Zug plant Kirsch-Depot in historischer Remise
Die Stadt Zug will die Remise von 1884 sanieren und als Kirsch-Depot nutzen. Geplant sind Ausstellungen, Veranstaltungen und ein neuer kultureller Treffpunkt.

Wie die Stadt Zug mitteilt, ist die Remise von 1884 an der Ägeristrasse 40 das älteste erhaltene Gebäude in der Stadt Zug, das einst für das Brennen und Lagern von Kirschwasser genutzt wurde. Sie steht im Eigentum der Stadt und ist eng mit der jahrhundertealten Kirschkultur der Region verbunden.
Stadtrat Urs Raschle, Vorsteher des Finanzdepartements sagt dazu: «Das Gebäude ist in die Jahre gekommen und weist erhebliche bauliche Mängel auf: Feuchtigkeitsschäden, energetischer Sanierungsbedarf, notwendige Brandschutzmassnahmen sowie fehlende Infrastrukturen für eine zeitgemässe öffentliche Nutzung.»
Die Liegenschaft wird unter Denkmalschutz gestellt und in enger Zusammenarbeit mit dem Amt für Denkmalpflege und Archäologie sorgfältig erneuert.
Ein neuer Ort für Kultur, Begegnung und Vereine
Mit der vorgesehenen neuen Nutzung als Kirsch-Depot erhält das Gebäude eine klare kulturelle Ausrichtung. Vorgesehen sind: Ein multifunktionaler Saal im Erdgeschoss für Vereinsanlässe, Versammlungen und kleinere Veranstaltungen bis circa 50 Personen; eine historische Schaubrennerei von 1920, die den Brennprozess erlebbar macht sowie ein Schaulager mit einer kulturhistorisch bedeutsamen Sammlung zur regionalen Kirschbrennerei, zugänglich im Rahmen von Führungen.
Das geplante Schaulager basiert auf der umfangreichen Privatsammlung von Caroline Lötscher und Ueli Kleeb. Es umfasst rund 200 grössere Exponate, hunderte kleinere Objekte sowie 13'000 Bilder und Dokumente zur Geschichte des Zuger Kirschgewerbes.
Ein Gutachten des Museums Burg Zug attestiert der Sammlung einen hohen kulturhistorischen Wert für die Vermittlung regionaler Kirsch- und Brennereigeschichte. Mit dem Kirsch-Depot und dem integrierten Schaulager entsteht ein neuer kultureller Treffpunkt, der die Zuger Altstadt beleben und die Identität der Kirschenregion stärken soll.
Stadtpräsident André Wicki sagt dazu: «Die jahrhundertealte Zuger Kirschkultur ist ein prägendes Element unserer Geschichte. Dass wir dieser Geschichte mit dem Kirsch‑Depot nun einen festen Platz geben, ist ein Gewinn für Bevölkerung, Vereine und den Tourismus.»
Investition in den Erhalt und die Weiterentwicklung eines Kulturerbes
Für die bauliche Gesamterneuerung beantragt der Stadtrat dem Grossen Gemeinderat einen Objektkredit von 3,48 Millionen Franken zur Ertüchtigung der Liegenschaft. Rund 70 Prozent dieser Investition entfallen auf werterhaltende Massnahmen (2,43 Millionen Franken), während rund 30 Prozent (1,05 Millionen Franken) für das Erstellen des Schaulagers dienen.
Parallel zur baulichen Erneuerung beantragt der Stadtrat zusätzlich finanzielle Beiträge an den Verein Zuger Kirschwasser Gesellschaft: einmalig 100'000 Franken für den Aufbau der Sammlungsausstellung, einmalig 50'000 Franken für die Betriebsvorbereitungen und -einrichtungen, sowie 134'000 Franken pro Jahr als wiederkehrender Betriebsbeitrag für die Jahre 2029 bis 2031 (gesamt 402'000 Franken).
Dazu wird dem Grossen Gemeinderat eine Subventionsvereinbarung vorgelegt, welche die Nutzung und den Betrieb des Kirsch-Depots regelt. Über den Objektkredit zur Gesamterneuerung der Liegenschaft sowie über die beantragten Beiträge an den Verein Zuger Kirschwasser-Gesellschaft wird der Grosse Gemeinderat an einer seiner nächsten Sitzungen befinden.
Die Zuger Kirschwasser-Gesellschaft
Der 2024 gegründete Verein setzt sich für die Vermittlung und Förderung der Zuger Kirschwasser- und Chriesikultur ein. Der Verein wird das Kirsch-Depot betreiben und plant jährlich rund 3900 Besucher. Er organisiert zudem Führungen, Veranstaltungen und vermittelt Wissen rund um das immaterielle Kulturerbe der Zuger Kirschenkultur.










