Veganer, Vegis, Gluten: Hüttenwart fühlt sich wie «in Spitalküche»
Die Berghütten-Betreiber Hans und Vreni Winterberger zeigen bei «SRF bi de Lüt», wie sie die Essens-Sonderwünsche ihrer Gäste bewältigen.
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Das Wichtigste in Kürze
- Bei «SRF - Hüttengeschichten» zeigen die Winterbergers ihre Gaststätte auf 3000 Metern.
- Essens-Sonderwünsche der Gäste stellen die beiden vor Herausforderungen.
- Damit sind sie nicht alleine, erklärt der SAC-Hüttenverband.
Im Format «Hüttengeschichten» besucht SRF diverse Betreiber von Berghütten des Schweizer Alpenclubs (SAC). Die Kamera begleitet dabei auch Hans und Vreni Winterberger.
Sie sind seit 2004 Gastgeber der Finsteraarhorn-Hütte in den Berner Alpen. Auf 3000 Metern bietet das Ehepaar Berggängern einen Schlafplatz und – natürlich – auch Verpflegung. Doch genau Letzteres stellt die beiden vor Herausforderungen.
Zwischen beeindruckenden Landschaftsaufnahmen und dem romantischen Hüttenalltag zeigt der Beitrag auch die andere Seite der Medaille: Die Hüttenwarte sehen sich zunehmend mit speziellen Essenswünschen ihrer Gäste konfrontiert.
«Wie in einer Spitalküche»
Hans Winterberger spricht im TV von einem Zustand «wie in einer Spitalküche». Ihm sei bewusst, dass diese Aussage «vielleicht ein wenig provokativ» sei.
Doch die Sonderwünsche der «Möchtegern-Vegetarier» würden die Organisation komplizierter machen.
Dennoch: Weder Veganer, noch glutenfreie Gäste müssen bei den Winterbergers hungern. SRF zeigt, wie das glutenfreie Brot auf ihrem Küchentresen weggeht wie warme Weggli. Die Betreiber berücksichtigen jeden Wunsch.
Viele Berghütten betroffen: «Herausforderung»
Die Hüttenwarte des Finsteraarhorns seien mit den Herausforderungen nicht allein, so Bruno Lüthi, Fachleiter des SAC-Hüttenbetriebs, gegenüber Nau.ch: «Auch in grossen Hütten mit 100 und mehr Übernachtungsgästen sind die unterschiedlichen Essenswünsche eine Herausforderung.»
Wenn die Hütte voll ist, stossen nicht nur Vreni und Hans Winterberger mit Küche und Infrastruktur an ihre Grenzen.
Mit nur wenigen Herdplatten sei das parallele Zubereiten von sowohl vegetarischen wie auch Fleisch-Menüs kein Leichtes, so Lüthi. Ganz zu schweigen von weiteren angepassten Mahlzeiten für unterschiedlichste Bedürfnisse.
Gleichzeitig betont der Fachleiter, dass in allen SAC-Hütten grundsätzlich immer auch ein fleischloses Gericht angeboten werde. Manche Betriebe setzten sogar ganz oder an mehreren Tagen bewusst auf umfangreiche vegetarische Menüs.
Sowohl die SRF-Sendung wie auch der SAC-Fachleiter verdeutlichen: Auf 3000 Höhenmetern ist nicht alles möglich. Hier gilt: Wer höher steigt, sollte bereit sein, seine Ansprüche tiefer zu schrauben.

















