Beromünster

Hohe Pestizidbelastung in der Wyna festgestellt

Nau.ch Lokal
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Sursee,

In Beromünster wurde im Herbst ein hoher Deltamethrin-Wert in der Wyna gemessen. Menschen und Tiere sind kaum gefährdet, die Abklärungen laufen.

Das Ortszentrum von Beromünster mit der Stiftskirche St. Michael.
Das Ortszentrum von Beromünster mit der Stiftskirche St. Michael. - Nau.ch / Stephanie van de Wiel

Wie die Gemeinde Beromünster informiert, stellte eine Messung im vergangenen Herbst einen extrem hohen Wert des Pestizids Deltamethrin in der Wyna fest. Der Kanton Luzern geht von einem Einzelfall aus.

Die Toxizität für Säugetiere und den Menschen ist weitaus geringer als für Insekten und Krebstiere. Die hohe Konzentration von Deltamethrin in der Wyna ist nur über einen Zeitraum von zwei Wochen aufgetreten.

Aus der Wyna direkt wird kein Trinkwasser gewonnen. Über das Vorkommen von Deltamethrin im Grundwasser sind uns keine Angaben bekannt.

Ursache der hohen Werte noch unklar

Was genau zu diesem Wert geführt hat, ist aktuell unklar. Abklärungen dazu laufen und werden im Rahmen des nächsten Austausches vom «Runden Tisch» mit den Betroffenen im Einzugsgebiet der Wyna erörtert, um Massnahmen abzuleiten.

Der Kanton Luzern erhebt an mehreren Messstellen den Zustand der Fliessgewässer und misst dabei auch verschiedene Mikroverunreinigungen wie Pestizide. Die Messung von Stoffen aus der Gruppe der Pyrethroide wie Deltamethrin ist technisch anspruchsvoll und erfolgt bisher nur an einzelnen Messstellen.

Die Ergebnisse der Messungen werden aktuell aufbereitet. Daher haben wir aktuell noch keine Übersicht über den ganzen Kanton. Eine so massive Überschreitung wie im Fall von Deltamethrin in der Wyna wurde nach heutigem Wissensstand andernorts nicht festgestellt.

Grenzwerte in der Gewässerschutzverordnung

Der Wirkstoff Deltamethrin ist als Insektizid in verschiedenen Pflanzenschutzmitteln enthalten. Deltamethrin schädigt Kleinkrebse und Insekten in den Gewässern bereits in ausserordentlich geringen Konzentrationen und wirkt sich daher bereits in sehr kleinen Mengen negativ auf die Gewässer aus.

Die Zulassung von Wirkstoffen und Pflanzenschutzmitteln wird auf nationaler Ebene durch die zuständigen Bundesstellen geregelt.

Die Festlegung von Grenzwerten in der Gewässerschutzverordnung ist Sache des Bundes. Aktuell ist eine entsprechende Änderung der Gewässerschutzverordnung in Vernehmlassung. Der Kanton Luzern wird im Rahmen dieser Vernehmlassung dazu Stellung nehmen.

Einsatz nur mit Sonderbewilligung erlaubt

Aktuell verfügen elf Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Delthamethrin über eine offizielle Zulassung. Im ökologischen Leistungsnachweis wird der Einsatz dieser Mittel grundsätzlich eingeschränkt und ist nur mit einer Sonderbewilligung möglich.

Wird die Sonderbewilligung erteilt, dürfen Anwender/Innen ein entsprechendes Pflanzenschutzmittel gemäss den rechtlichen Vorgaben auf der beantragten Parzelle einsetzen.

Sonderbewilligungen werden gemäss den Weisungen von den Kantonalen Pflanzenschutzdiensten erteilt, wenn eine Gefährdung für die Entwicklung der Kultur und der Ernte besteht und die vorgeschriebene Schadwelle überschritten wurde.

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Kommentare

User #4878 (nicht angemeldet)

Ja der Pestizidverbrauch in der Landwirtschaft muss rigoros eingeschränkt werden! Vor allem die Ewigkeitschemikalie muss schnellstmöglich verboten werden. Aber eben, unser Parlament, nicht zu gebrauchen, voller Lobbyisten, welche nur auf ihre eigene Geldbörse schauen. Einfach grässlich, solche Zustände!

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