Kanton St. Gallen: 1600 Arbeitnehmende pendeln neu ohne Auto
Im Kanton St. Gallen verzichten dank der Ostschweizer Mobilitätsallianz über 1600 Arbeitnehmende aufs Auto. Neu macht auch HOCH Health Ostschweiz mit.

Einen schweizweit einzigartigen Ansatz zur CO2-Reduktion verfolgt die Ostschweizer Mobilitätsallianz. Erstmals ist die Wirkung bezifferbar: Dank der Mobilitätsallianz pendeln bereits über 1'600 Arbeitnehmende im Kanton St. Gallen nicht mehr mit dem Auto. Das senkt den CO2-Ausstoss und schützt das Klima.
Gleichzeitig reduzieren sich dadurch Staus und Lärmemissionen. Pendlermobilität macht rund ein Drittel des Gesamtverkehrs im Kanton St. Gallen aus und ist damit ein zentraler Hebel, um die Verkehrs- und Klimaziele des Kantons zu erreichen. Ein Handeln beim motorisierten Verkehr ist notwendig, denn aktuelle Auswertungen zeigen: Während bei den Haushalten und der Wirtschaft die energetischen Emissionen fast zielmässig sinken, verharren die Emissionen beim motorisierten Verkehr auf dem ursprünglichen Niveau respektive steigen gar.
Gemeinsam mit Unternehmen entwickelt die Mobilitätsallianz deshalb datenbasierte und nachhaltige Mobilitätsangebote. Dafür analysiert die Allianz Verkehrsmuster systematisch, identifiziert Verlagerungspotenziale und schafft Lösungen, die den öffentlichen Verkehr stärken und für Unternehmen neue Möglichkeiten für eine nachhaltige Arealentwicklung eröffnen. Die Mobilitätsallianz ist damit einzigartig in der Schweiz.
Sie zeigt, wie Unternehmen, Tarifverbünde und Behörden zusammen innovative Lösungen zum klimaschonenden Pendeln entwickeln. Gleichzeit zeigen die Unternehmen, dass Standortentwicklung, Arbeitgeberattraktivität und ökologisches Engagement kein Widerspruch sind.
Jede fünfte Person pendelt neu ohne Auto
Bereits Teil der Mobilitätsallianz sind die Unternehmen SFS, Leica, Bühler, Thyssenkrupp, VAT, Hilti, Thurgauer Kantonalbank, Swissoptic und Escatec. Daten dieser Unternehmen zeigen, dass dank den neuen Lösungen der Mobilitätsallianz jede fünfte angestellte Person neu auf das Auto zum Pendeln verzichtet. Das entspricht der Anzahl Autos von sechs Fussballfeldern oder – in Personen gemessen – fünf voll besetzten SOB-Zügen.
Neu stösst auch HOCH Health Ostschweiz zur Mobilitätsallianz. Das Unternehmen mit über 8'000 Mitarbeitenden führt an sämtlichen Standorten ein modernes Mobilitätskonzept ein. Weitere Unternehmen stehen bereits in Verhandlungen mit der Allianz.
Konkrete Lösungen anstatt Absichtserklärungen
Die Mobilitätsallianz versucht, den Mitarbeitenden der teilnehmenden Unternehmen eine attraktive Alternative zum Autopendeln zu bieten. Das bedeutet konkret eine verbesserte öV-Anbindung, Veloinfrastruktur und die Anbindung auf der letzten Meile. Dank der Echtzeitanalyse mit Mobilfunkdaten können dabei die Angebote mit den höchsten Potenzialen priorisiert werden.
Dadurch werden öV-Angebote für die Arbeitnehmenden eingeführt, die zeitgleich einen hohen Kostendeckungsgrad für die öffentliche Hand bieten. Wichtig ist dabei, dass die Realisation innert Monaten stattfindet, anstatt in den üblicherweise länger andauernden Planungszyklen. Konkret konnten so diese Angebote eingeführt werden:
SFS: Optimierung der Buslinien-Anbindung und Integration von Rent-a-Bike sowie Dott-E-Bikes und E-Trottis
Bühler AG: Zusammen mit der Gemeinde Uzwil Einführung von Dott E-Bikes und E-Trottis für Mitarbeitende und die Gemeinde
Thyssenkrupp: Lancierung eines Express-Busses (über die Autobahn) via LIEmobil ab dem Bahnhof Buchs
VAT: Einführung der Buslinie 415 zur signifikanten Verbesserung der Erreichbarkeit ab Buchs
Innovation Tarifverbund: grenzüberschreitendes 3-Länder-Abo Vorarlberg, Liechtenstein, Ostschweiz
Innovation Tarifverbund: öV-Abos zum jährlichen Fixpreis für Unternehmen
SFS hat 2025 am Standort Heerbrugg ein ganzheitliches Mobilitätskonzept eingeführt. Es bietet den Mitarbeitenden dank kostenlosen ÖV-Tickets oder einem Zuschuss fürs Velo sowie moderaten Parkgebühren maximale Flexibilität bei der Pendlermobilität. Seither stehen neu ganzjährig 400 Autos weniger auf dem Parkplatz und viel mehr Mitarbeitende nutzen den ÖV.
Ein Teil der frei gewordenen Fläche wurde zu einem attraktiven Aussenbereich für das Personalrestaurant umgestaltet.






