Treffer des Schweizer Nationalspielers. Und weil sich die erste Zuger Formation abermals bei einem Freischlag aus der Ecke gar einfach düpieren liess, betrug die Hypothek vor dem letzten Drittel gar drei Tore.

Adrian Bachmann, der anstelle des verletzten Emil Julkunen spielte, brachte wieder Hoffnung ins Zuger Team zurück. Er überwand Menétrey nach einem Ballgewinn in der nahen hohen Torecke. Es sollte jedoch der letzte Fehler in Wilers Hintermannschaft sein. Vielmehr luden die Zuger den Gegner, wie eingangs beschrieben, zu einem weiteren Treffer ein.

Dass 25 Sekunden vor Schluss Petter Nilsson noch einen Penalty von Marco Louis entschärfte war letztlich nur noch Makulatur. Dank den zwei Siegen hat Wiler-Ersigen die Serie nun gedreht und sich zwei Matchbälle geholt. Zug braucht am kommenden Wochenende zwei Siege, um nicht vorzeitig das Saisonende zu erleben.

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