Beim Zuger Versorgungsunternehmen WWZ haben die Explosion der Energiepreise und der Börseneinbruch den Halbjahresgewinn 2022 verhagelt.
Stadtzentrum Zug.
Stadtzentrum Zug. - Nau.ch / Stephanie van de Wiel
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Unter dem Strich brach der Reingewinn auf 7,3 Millionen Franken ein, nachdem der Energieversorger und Telekomanbieter im Vorjahr ein Nettoergebnis von 20,0 Millionen eingefahren hatte.

«Die höheren Energiemarktpreise führten zu einem markanten Anstieg der Beschaffungskosten von rund 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr», schrieb die WWZ-Gruppe am Freitag, 26. August 2022, in einem Communiqué.

Die Mehrkosten in der Strom-Grundversorgung können die Energieunternehmen aber jeweils erst im Folgejahr auf die Kunden überwälzen, weil die Tarife lediglich einmal im Jahr angepasst werden dürfen. Auf die Stromkunden in der Grundversorgung kommen bei der WWZ ab Neujahr also höhere Rechnungen zu.

Absturz der Finanzmärkte brachte einen Verlust von 3,2 Millionen

Das Ergebnis der Stromsparte fiel gegenüber der Vorjahresperiode um rund 5 Millionen Franken tiefer aus. Das Betriebsergebnis tauchte in der Folge um 38 Prozent auf 10,8 Millionen Franken.

Zudem brockte der Absturz der Finanzmärkte der WWZ in den ersten sechs Monaten einen Verlust von 3,2 Millionen im Finanzergebnis ein. Im Vorjahressemester hatte die Gesellschaft hier noch einen Gewinn von 5 Millionen Franken erzielt.

Der Umsatz aus Lieferungen und Leistungen stieg dagegen um 12 Prozent auf 134,7 Millionen Franken. «Nebst einem Volumenwachstum bei der Fernwärme, der E-Mobilität und der Elektrizität trugen insbesondere die sehr hohen Beschaffungs- und zunehmenden Absatzpreise im Energiebereich zur Umsatzsteigerung bei», schrieb die WWZ-Gruppe.

Der Stromabsatz stieg sowohl in der Grundversorgung als auch bei den Marktkunden. Rund 20 Prozent der Nachfrage deckte WWZ mit eigener Produktion und langfristigen Bezugsverträgen ab, die restlichen 80 Prozent beschaffte das Unternehmen am Markt, wie es weiter hiess.

Gestiegene Energiepreise treiben die Nachfrage im Fernwärmegeschäft nach oben

Der massive Anstieg der Energiepreise sowie die Klimapolitik hätten derweil die Nachfrage im Fernwärmegeschäft nach oben getrieben. Hier werde der Ausbau vorangetrieben, hiess es. Ebenfalls gestartet hat die WWZ die Projektierung für einen Holzwärmeverbund, der weite Teile der Gemeinde Steinhausen versorgen soll.

In der Telekomsparte habe der Preiskampf zu tieferen Bruttoerträgen geführt, obwohl die Zahl der Abonnenten gehalten werden konnte. Dies und die zusätzlichen Abschreibungen infolge der Infrastrukturinvestitionen hätten den Ertrag gedrückt, teilte WWZ mit.

Angesichts von Ukraine-Krieg, Wirtschaftssanktionen und Gefährdung der Energieversorgung erwartet die WWZ-Gruppe im zweiten Halbjahr keine Entspannung der Situation. Die höheren Beschaffungspreise für die Stromversorgung würden auch im Gesamtjahr das Ergebnis belasten. «Die Unterdeckung wird aber ab 2023 schrittweise in die Tarife eingepreist und somit über die nächsten Jahre kompensiert», schrieb WWZ.

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