Kanton Solothurn: Medizinaltechnik dreimal stärker als im Schweizer Schnitt
Die neue Statistikbroschüre «Kanton Solothurn in Zahlen» zeigt den Kanton Solothurn als Industriekanton – mit Spezialisierung auf Medizinaltechnik und Uhren.

Hintergrund: Die Publikation «Kanton Solothurn in Zahlen» bietet jedes Jahr auf rund 100 Seiten einen kompakten und anschaulichen Überblick über Strukturen und Entwicklungen im Kanton – von Wirtschaft und Arbeit über Wohnen, Mobilität und Umwelt bis zu Bildung, Sozialem, öffentlicher Sicherheit und Politik.
Ausgeprägte industrielle Spezialisierung
Solothurn ist überdurchschnittlich industriell geprägt: Der Sekundärsektor stellt rund 30 Prozent der Beschäftigung, gegenüber gut 23 Prozent im Schweizer Durchschnitt. Besonders ausgeprägt ist die Spezialisierung in drei Schlüsselbranchen. Gemessen am Beschäftigungsanteil ist der Kanton in der Medizinaltechnik rund dreimal und in der Uhrenindustrie doppelt so stark vertreten wie die Schweiz insgesamt.
Die grösste der drei Branchen ist die MEM-Industrie (Maschinen, Elektronik und Metall) mit rund 10’600 Vollzeitäquivalenten, vor der Uhrenindustrie (rund 2’900) und der Medizinaltechnik (rund 2’600).
Industrie und Medizinaltechnik prägen den Export
Die Exporte des Kantons erreichten 2025 rund 4,55 Milliarden Franken. Grösste Exportbranche ist die MEM-Industrie (Maschinen, Elektronik und Metall), gefolgt von der Medizinaltechnik und der Uhrenindustrie. Wichtigste Absatzmärkte sind Deutschland (1,11 Milliarden Franken) und die USA (701 Millionen Franken), die zusammen rund 40 Prozent der Ausfuhren aufnehmen.
Nach drei rückläufigen Jahren liegen die Exporte rund 10 Prozent unter dem Vorjahr.
Luftbelastung geht deutlich zurück
Die mit Passivsammlern gemessene Belastung durch Stickstoffdioxid (NO2) ist an allen Standorten stark gesunken. An der am stärksten befahrenen Messstelle in Olten fiel der Jahresmittelwert zwischen 2006 und 2025 (von 57 auf 24 Mikrogramm pro Kubikmeter) und hat sich damit mehr als halbiert. Seit 2023 liegen sämtliche Messstandorte – auch die verkehrsnahen – erstmals unter dem Immissionsgrenzwert von 30 Mikrogramm pro Kubikmeter.
Der Rückgang spiegelt verschärfte Abgasnormen und die Erneuerung der Fahrzeugflotte wider.
Leerwohnungen: weiterhin über dem Landesdurchschnitt
Die Leerwohnungsziffer – der Anteil leerstehender, zur Vermietung oder zum Verkauf ausgeschriebener Wohnungen – ist im Kanton Solothurn vom Höchststand von 3,4 Prozent (2019) auf 2,1 Prozent im Jahr 2025 gesunken. Damit liegt sie weiterhin deutlich über dem Schweizer Durchschnitt von 1,0 Prozent – ein Hinweis auf ein vergleichsweise grosses Wohnungsangebot.
Vermögensdelikte dominieren – Einbruchdiebstähle auf Höchststand
Von den 23’227 im Jahr 2025 angezeigten Straftaten nach Strafgesetzbuch entfallen knapp zwei Drittel auf Vermögensdelikte. Innerhalb dieser Gruppe zeigt sich über die Zeit eine deutliche Verschiebung: Der betrügerische Missbrauch einer Datenverarbeitungsanlage hat sich seit 2016 von 127 auf 504 Fälle nahezu vervierfacht. Auch die Einbruchdiebstähle erreichen mit 1’951 einen Höchststand.
Wohin die öffentlichen Mittel fliessen
Kanton und Gemeinden gaben 2024 zusammen rund 4,48 Milliarden Franken aus – umgerechnet gut 15’290 Franken je Einwohnerin und Einwohner. Am meisten entfällt auf die soziale Sicherheit (rund 4’000 Franken pro Kopf), die Bildung (rund 3’860 Franken) und die Gesundheit (rund 2’030 Franken) – zusammen rund 64 Prozent des Gesamtaufwands. Am geringsten fällt der Mitteleinsatz für Kultur, Sport und Freizeit aus.
Tourismus: Rückkehr der asiatischen Fernmärkte
Der Kanton zählte 2025 einen neuen Ankunftsrekord von 239’134 Gästen. Deutschland bleibt die wichtigste ausländische Herkunftsnation, während die Fernmärkte deutlich zulegen: China hat seine Logiernächte gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt und rückt auf den zweiten Platz vor, auch Indien legt kräftig zu. Am längsten verweilen Gäste aus Polen mit durchschnittlich 5,8 Nächten.










