GLP Steffisburg veranstaltete Infoanlass zu Elektro-Mobilität

    Die GLP Steffisburg lud am 1. November 2022 zu einer Infoveranstaltung über Elektro-Mobilität.

    GLP Steffisburg
    Podiumsdiskussion v.l.n.r Thomas Gander, Netzulg AG, Olivier Groux, Kyburz Recycling, Nationalrat Jürg Grossen Präsident GLP Schweiz, Moderator Bruno Grossniklaus GLP Steffisburg, Dr. Luca Castiglioni, Bundesamt für Energie, Urs Breitmeier, H2 Energy AG. - zVg

    Die Veranstaltung über Elektro-Mobilität der Grünliberalen zur Eröffnung des Wahlkampfes in Steffisburg ist auf grosses Interesse gestossen.

    Hans Berger, Co-Präsident der GLP Steffisburg führte durch den Abend und durfte mehr als 100 Personen begrüssen.

    Das Publikum sei für die Fachreferate zu verschiedenen Aspekten der Elektro-Mobilität und die anschliessende Podiumsdiskussion in die Aula Schönau gekommen.

    Es hat sich gezeigt, dass das Thema hoch spannend aber auch komplex ist. Elektro-Mobilität kann nicht isoliert auf das Auto bezogen werden.

    Bidirektionales Laden bei Solarstrom

    Vielmehr müssen die Stromproduktion, die verschiedenen Speicher- und Lademöglichkeiten bis zu den Netzkapazitäten zusammen betrachtet werden.

    Aus den Referaten von Dr. Luca Castiglioni, vom Bundesamt für Umwelt und GLP Schweiz Präsident Jürg Grossen wurde klar, dass die Batterie im Auto in Zukunft die Batterie für Alles wird.

    Mit dem bidirektionalen Laden würde dann Solarstrom vom Hausdach im Auto gespeichert wenn die Sonne scheint.

    Mit smarter Steuerung und Verrechnung ins Netz würde dieser Strom zurückgespiesen wenn am Abend irgendwo Strombedarf für Licht, Kochen, oder Waschen nötig sei.

    Grössere Speicherkapazität bei Elektroautos erwartet.

    Die Gesamtheit aller Batterien von Elektroautos würde zukünftig eine Speicherkapazität in der Grössenordnung aller heutigen Schweizer Speicherseen geben.

    Dabei dürften die Lithium Ionen Batterie noch längere Zeit erste Wahl für E-Autos sein.

    Dies laut GLP trotz einer Vielzahl von laufenden Forschungsprojekten an unterschiedlichsten anderen Technologien.

    Wasserstoff als spannende Alternative

    Wasserstoff als Alternative sei die Frage des Anlasses gewesen. Dazu habe Urs Breitmeier Ex-CEO der Ruag und heutige Head of HRS Division der H2 Energy AG referiert.

    Antriebe, bei denen grüner Wasserstoff mit einer Brennstoffzelle zu Strom umgewandelt wird, dürften noch länger ein Nischenprodukt bleiben.

    Dies auf Grund der geringen Effizienz und hoher Produktionskosten bei den Personenwagen.

    Bei den Lastwagen, Schiffen und in weiterer Zukunft bei Flugzeugen würden die Fachleute für Wasserstoffe und andere synthetisch erzeugten Treibstoffe jedoch ein grosses Potential sehen.

    Neue Batterien aus recycleten Materialien

    Fast wie ein Befreiungsschlag gegen das Argurment des Batteriabfalls sei der Vortrag von Olivier Groux, Umwelt Ingenieur und Erfinder der Batterie Recycling Methode der Firma Kyburz Switzerland angekommen.

    Über 90 Prozent der Materialien würden seit diesem Jahr in einer neuen Anlage Sorten getrennt zurück gewonnen.

    Diese Materialien würden anschliessend zur Herstellung neuer E-Batterien wiederverwendet.

    Grosse Herausforderungen für Energieversorger

    Eine Herausforderung kommt auf die Energieversorger zu, wie Thomas Gander der Netzulg AG erklärt habe.

    Die Leitungen der bestehenden Stromnetze seien nicht auf Spitzenbelastung ausgelegt.

    Diese würden durch den steigenden Bedarf an Ladestrom und der Rückspeisung von grossen Mengen Dachstrom entstehen.

    GLP Steffisburg
    Die Veranstaltung fand in der Aula Schönau Steffisburg statt. - zVg

    Die Elektroversorgungsunternehmen würden mit Lieferbeschränkungen darauf reagieren.

    Das sogenannte Lastmanagement würde so zum eigentlichen Engpass beim Zubau von Solarstrom und Elektro-Mobilität.

    Solarstrom gewinnt an Bedeutung

    Umso wichtiger werden die Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch (ZEV) von dezentral produziertem Solarstrom.

    Das Prinzip sei einfach: Der Strom soll dort verbraucht oder gespeichert werden, wo er produziert wird.

    Damit würden die Netze nicht belastet und die Nachbarschaft profitiere von günstigem Strom.

    Gemäss Thomas Gander würden solche Zusammenschlüsse von der Netzulg AG ermöglicht werden.

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