Playoff-Krimi: Skorps verlieren Auftakt in der Verlängerung
Nach 0:3-Rückstand drehen die Skorps das Spiel in Chur zwischenzeitlich, müssen sich im packenden Playoff-Auftakt aber 6:7 nach Verlängerung geschlagen geben.

Was war das ein tolles Spiel, berichtet UHV Skorpion Emmental. Zwei Gegner, die über das ganze Spiel gesehen auf Augenhöhe waren, hohe Intensität, kernige Zweikämpfe, schöne Tore!
So soll es sein, toll war genau bei diesem Spiel SRF vor Ort und überträgt live, flimmerte doch der Beweis in die Schweizer Stuben, dass auch die LUPL der Frauen begeistern kann! Weniger begeistert waren wohl die Handvoll mitgereister Skorps Fans.
Bei Spielbeginn schien es doch, als hätten sich die Emmentalerinnen im Car oder auf dem Weg zur Garderobe verlaufen, zugegen schienen sie zunächst nicht zu sein … Nach zwölf Sekunden und einem missglückten Pressingversuch führte das Team aus der Bündner Hauptstadt bereits mit 0:1 durch Wyss.
Früher Rückstand bringt Skorps unter Druck
Aninna Faisst bereitete wie so oft diese Saison nach schnellem Konter vor! In der siebten Minute erhöhte Niggli auf Pass von Julija Rozite ohne dass bis dahin eine Reaktion der Grünen zu beobachten gewesen wäre … Jetzt allerdings war dann doch «genug Heu dunger» und Lisi Burri und Michelle Gerber vergaben erste Möglichkeiten, auch Chuda wurde immer auffälliger… Ärgerlicherweise traf dann noch vor dem ersten Pausentee aber wieder Niggli.
Natürlich schloss sie einen schnellen Konter (die stärkste «Waffe» der Bündnerinnen) ab zum 3:0! So konnte und wollte man nicht in die Pause, vorab Hanimann sträubte sich dagegen und traf zum ersten Tor der Gäste! 3:1 nach Aufzug 1 in diesem Krimi.
Im zweiten Drittel durften dann die Offensivspezialisten der Berner Gäste gleich von Anfang an powern und taten das dann auch mit Nachdruck! Mit zwei Linien setzte man Chur eins ums andere Mal unter Druck.
Aufholjagd bringt den Ausgleich
Der eine oder andere Fehler schlich sich ein und prompt konnte Topscorerin Eli Eliska Tschudla Chuda alleine aufs Tor von Juon ziehen, die zwar parierte, der Abpraller landete dann aber nicht bei den Abwehrspielerinnen, sondern bei der aufgerückten Buri die das Spielgerät zum 2:3 versorgte, noch vor Spielmitte waren die Gäste aus dem Unterland wieder dran.
Im Moment sahen die Gastgeber weder Steinböcke noch Murmeli und schon gar kein Land. Bemerkenswert, welch Druck und Wucht von den Skorps jetzt kam! Das 3:3 durch Aline Marti war dann die logische und verdiente Folge!
Allerdings schrieb die 36. Minute noch eine andere, wenig rühmliche Geschichte! Etwas gar gefrustet leistete sich Angelina Juon einen Ausrutscher, der zum Glück seltener Art, und ohrfeigte doch tatsächlich die am Boden sitzende Marti!! Konsequenzen zu dem Zeitpunkt: keine. Was war bitte hier los?
Ohrfeigen-Szene sorgt für Diskussionen
Nach dem Spiel übrigens entschuldigte sich Angelina bei Aline und die reumütigen Schiris reichten die Szene gleich selber zur Nachprüfung ein, hatten es nicht gesehen … Sollte nicht, kann aber passieren, alles gut, tolle Aktionen von fairen Sportsleuten, danke!
Trotzdem wurde das Video auch von den Skorps eingereicht. Die ganze (Unihockey-) Schweiz hatte die Aktion gesehen, das konnte man, Entschuldigung hin oder her, so nicht stehen lassen, was sollen da bitte Junioren oder Kinder denken, wenn das so durchgeht?
Konsequenz nach dem Spiel: Keine!!! Und das ist ein Skandal … Keine Ahnung, was diese Kommission tut, jedenfalls dem Unihockey keinen Gefallen! Ah, übrigens ging das Spiel auch nach der 36. Minute weiter! Kurz vor der Pause holte sich die Churerin Wyss eine zwei Minuten Strafe ab und so würden die Skorps gar in Überzahl ins dritte Drittel starten!
Grosse Wende im dritten Drittel
Und das taten sie auch äusserst überzeugend. Immer kleiner wurde die Bündner Box, und in einer unübersichtlichen Situation direkt vor Joun reagierte Rotrücken Chuda am schnellsten und brachte die Skorps tatsächlich in Führung!
Und als kurze Zeit später Haldemann nach laaaaanger Verletzungspause ihr erstes Tor schoss, war das Spiel komplett gedreht, vom 3:0zum 3:5… War das den Skorpioninnen fast etwas suspekt?
Auf jeden Fall wurden sie jetzt fast etwas passiv, etwas mehr Platz und schon kamen sie wieder, die schnellen Angriffe der Schwarz gekleideten! Rozite traf zum 4:5, jetzt wollte also Chur das Ganze zurückdrehen! So nicht, dachte sich dann aber Marla Siegentahler, in der 52. Minute, und nach einem schönen Sololauf traf sie zum 4:6!
Faisst entscheidet den Playoff-Krimi
Das war es doch jetzt, oder? Nein, fand dann aber Chiara Moser die in der 55. und 58. Minute doch tatsächlich das Spiel wieder ausglich, unglaublich! Überzeit – der Krimi konnte natürlich nicht normal enden, da musste das Drama der Verlängerung her!
Nicht ganz zwei Minuten und dann beendete die wohl gefährlichste Ostschweizerin das Ganze: Annina Faisst setzte sich hinter dem Tor gegen Gerber durch und erwischte Torhüterin Ladina Thöndury, die vorher gerade noch zweimal mirakulös gerettet hatte, in der nahen Ecke.
Egal ob Bauern, Bube oder Meitschitrick, auf jeden Fall sicherte sie so ihrem Team dann den Sieg doch noch. 1:0 führt Chur also in der Serie und vor dem zweiten Gastspiel der Bernerinnen am kommenden Donnerstag in der tollen Fortuna-Halle zu Chur!










