Pilotprojekt: Pflegelotsen sorgen für schnelle Hilfe im Notfall
Die Stadt Zug lanciert im März ein Pilotprojekt, bei dem Pflegelotsen ältere Menschen in akuten Pflegenotfällen begleiten und die Versorgung koordinieren.

Wie die Stadt Zug berichtet, startet sie ab März das Pilotprojekt «Pflegelotsen». Dabei begleitet und koordiniert die Spitex Kanton Zug und das Zuger Kantonsspital in Zusammenarbeit mit den Alterszentren Zug Menschen in einem Pflegenotfall.
Die Stadt Zug startet im März 2026 das Pilotprojekt «Organisation Pflegenotfall durch Pflegelotsen». Das Projekt ist Teil der Altersstrategie.
Es reagiert auf die wachsende Herausforderung, akute pflegerische oder soziale Unterversorgung bei älteren Menschen schnell und professionell zu bewältigen – sofern keine medizinische Notfallbehandlung nötig ist.
Begleitung durch Pflegelotsen
Im Rahmen des Projekts übernehmen spezialisierte Pflegeexpertinnen und Pflegeexperten des Zuger Kantonsspitals und der Spitex Kanton Zug die Rolle der Pflegelotsinnen und Pflegelotsen.
Sie arbeiten mit Spital, Spitex, Hausärztinnen und Hausärzten sowie weiteren Akteuren zusammen. So entlasten sie Betroffene und Angehörige und stabilisieren die Versorgung.
Die Pilotphase läuft bis 2028 und wird wissenschaftlich durch die Universität Luzern begleitet. Dies ermöglicht eine evidenzbasierte Evaluation.
Schnelle Hilfe direkt vor Ort
«Die Pflegelotsen sorgen dafür, dass ältere Menschen im Pflegenotfall schnell die passende Unterstützung erhalten – genau dort, wo sie gebraucht wird.» sagt Matthias Winistörfer, Spitaldirektor des Zuger Kantonsspitals.
Die Zuweisung an die Pflegelotsinnen und Pflegelotsen erfolgt ausschliesslich durch professionelle Leistungserbringer wie Spitex, Hausarztpraxen oder Notfallstationen. Damit wird sichergestellt, dass Meldungen fachlich korrekt eingeschätzt werden.
Ergänzend werden zwei Pflegenotfallbetten im Alterszentrum Neustadt bereitgestellt, um Betroffene bei akutem Unterstützungsbedarf temporär aufnehmen zu können. Während des Aufenthalts organisieren die beteiligten Institutionen die Anschlussversorgung.
Vernetzte Pflege für mehr Sicherheit und Entlastung
«Dank der Pflegelotsen können wir Betroffene gezielt begleiten und die Versorgung über Institutionsgrenzen hinweg nahtlos koordinieren.» ergänzt Carina Brüngger, Geschäftsführerin der Spitex Kanton Zug.
Mit dem Projekt stärkt die Stadt Zug die Zusammenarbeit im Versorgungssystem. Das neue Modell fördert schnelle, bedarfsgerechte und koordinierte Hilfe in Pflegenotfällen.
Es verhindert unnötige Spitaleintritte und schliesst Versorgungslücken. Die Stadt Zug übernimmt damit eine Pionierrolle für innovative und vernetzte Versorgungsformen.
Ziel ist eine bessere Betreuung älterer Menschen und die Entlastung der Leistungserbringer. Die gewonnenen Erkenntnisse dienen als Grundlage für eine mögliche Integration des Modells in die regionale Gesundheitsversorgung.









