Stans NW: Nidwaldner Museum widmet Augustina Flüeler eine Ausstellung
Das Nidwaldner Museum in Stans zeigt ab 7. November 2026 das Lebenswerk der Klosterfrau Augustina Flüeler. Sie baute eine international erfolgreiche Paramentenwerkstätte auf.

Schwester Augustina Flüeler (1899–1992) war eine bedeutende Textilkünstlerin des 20. Jahrhunderts. Hinter den Mauern des Klosters St. Klara in Stans entwickelte sie kirchliche Gewänder von aussergewöhnlicher Farbigkeit und Modernität und baute eine international erfolgreiche Paramentenwerkstätte auf. Die neue Ausstellung «Augustina Flüeler. Klosterfrau, Künstlerin, Textilunternehmerin» im Winkelriedhaus des Nidwaldner Museums macht ihr vielseitiges Lebenswerk erstmals in seiner ganzen Fülle sichtbar. Zeitgleich erscheint auch eine Publikation.
Schwester Augustina Flüeler verband aussergewöhnliches handwerkliches Können und künstlerische Begabung mit unternehmerischem Weitblick. Ihre Paramente wurden in die ganze Welt exportiert. Als international vernetzte Künstlerin veröffentlichte sie zudem Bücher über ihr Schaffen, die sogar ins Japanische übersetzt wurden. Zugleich führte sie im Kloster St. Klara eine erfolgreiche Manufaktur mit hervorragend ausgebildeten Mitarbeiterinnen.
Tradition und Innovation kunstvoll verwoben
Die Ausstellung bringt die raffinierten Stoffe und Gewänder wieder ans Licht. In ihrer Vielfalt zeigen sie, wie Schwester Augustina Flüeler Tradition und Innovation, Präzision und Kreativität sowie lokale Verwurzelung und internationale Offenheit miteinander verband. Die Ausstellung gibt zugleich Einblick in die Techniken des Webens und Stickens und lädt die Besucherinnen und Besucher dazu ein, selbst gestalterisch tätig zu werden.
Die Grundlage der Ausstellung bildet das Textilarchiv der Paramentenwerkstätte von Schwester Augustina Flüeler. 2017 wurde der Bestand aus dem Kloster St. Klara in die Sammlung des Nidwaldner Museums überführt.
Für die Ausstellung wurde der Bestand intensiv erforscht. Anhand der Archivunterlagen konnte gezielt nach erhaltenen Paramenten gesucht werden. Viele der einst in Stans entworfenen, gewobenen und gefertigten Gewänder kehren nun für die Ausstellung an ihren Ursprungsort zurück.
Die Ausstellung wird von Gabriela Christen, Tina Moor und Carmen Stirnimann kuratiert. Für Szenografie und Gestaltung zeichnen Bernhard Duss und Megi Zumstein verantwortlich.
Umfassende Publikation zum Lebenswerk
Zur Ausstellung erscheint im Verlag Scheidegger & Spiess die gleichnamige Publikation «Augustina Flüeler. Klosterfrau, Künstlerin, Textilunternehmerin». Sie arbeitet das Leben und Werk der Künstlerin umfassend auf und eröffnet zugleich die neue Buchreihe des Nidwaldner Museums.
Anton Flüeler: Bruder, Künstler und Inspirationsquelle
Parallel zur Hauptausstellung beleuchtet eine Kabinettausstellung in der Kapelle des Winkelriedhauses das breite künstlerische Schaffen von Anton Flüeler (1898–1960), dem Bruder von Schwester Augustina Flüeler. Der auch als Toni Flüeler bekannte Künstler war Tänzer, Kostüm- und Bühnenbildner im Berlin der Zwischenkriegszeit und später Designer kirchlicher Objekte. Häufig arbeitete er dabei eng mit seiner Schwester zusammen. Die Kabinettausstellung wird von Bettina Staub kuratiert.
Eröffnung der Ausstellungen und Buchvernissage
Die Ausstellungen werden am Freitag, 6. November 2026, um 18.30 Uhr im Winkelriedhaus Stans eröffnet. Um 19.00 Uhr spricht Bildungsdirektor Armin Odermatt ein Grusswort. Anschliessend führen Museumsleiterin Carmen Stirnimann und Co-Kuratorin sowie Co-Herausgeberin Gabriela Christen in die Ausstellungen und die neue Publikation ein. Der Eintritt zur Eröffnung ist frei.
Ausstellungsdaten und Öffnungszeiten
7. November 2026 bis 30. Mai 2027
Nidwaldner Museum, Winkelriedhaus, Engelbergstrasse 54 A, 6370 Stans
Mittwoch: 14.00 bis 20.00 Uhr
Donnerstag bis Samstag: 14.00 bis 17.00 Uhr
Sonntag: 11.00 bis 17.00 Uhr
Geschlossen am 25./26. Dezember 2026 sowie am 1. Januar und 4. Februar 2027.










