Volksinitiative

Volksinitiative lanciert: Zugersee soll wirklich gereinigt werden

Zuger-See-Initiative
Zuger-See-Initiative

Region Zug,

Die frisch lancierte «Zuger-See-Initiative» fordert eine technische Reinigungsanlage für den Zugersee. Die diskutierte «Seebelüftung» verschöbe das Problem nur.

Der Zugersee hat zu viel Phosphor. (Archivaufnahme)
Der Zugersee hat zu viel Phosphor. (Archivaufnahme) - KEYSTONE/GAETAN BALLY

Am Dienstag, 16. Juni 2026, ist die Unterschriftensammlung zur kantonalen Volksinitiative «Zugersee Tiefenwasser – für eine echte Entfernung von Schadstoffen» gestartet.

Die Initiative fordert eine technische Reinigungsanlage, die PFAS, Mikroverunreinigungen und Phosphor aus dem Tiefenwasser des Zugersees tatsächlich entfernt – statt sie bloss zu vermischen und flussabwärts zu verlagern.

Das Problem: Schadstoffe im Tiefenwasser

Das Tiefenwasser des Zugersees ist seit Jahrzehnten mit schädlichen Substanzen belastet. Dazu gehören PFAS («ewige Chemikalien» aus Industrie, Feuerlöschmitteln und Alltagsprodukten), die sich im Körper anreichern und die Gesundheit schädigen können.

Hinzu kommen Mikroverunreinigungen aus Medikamenten und Pestiziden sowie übermässiger Phosphoreintrag, der das Ökosystem des Sees belastet und das Algenwachstum fördert.

Warum eine technische Reinigungsanlage?

Eine technische Reinigungsanlage — in Anlehnung an eine moderne Trinkwasseraufbereitungsanlage — soll das Tiefenwasser aufbereiten, bevor es abgeleitet wird. Solche Technologien (zum Beispiel Aktivkohle, Phosphorfällung, Ferro-Adsorber) sind bekannt und funktionieren zuverlässig.

Das Wasser wird aus der Tiefe des Sees in einem Rohr nach oben geführt und aus dem Rohr in die Behandlungsbecken gepumpt. Dort durchfliesst es die Adsorptionsmittel, an welchen die Schadstoffe anhaften, während das gereinigte Wasser direkt in den See zurückgegeben wird.

Die bisher diskutierte «Seebelüftung» vermischt das belastete Tiefenwasser lediglich mit dem Oberflächenwasser und leitet es in die Lorze ab – direkt bis zur nächsten Trinkwasserfassung. Das Problem wird nicht gelöst, sondern nur verschoben.

Kosten und Finanzierung

Die Investitionskosten werden auf 15 bis 30 Millionen Franken geschätzt, bei jährlichen Betriebskosten von rund eine Million Franken.

Zum Vergleich: Der Kanton Zug verfügt über drei Milliarden Eigenkapital und erwirtschaftet jährlich Steuerüberschüsse in dreistelliger Höhe.

Die Initiative sieht vor, dass der Kanton die Kosten grundsätzlich übernimmt und soweit möglich Regress bei identifizierbaren Verursachern nimmt oder andere Kantone für eine finanzielle Beteiligung gewinnt.

Jetzt unterschreiben – 2000 Unterschriften

Für das Zustandekommen der kantonalen Volksinitiative werden 2000 gültige Unterschriften benötigt. Der Unterschriftenbogen ist auf der Webseite der Zuger-See-Initiative zum Herunterladen verfügbar.

Kommentare

Weiterlesen

Parmelin
152 Interaktionen
G7-Gipfel
Bürgenstock Ressort Ukraine-Krieg Friedensgipfel
13 Interaktionen
Laut Bericht

MEHR VOLKSINITIATIVE

6 Interaktionen
Bern
2 Interaktionen
Herisau AR
Spirit Airlines
2 Interaktionen
«Spirit 2.0»

MEHR AUS ZUG

Bauarbeiten
Astra
Alexander Haslimann
104 Interaktionen
Haslimann (SVP)