Mit einer herausragenden Leistung in der zweiten Halbzeit sichert sich die SG Wädenswil/Horgen einen grossen Vorteil im Playoff-Final.
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Handball von erima. - Schweizerischer Handball-Verband

Vor dem Anpfiff wurde Tim Rellstab von den beiden Vereinspräsidenten im Rahmen seines persönlich letzten Heimspiels verabschiedet. Ein emotionaler Moment, nachdem Tim seit 2008 in Rot/Weiss für Punkte gekämpft und Fans begeistert hat. Als Dank für die vielen Jahre im lautesten Handballverein der Schweiz preschte er gleich nach dem Anpfiff vor und erzielte unter tosendem Applaus drei Tore in Folge zur 3:0 Führung der SG, ehe Maxym Strelnikov den ersten Treffer der Gäste markieren konnte.

Es folgte ein offener Schlagabtausch der Angriffsreihen, bis sich nach gut 5 Minuten auch die Schlussmänner beider Teams ins Spiel einschalteten. Steiner auf Seiten der Gastgeber und Soullier zwischen den Pfosten der Genfer verwandelten die anfängliche Schiessbudenstimmung in einen erbitterten Abwehrkampf. In dieser Phase waren auf beiden Seiten Nervositäten zu spüren, was den Score bei der Anfänglichen 3-Tore Führung der Seebueben stabilisierte. Auch das Time-out der Gäste nach gut 15 Minuten änderte nicht viel, auch wenn Chênois bis zur Pause auf ein Tor zum 14:13 aufschliessen konnte.

Hervorragende Defensivleistung als Weg zum Erfolg

Nach dem Wiederanpfiff erwischten die Gäste den besseren Start und kamen beim 14:15 zu ihrer ersten und beim 15:16 zu ihrer letzten Führung in diesem Spiel.

Ab dort funktionierte die Verteidigung des Heimteams wie in Uhrwerk höchster Güteklasse, unterstützt durch einen entfesselten Andrija Kasalo im Tor, der in den verbleibenden 28 Minuten nur noch 5 Tore zulassen musste und sich eine Abwehrquote von sagenhaften 60% notieren lassen durfte. Insbesondere die sonst so treffsicheren und zuverlässigen Rückraumschützen der Westschweizer – Molinié und Strelnikov – fanden keine probaten Mittel mehr die Defensive der SG zu überwinden, was das Angriffsspiel der Genfer aus dem Konzept riss.

Angetrieben von den lautstarken Fans schaffte es die SG Wädenswil/Horgen ab der 45. Spielminute die Partie gänzlich zu kontrollieren und zog Tor um Tor davon. Als krönender Abschluss verwandelte der später zum Best-Player gewählte Rellstab nach Ablauf der Spielzeit einen direkten Freiwurf zum 26:21 Endstand. Auch wenn Tim mit 13 Treffern hervorstach war die geschlossene Mannschaftsleistung, insbesondere in der glänzend agierenden Defensive, der Grundstein zum Erfolg.

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Nachdem sich CS Chênois Genève zum ersten Mal seit dem Re-start der NLB-Meisterschaft geschlagen geben musste – und dies ausgerechnet im Hinspiel der Playoff-finals – ist das Duell noch in keiner Weise vorentschieden. Natürlich nimmt die SG den Vorteil von +5 Toren am Samstag mit nach Genf, doch ein zweites Mal wird sich der Aufstiegsrundenerste nicht kalt erwischen lassen.

Um den Aufstieg in die höchste Liga erreichen zu können benötigen die Schützlinge von Milicic erneut eine konzentrierte Leistung mit vollem Elan. Erst wenn eine (hohe) Niederlage am Samstag abgewendet werden kann dürfen die kühlgestellten Champagnerflaschen ihrer Bestimmung zugewandt werden.

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