Wie die Manufactura Engiadina mitteilt, will der Verein das Château in St. Moritz zu einem ‹Social House für die jungen Künste› entwickeln.
Das Château in St. Moritz
Das Château in St. Moritz - Verein Manufactura Engiadina

«Es ist eine Ehre, einen so alten und geschichtsträchtigen Ausstellungsort zu beerben, im Herzen von St. Moritz. Wir sind unheimlich dankbar und zugleich unendlich respektvoll vor der Arbeit unserer Vorgängern, die uns ihr ‹Château› in die Hände gegeben haben. Namentlich Heidi Kopp und Renato Faoro, Andrea und Max Schneider und Alexandra Marxer. Danke ! Ein Vertrauen das wir uns erst verdienen müssen!»:

Mit dem ganzen Team des ehrenamtlichen Verein Manufactura Engiadina haben Mic Schneider, Gastronom, la baracca & chamanna, und Carolin A. Geist, Kunstmanagerin, Kuratorin, Vivents.com, St. Moritz Art News, und bald Herausgeberin des ersten Kunstmagazins rund um das Engadin, Engadin Art Magazine, Launch Juni 2022, den Lead übernommen, das Château zu führen.

Schneider als Leiter des Schlosses und Geist als Kuratorin der Ausstellungen. Zum Kernteam des Vereins gehören aktiv auch Tamara Salathé und Michael Ambrosch.

Es soll ein ‹Social House für die jungen Künste› sein

«Wir wollen kein Party-Veranstaltungsort sein – wir wollen auch keine Galerie sein, schon kein Ausstellungsort mit weissen kahlen Wänden und Hemmschwelle hereinzugehen, wir wollen ein ‹Social House für die jungen Künste› sein» so Schneider.

Nach innen ist es eine Homebase für den Verein, um sich zu treffen und gemeinsam die kommenden Aktivitäten zu planen. Nach aussen lädt das hölzerne Schlösschen zu Ausstellungen ein, junge, frische, noch meistens unentdeckte, lokale, einheimische Talente zu entdecken.

Das Konzept «African Contemporary Art x Young Engadin Art» wird erarbeitet

Damit jedoch junge Künstler mehr Publikum erwarten können als ihre Eltern, ihre Freunde und die Geschwister, hat sich das Team der Manufactura Engiadina einen neuen USP überlegt, den es noch nicht so im Engadin gibt:

«African Contemporary Art x Young Engadin Art» – junge zeitgenössische Afrikanische Kunst trifft auf junge zeitgenössische Engadiner Kunst – denn so fungiert das Eine als Magnet und Hebel für den Anderen.

Nicht nur ist Zeitgenössische Afrikanische Kunst sehr im Kommen weltweit und noch gar nicht vertreten im Engadin, auch verbinden sowohl Schneider wie Geist viel mit dem Kontinent. Schneider baute in Ost-Afrika ein soziales Projekt auf, Geist in West-Afrika.

Carolin A. Geist «Ich pilgere jährlich nach Senegal. Es ist ein notwendiger Gegenpol zur Blase, in der wir in St. Moritz leben. Ich arbeite mit vielen Künstlern aus Dakar nun schon lange zusammen und ihre Kunst finde ich so frisch, so ehrlich: Nicht einfach eine Antwort auf die Nachfrage des Marktes.»

Die junge afrikanische Kunst und junge Engadiner Kunst ergänzen sich

Beide erklären, dass junge afrikanischer Kunst und junge Engadiner Kunst sich auf ganz wundersamen Weise ergänzen. Durch die unerwartete Gegenüberstellung werden die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Kulturregionen erst magisch und offensichtlich verdeutlicht.

Im untersten Stockwerk gibt es eine sneak Preview zu einer noch kommenden Ausstellung des jungen afrikanischen Künstlers aus Senegal: Sandiry Niang.

Sein Leben lang beschäftigt er sich schon damit, wie gehemmt sich das Individuum in Entwicklungsländern entfaltet, wenn ein Kind in einem Raum mit bis 15 bis 20 anderen Kindern aufwächst und daher unter steter Beobachtung steht.

Niemals alleine ist. Ihm gegenübergestellt ist der Manufactura-Künstler Gabriele Marinoni, mit seinen Gipsarbeiten.

Die Fotografin Agostina Schnenone kommt ursprünglich aus Argentinien

Auf Niangs «Social Narrowness» antwortet die junge Fotografin Agostina Schnenone, ursprünglich aus Argentinien, und nun glückliche Zweitheimische in St. Moritz, mit ihren atemberaubenden Fotografien:

In der westlichen Welt wachsen wir nicht nur mit einer andern Sozialen Architektur auf, Haushalte mit 1-2-3 Kindern, in dem jedes sein eigenes Zimmer bekommt und somit einen ganz anderen Einstieg in der Entfaltung des Individuums geschenkt bekommt.

Vielmehr haben wir sogar den Luxus, nicht nur nicht unter stetiger Beobachtung einer über-grossen Familie auf engem Raum aufzuwachsen – wenn es uns schlecht geht, erweitern wir unseren Wohlfühlraum auf die ganze Natur um uns herum, die wir gerne ganz alleine geniessen.

Im März 2022 findet eine Ausstellung von Tilly Joos statt

Beide vom Verein kuratierte und zusammenspielende Etagen flankieren einen external Pop-Up des Deutschen Lichtkünstlers Kilian Saueressig, auf der mittleren Etage.

Dieser ist bekannt für seine Monumentalen Ausstellungen in denen er grosse skulpturale Lichtwerke in fantastische Räumlichkeiten bettet, wie letztens in das Bayrische Nationalmuseum, 2021 oder in die Nationalbibliothek Venedig, 2021 ebenfalls.

Das Manufactura Team freut sich auch auf die sofort danach kommende Ausstellung, die einer jungen noch unentdeckten Engadinerin mit sehr viel Talent gewidmet ist: Tilly Joos. Die Vernissage findet am 5. März 2022 statt.

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