Sils im Engadin GR: 25 Sondierbohrungen für den Tunnel Silsersee

Für den geplanten Tunnel am Silsersee bei Sils im Engadin GR bohrt das Tiefbauamt Graubünden bis zu 140 Meter tief. Die Arbeiten dauern bis Herbst 2026.

Sils im Engadin GR
Sils im Engadin GR: Der Julierpass im Kanton Graubünden (Symbolbild) - Nau.ch / Simone Imhof

Das Tiefbauamt (TBA) führt entlang des geplanten Tunnelverlaufs insgesamt 25 Sondierbohrungen durch. Die Bohrungen reichen je nach Standort zwischen 30 und maximal 140 Meter tief in den Untergrund. So kann das TBA die Eigenschaften im Berginnern am Ort des geplanten Tunnels erkunden.

«Die Erkenntnisse aus den Untersuchungen sind entscheidend, um die technische Machbarkeit des Tunnels fundiert beurteilen und die weitere Projektierung auf eine verlässliche Grundlage stellen zu können», erläutert Kantonsingenieur Reto Knuchel.

Bohrungen zeigen die beste Lage des zukünftigen Tunnels

Neben dem Verlauf der Felsgrenze untersucht das TBA mit den Bohrungen auch den Aufbau und die Lagerung der Lockergesteine sowie die Grund- und Bergwasserverhältnisse.

Zum aktuellen Zeitpunkt ist der Tunnel Silsersee etwa auf dem gleichen Höhenniveau wie das heutige Trassee der Malojastrasse vorgesehen. Wenn die Ergebnisse zeigen, dass der Tunnel in bautechnisch günstigem Fels zu liegen kommt, wäre der Bau deutlich einfacher und damit auch günstiger als im losen Gehängeschutt. Sollten die Sondierbohrungen jedoch zeigen, dass auf der geplanten Linienführung mit Lockergesteinsstrecken zu rechnen ist, wird das TBA eine Verschiebung des Tunnels tiefer ins Berginnere prüfen.

Arbeiten an exponierten Standorten laufen noch bis Ende Herbst 2026

Die Bohrarbeiten erfolgen je nach Standort mit Raupenbohrgeräten oder stationären Bohranlagen. Die kürzeren Bohrungen im Bereich der beiden Portale bei Sils/Föglias (Portal Ost) und Plaun dal Crot (Portal West) konnten in vergangenen zwei Monaten bereits abgeschlossen werden.

Noch im Gang sind die längeren Bohrungen an teilweise abgelegenen und exponierten Standorten. Die geologischen Untersuchungen sollen voraussichtlich im Herbst 2026 abgeschlossen werden.

Langfristige Sicherung der Malojastrasse

Die aktuellen Untersuchungen bedeuten noch keinen Baubeginn des Tunnels Silsersee.

Die Abklärungen stehen im Zusammenhang mit der langfristigen Sicherung der Malojastrasse. Entlang des Silsersees besteht insbesondere im Winter eine Gefährdung durch Lawinen, im Sommer durch Rüfen sowie Stein- und Blockschlag. In den vergangenen Jahren musste die Strasse deshalb wiederholt für mehrere Stunden gesperrt werden.

Mit dem geplanten Tunnel soll die Strassenverbindung künftig dauerhaft aus dem gefährdeten Bereich verlegt werden. Ziel ist eine langfristig sichere und möglichst ganzjährig verfügbare Verbindung entlang des Silsersees.

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