Playoffs

Traditionsduell in den Playoffs: HCR trifft auf Wiler

Nau.ch Lokal
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Winterthur Stadt,

Die Halbfinal-Serie zwischen dem HC Rychenberg und SV Wiler Ersigen beginnt am Samstag in Kirchberg; Ostermontag folgt das erste Heimspiel in Winterthur.

HC Rychenberg Winterthur
Der HC Rychenberg Winterthur ist ein Schweizer Unihockeyverein aus Winterthur. Er trägt seine Heimspiele in der AXA-Arena aus. - Markus Aeschimann/ Grafik Nau.ch

Wie der HC Rychenberg Winterthur berichtet, hätte man einen Gegner für die anstehende Halbfinal-Play-Off-Serie frei wählen können: der SV Wiler Ersigen wäre wohl auch so zum Handkuss gekommen. Zu gut sind die Erinnerungen an mehrere spektakuläre Halbfinalserien gegen den Berner Serienmeister.

Natürlich verdient der SV Wiler Ersigen nach der siegreich absolvierten Regular Season allergrössten Respekt. Und doch freut man sich in den Reihen des HC Rychenberg enorm auf die Halbfinals gegen den SVWE.

Nicht, dass man Substantielles gegen die anderen verbliebenen Halbfinalteams sagen könnte: die neureiche Skandinavier-Enklave in der Innerschweiz oder die neuen Intimfreunde, die Thurgauer Floorballer.

Aber der Unteremmentaler Traditionsclub ist für den HCR, immerhin seit 1983 einziger ständig in der NL-A vertretener Verein, zweifellos ein würdiger Gegner.

Herausforderung Wiler

Wobei man sich beim HCR dabei natürlich nicht der Illusion hingibt, gegen Wiler ein leichtes Spiel zu haben. Ganz im Gegenteil: Allzu sehr beeindrucken die nackten Zahlen der Qualifikation auch den Experten.

Aus 22 Matches häufte das Team mit der Heimhalle in Kirchberg satte 53 Punkte an und sch(l)oss mit einem Konto von 62 Plustoren ab. Doch bereits beim Viertelfinalgegner des HCR, den Tigers Langnau, war die Ausgangslage nicht viel anders.

Das eiserne Gesetz, dass mit den Play-Offs eine komplett neue Meisterschaft beginnen würde, behielt einmal mehr seine Richtigkeit. So erwies sich in der vermeintlichen Ausmarchung, während der Regular Season, wer denn der beste Zürcher Verein der L-UPL sei, der Titel des stolzen Gewinners schliesslich als absolutes Muster ohne Wert.

HCR als Underdog bereit für Wiler

Gegen Langnau zeigte der HCR für viele überraschend, dass man die Kurve nach der eher holprigen Saison gerade noch gekriegt hat. Mit einem beeindruckenden Spirit, taktisch ausgefuchst und vor allem mit viel Geduld und Cleverness wurde dem Gegner beim 4:0-Seriensieg der Schneid abgekauft.

«Das wird aber gegen Wiler nicht reichen», prognostiziert Captain Michel Wöcke. «Mit diesem Erfolg im Rücken müssen wir versuchen, noch einen Gang höher zu schalten.» Die Experten aus nah und fern sehen die Stärke der Berner in ihrer mannschaftlichen Geschlossenheit und der hohen Qualität über drei Linien.

Während dem HCR konzediert wird, sich in einer «Underdog»-Rolle durchaus wohlzufühlen und dadurch immer in der Lage zu sein, für Überraschungen zu sorgen. Unvergessen bei beiden Vereinen ist die letzte gemeinsame Play-Off-Viertelfinalserie 2022/2023, als alle Spiele in der Overtime, mit dem besseren finalen Ende für Wiler, entschieden wurde.

Kulturgut und finnische Geheimwaffen

«Prognosen amüsieren mich immer», schmunzelt HCR-Headcoach Philippe Soutter. «Ich denke dabei auch an die Halbfinals von 2006, welche ich mit dem HCR gegen Wiler bestritt. Vor der Saison wurde unser Team damals eher als Abstiegskandidat gehandelt.

Wir gewannen auswärts gleich das erste Spiel der Serie und dann wurde jeder Match eine knallharte Schlacht. Zwar haben wir schliesslich verloren, aber die Serie blieb mir in lebhafter Erinnerung», erinnert sich Soutter.

Geheimwaffen aus Finnland

Für den Winterthurer Coach steht die beeindruckendste Figur von Wiler allerdings neben und nicht auf dem Feld. Der finnische Headcoach Tatu Väänänen sei schon als Spieler ein Ereignis gewesen. Und seit er 2012 an der WM in der Zürcher Saalsporthalle nach einem Ausfall der Tonanlage lautstark solo die finnische Hymne gesungen hatte, sei er sogar eigentliches «Kulturgut».

«Aber auch da muss sich der HCR nicht verstecken. Mit Tero Kotilainen und Kari Koskelainen verfügen wir ebenso über zwei scharfe, finnische Geheimwaffen. Wie gut sie singen können, weiss ich allerdings noch nicht.»

Am Samstag startet die Halbfinal-Serie auswärts in Kirchberg. Am Ostermontag folgt das erste Heimspiel in der AXA Arena in Winterthur. Für eine ausverkaufte Arena sind noch wenige Tickets verfügbar.

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