Wie die Gemeinde Ufhusen informiert, soll mit der Engelprächtigen AG der Deponie-Engpass in der Region Luzern gelöst werden.
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Drei Container in einer Deponie. - Keystone

Nach dem «Marschhalt» in der kantonalen Vorprüfung konnte die Engelprächtigen AG die weiterführenden Abklärungen im Zusammenhang mit anstehenden Grossprojekten in der Region Luzern in Angriff nehmen. Der Kanton Luzern bekräftigt seinerseits in der Abfallplanung 2021 den grundsätzlichen Deponiebedarf im Kanton und die Projektabsicht der geplanten Deponie Engelprächtigen. Die Engelprächtigen AG stellt personell die Weichen für die Zukunft.

Kantonale Planungsinstrumente weisen Deponiebedarf aus

Die im Februar 2022 verabschiedete kantonale Abfallplanung 2021 des Regierungsrates des Kantons Luzern zeigt, dass im Kanton Luzern jährlich über zwei Millionen Tonnen Aushub- und Ausbruchmaterial sowie mehr als eine Million Tonnen weitere Abfälle anfallen. Als Folge der veränderten Konsumgewohnheiten, des Siedlungswachstums und der Bautätigkeiten sind mit steigenden Abfallmengen vor allem im Bereich der Bauabfälle zu rechnen. Dem Kanton und den Gemeinden wird die Aufgabe zugewiesen, die anfallenden Abfälle zu vermeiden, umweltgerecht zu verwerten oder auf Deponien abzulagern.

Diesbezüglich streicht das Planungsinstrument denn aber auch ein drohender Deponieengpass heraus, der sich bereits im Jahre 2023, spätestens aber 2025 bemerkbar machen wird. Damit mittel- bis langfristig in allen Kantonsteilen genügend Kapazität vorhanden sein wird, seien Nachfolgeprojekte für auslaufende Deponien – namentlich für die Deponie Briseck in Zell – anzustreben. Schliesslich lässt sich dem Bericht entnehmen, dass die vorhandenen Deponiekapazitäten für geplante Grossprojekte in der Region Luzern nicht ausreichend seien. Die Projekte seien gesondert zu betrachten.

Nachdem die beteiligten Akteure im Rahmen der kantonalen Vorprüfung einen Marschhalt einlegten, kann nunmehr den Anliegen aus der kantonalen Abfallplanung 2021 Rechnung getragen werden. Einerseits dient das Deponieprojekt Engelprächtigen als Nachfolgeprojekt für die nahegelegene und verfüllte Deponie Briseck, andererseits können im Zuge der ergänzenden Planungsbemühungen die diesbezüglichen Erfordernisse hinsichtlich der Grossprojekte im Raum Luzern berücksichtigt werden.

Die geplante Deponie Engelprächtigen kann demzufolge den Anforderungen und Planungszielen der kantonalen Planungsinstrumente entsprechen und wird, nachdem die Bevölkerung Ufhusens im Wege einer Informations- und Mitwirkungsveranstaltung ein weiteres Mal in die Vorprüfung miteinbezogen wird, nach erfolgreichem Abschluss des Vorprüfungsverfahrens alsbald öffentlich aufgelegt.

Öffentliche Auflage in Gemeinde Ufhusen soll 2022 erfolgen

Die Engelprächtigen AG und die Gemeinde Ufhusen wollen das Deponieprojekt und die Teilrevision der Nutzungsplanung – unter Einbezug und Berücksichtigung der sich aus dem Marschhalt ergebenen, zusätzlichen Planungsausprägungen – möglichst rasch vorantreiben, sodass die öffentliche Auflage des Projektes im Verlaufe des Jahres 2022 erfolgen kann.

Die Engelprächtigen AG stellt sich personell neu auf

Aufgrund der dereinst anstehenden Pensionierung von Kurt Kumschick, Geschäftsführer der Engelprächtigen AG, stellt sich die Engelprächtigen AG für die Zukunft personell neu auf. Adrian Dobler, Experte Entsorgungs- und Recyclingwirtschaft und aktuell tätig im Umfeld der Pirol AG Kiesaggregate, wird die Nachfolge von Kurt Kumschick als Geschäftsführer Engelprächtigen AG antreten.

Er wird im Verlauf der verbleibenden Dauer der Bewilligungsphase und während der ersten beiden Betriebsjahre mit Kurt Kumschick Hand in Hand gehen, sodass ein vollständiger Wissens- und Netzwerktransfer sichergestellt werden kann und anschliessend die Geschäftsführung der Engelprächtigen AG übernehmen. Ausserdem gelang es der Engelprächtigen AG, den bedeutsamen Posten des künftigen Deponiewarts mit Marco Wüthrich, erfahrener Baumaschinenführer und Deponiemitarbeiter, zu besetzen. Er war Jahre in der Pirol AG Kiesaggregate und ist aktuell bei der Benerz AG tätig.

Sicherstellung einer Deponie nach geltender Abfallverordnung

Die Engelprächtigen AG ist aus den Unternehmungen ARAG Bau AG Hasle, Pirol AG Kiesaggregate Ufhusen und Benerz AG Buttisholz hervorgegangen. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, zwischen Huttwil und Zell eine Deponie des Typs A und B nach geltender Abfallverordnung VVEA zur Ablagerung von zugelassenen Materialien zu errichten und zu betreiben.

Im Rahmen des Vorprojektes werden bis zu 1,2 Millionen Kubikmeter Material des Typs A und B über die geplante Fläche von circa 17 Hektar (170'000 Quadratmeter) abgelagert. Basierend auf der Bedarfsanalyse wird jährlich mit einem Deponievolumen von circa 50'000 Kubikmeter gerechnet. Die Betriebsdauer der Deponie ist auf 24 Jahre festgelegt.

Mehr Informationen findet die Bevölkerung auf der Gemeindewebseite.

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