Nach der Mitwirkung zum Grundlagenprojekt Verkehr des ESP Bahnhof Thun stellte der Gemeinderat eine Überarbeitung des Projekts in Aussicht.
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Gemeinsam mit der Grundeigentümerschaft und unter Einbezug wichtiger Interessegruppen sollen Lösungsansätze geprüft werden. Ziel ist es, eine gesamthaft tragfähige Lösung zu finden. Ende 2021 sollen erste Ergebnisse vorliegen.

Die Bedeutung des Bahnhofs und einer zukunftsfähigen Lösung für den kantonalen Entwicklungsschwerpunkt (ESP) ist für den Gemeinderat unverändert hoch. Aufgrund der Ergebnisse der Mitwirkung zum Grundlagenprojekt Verkehr stellte er im letzten Herbst eine Überarbeitung in Aussicht (vgl. Medienmitteilung vom 15 September 2020).

Dies mit dem Ziel, eine tragfähige Lösung zu Fragen der Mobilität, der Stadträume und der baulichen Entwicklung im ESP Bahnhof zu finden. Da diese Lösung breit abgestützt sein soll, lanciert der Gemeinderat jetzt einen partizipativen Prozess mit den wichtigsten Stakeholdern. Dabei sollen verschiedene Lösungsansätze ganzheitlich überprüft werden.

Partizipationsprozess in drei Phasen

Das Thema Verkehr wird im anstehenden Verfahren in den Kontext der Gesamtentwicklung des ESP Bahnhof gesetzt. Die Stadt will den Prozess öffnen, bisherige Ergebnisse reflektieren und verschiedene Inputs und Ideen erneut thematisieren.

Es geht darum, die verschiedenen Bedürfnisse und Vorstellungen der Stakeholder im Detail abzuholen, um zur besten Lösung für die Stadt Thun zu kommen. Am Ende des Prozesses soll ein «Leistbild» vorliegen, das aufzeigt, was der Ort in Zukunft leisten muss, damit die Entwicklung ein Erfolg wird. Erste Gespräche fanden bereits statt. Zudem führte die Stadt eine Umfrage durch bei Interessevertreterinnen und -vertretern aus den Bereichen Gastronomie/Kultur, Gewerbe/Dienstleistung, Mobilität, Städtebau und der Bevölkerung. Die Ergebnisse werden nun ausgewertet.

Es ist geplant die Ergebnisse anschliessend unter Mitwirkung der Grundeigentümerschaft entlang der Seestrasse (BLS, SBB, Post), von Expertinnen und Experten sowie einer Vertretung der Stakeholder des ersten Schrittes weiterzubearbeiten.

Entwicklungsfragen des ESP

Dabei stehen inhaltliche, räumliche und technische Fragen zur Entwicklung des ESP Bahnhof Thun im Fokus. In diesem Rahmen sollen unterschiedliche Ansätze verglichen und neue Ideen thematisiert werden. Die bisherige Planung wird in die Diskussion einbezogen. Komplexe Anforderungen an den Raum und verschiedene Vorgaben müssen dabei berücksichtigt werden, damit die Funktion des Bahnhofs als Verkehrsdrehscheibe im Gesamtsystem weiterhin sichergestellt ist. Die Lösungsansätze sollen ebenfalls unter

Berücksichtigung der unterschiedlichen Zeithorizonte betrachtet werden (kurz-, mittel- und langfristige Szenarien).

In der dritten Phase soll eine Synthese der verschiedenen Ideen und Vorschläge erarbeitet und in einem «Leistbild» zusammengefasst werden. Dieses dient schliesslich als Grundlage für die weitere Entwicklung des ESP Bahnhof Thun.

Agglomerationsprogramm im Sommer einreichen bei Kanton

In zeitlicher Überschneidung zum oben skizzierten Prozess muss diesen Sommer das Agglomerationsprogramm der 4. Generation (AP4) beim Kanton (zuhanden des Bundes) eingereicht werden.

Dieses Agglomerationsprogramm fusst unter anderem auf Überlegungen aus dem bestehenden Gesamtverkehrskonzept und der bisherigen Planung beim ESP Bahnhof. Aufgrund der Rückmeldungen zum Grundlagenprojekt Verkehr wurden Anpassungen vorgenommen und Vorbehalte aufgrund des anstehenden Überarbeitungsprozesses (vgl. oben) gemacht.

Dieses Vorgehen wurde gewählt, um das Agglomerationsprogramm und damit wichtige Vorhaben in der Agglomeration Thun nicht gesamthaft zu gefährden. Aufgrund der Erkenntnisse aus dem oben beschriebenen Prozess werden Anpassungen im Agglomerationsprogramm der nächsten Generation einfliessen.

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