Ticino erneut zu stark – Pfanni kassiert 1:6-Pleite
Der UHC Pfannenstiel kassiert zum Jahresauftakt eine deutliche 1:6-Niederlage bei Ticino Unihockey. Trotz guter Phasen blieb die Effizienz aus.

Wie der UHC Pfannenstiel berichtet, misslingt nach dem Aufwärtstrend Ende des letzten Jahres der Start ins neue Jahr gründlich. Die Zürcher Oberländer müssen auswärts bei Ticino Unihockey eine bittere 1:6-Niederlage einstecken und kassieren die neunte Niederlage in Folge in einem Duell mit den Tessinern. Einziger Torschütze für Pfanni war Stürmer van Welie.
Nach einer beschwerlichen und schneereichen Reise in die Südschweiz startete das Spiel um 18 Uhr mit einer Schweigeminute im Gedenken an die Opfer der Brandkatastrophe in Crans-Montana – ein eindrücklicher Moment. Im Anschluss konnte es losgehen.
Pfanni übernahm von Beginn an das Spieldiktat und zeigte, dass es gewillt war Punkte aus dem Tessin mit nach Hause zu nehmen. Den ersten gefährlichen Abschluss hatte dann Scheuner in der fünften Minute mit einem Abschluss aus der zweiten Reihe und wenig später war es Hafner, der es von der linken Seite versuchte, doch beide Male war der starke finnische Torhüter Kaltiainen auf dem Posten.
Ballverlust bringt den frühen Rückstand
Auf der Gegenseite hatte dann eine Minute später Surakka die erste gute Möglichkeit für die Einheimischen, doch sein Flachschuss war eine sichere Beute von Pfanni-Hüter Schindele. Pfanni tat weiterhin mehr fürs Spiel und kam durch Nideröst (9.) und Luchsinger (13.) zu weiteren guten Torchancen.
Jubeln durften dann aber in der 14. Minute erstmals die Einheimischen. Nach einem Zürcher Ballverlust in der Vorwärtsbewegung landete der Ball beim Schweden Nordh, der viele Freiheiten genoss und aus der Halbdistanz unbedrängt zur 1:0-Führung einschiessen konnte.
In der Folge verlor Pfanni den Faden und die anfängliche Souveränität, konnte das Drittel aber noch ohne weiteren Schaden überstehen. So hiess es nach dem 1. Drittel 1:0 für das Heimteam.
Vom möglichen Ausgleich zum 0:2
Zu Beginn des Mitteldrittels hatten die Zürcher Gäste dann Glück nicht gleich einen weiteren Tiefschlag einstecken zu müssen. Nur acht Sekunden nach Wiederanpfiff stand Captain Monighetti völlig frei vor Schindele, konnte den Ball aber nicht wie gewünscht kontrollieren.
Im Anschluss hatte dann Pfanni einige Möglichkeiten für den Ausgleich, doch Heierli (21.) und Luchsinger (22./23.) scheiterten der Reihe nach aus aussichtsreichen Positionen an Torhüter Kaltiainen. Besser machten es erneut die Einheimischen.
Nach einem Abschlussversuch von Hafner schaltete Kaltiainen blitzschnell. Er lancierte A.Bazzuri, der nach dem Auswurf unbedrängt auf Schindele loslaufen konnte und eiskalt auf 2:0 erhöhte – ein geschenktes Tor und es sollte noch bitterer kommen für die Gäste.
Anschlusstreffer bringt kurz Hoffnung
In der 26. Minute wurde M.Bazzuri wegen eines Stockschlages auf die Strafbank geschickt, doch statt dem Anschlusstor konnte Ticino weiter erhöhen. Erneut stand ein langer Auswurf von Kaltiainen am Anfang.
Mit diesem schickte er A.Tomatis auf die Reise, der zuerst Hurni und anschliessend Schindele aussteigen liess und das Resultat auf 3:0 stellte. Keine Minute später konnte Pfanni die Überzahl aber dann doch noch verwerten.
Nach einem schönen Zuspiel von Nideröst verwertete van Welie aus spitzem Winkel zum 1:3 und brachte die Hoffnung ins Pfanni-Lager zurück. Pfanni hatte nach wie vor viel Ballbesitz, schaffte es nun aber nur noch selten gute Chancen herauszuspielen und vor allem Torhüter Kaltiainen aus seiner Grundposition zu locken und zum verschieben zu zwingen.
Die beste Chance hatte noch Wittig, der in der 30. Minute den Ball erkämpfen konnte, alleine auf das Tessiner Tor loszog, aber den erfolgreichen Abschluss verpasste. Auch das Heimteam konnte keine weiteren Akzente setzen und fokussierte sich auf eine kontrollierte Defensive, was ihnen sehr gut gelang. Somit hiess es nach 40 Minuten 3:1 für das Heimteam.
Ticino macht im Schlussdrittel alles klar
Das letzte Drittel konnte Pfanni dann noch in Überzahl in Angriff nehmen, die beste Chance hatten aber erneut die Tessiner durch A.Bazzuri, der aber an Schindele scheiterte. Kurz nach Ablauf der Strafe durften die Südschweizer aber dennoch jubeln.
Nach einem ersten Block von Ushiu sprang der Ball zu Nordh, dem erneut viel Zeit zugestanden wurde, die er gerne annahm und zum 4:1 erhöhen konnte – definitiv ein gelungenes Comeback für Nordh, der bis Weihnachten noch in der 3.Liga bei SU Mendrisiotto-Ligornetto aktiv war.
Pfanni war nun definitiv geknickt und dies nutzten die Tessiner eiskalt zu weiteren Toren aus. Zwar konnte Schindele in der 46. Minute gegen Surakka noch mirakulös parieren, doch in der 49. und der 51. Minute blieb er dann machtlos.
Zuerst tankte sich M.Bazzuri an Freund und Feind vorbei über das ganze Feld, wo dann A.Bazzuri an den Ball kam und auf 5:1 erhöhen konnte und wenig später war es A.Tomatis, der das einzige Überzahlspiel des Heimteams erfolgreich zum 6:1 verwertete.
Time-out bringt keine Wende
Kurze Zeit später zog Pfanni sein Time-Out ein und versuchte mit einer Mann-Mann-Zuordnung nochmals Druck zu erzeugen und so das Wunder zu schaffen, doch die Tessiner liessen nicht mehr viel zu und konnten den souveränen 6:1-Sieg nach Hause bringen.
Für Pfanni wäre an diesem Abend definitiv mehr möglich gewesen, aber mit nur einem Tor (zum dritten Mal hintereinander gegen Ticino) und zu vielen Aussetzern war auf der anderen Seite des Gotthards definitiv nichts zu holen.
Verteidiger Scheuner zum Spiel: «Wir sind eigentlich gut ins Spiel gestartet, haben aber oft nur mit 95% Einsatz gespielt, was Ticino jeweils eiskalt ausnutzte. Gleichzeitig nutzten wir unsere Chancen nicht, so dass dieses Resultat zu Stande kam, wofür wir verantwortlich sind.
Deshalb liegt es nun an uns, dass wir die richtigen Schlüsse ziehen, gemeinsam an einem Strick ziehen und dann gegen Thun zeigen, dass wir in der Lage sind gegen jedes Team zu bestehen und zu punkten.»
Selbstkritische Worte nach der Niederlage
Auch Teamkollege Hurni war gleicher Meinung: «Gut gestartet, doch dann viel zu schnell nachgelassen, die einfachen Sachen nicht richtig und nicht mit der nötigen Konzentration gemacht.
Einem Rückstand gegen ein so defensiv starkes Team nachzurennen, ist dann schwierig. Dieses Spiel gilt es nun rasch möglichst abzuhacken und sich auf kommende Woche zu konzentrieren.»
Weiter geht es nun am Samstag, 17. Januar 2026 um 18 Uhr zu Hause in der 3-fach Kirchwies in Egg. Gegner ist dabei der unangefochtene Spitzenreiter UHC Thun – eine schwierige Herausforderung, aber Pfanni hat in diesem Spiel definitiv nicht zu verlieren.






