Pendler leiden: Mitpassagiere stinken schon am Morgen nach Schweiss
Die Schweiz hat mehrere Hitzewellen hinter sich – auch heute Mittwoch wird es erneut über 30 Grad. Feine Nasen leiden im ÖV.

Das Wichtigste in Kürze
- Pendler leiden unter dem Schweissgeruch ihrer Mitpendler.
- Betroffene bemerken ihren eigenen Körpergeruch laut Knigge-Expertin oft zu spät.
- Ersatzkleidung, Baumwolle und weniger Parfüm helfen gegen unangenehme Gerüche.
Die Schweiz hat mehrere Hitzewellen hinter sich. Auch heute wird es nach einer kurzen Abkühlung wieder bis zu 32 Grad.
Mühe beim Einschlafen, geschwollene Füsse, Kreislaufprobleme, und und und: Die Hitze bedeutet für viele Stress – doch für feine Nasen kommt noch ein weiterer Faktor dazu. Unangenehme Gerüche im ÖV, beim Arbeiten oder unterwegs in der Stadt.
Klar – wenn es heiss ist, schwitzt man.
«Einige gehen offenbar nicht duschen»
«Ich verstehe, dass wir nach der Arbeit abends im Zug nicht mehr frisch riechen», sagt Pendler Bernhard K.* zu Nau.ch. «Ich schwitze jeweils auch.»
Was ihm jedoch auffällt: «Einige gehen offenbar zu Hause nicht duschen und ihre Kleider auswechseln. Es riecht im ÖV, am Bahnhof und in der Stadt zum Teil schon frühmorgens nach Schweiss.»

Kürzlich sei er um kurz vor 6 Uhr morgens in den Zug gestiegen, um zur Arbeit zu gehen. «Bei der nächsten Station setzte sich ein junger Mann mir gegenüber hin, der so roch, dass ich mich umsetzen musste.»
Die Hitze war in den letzten Tagen so drückend, dass es auch in der Nacht immer wieder kaum richtig abkühlte. Gut möglich also, dass einige zwar abends duschen, nachts aber schwitzen und darum schon morgens wieder «schweisselen».
«Ich will niemandem einen Vorwurf machen», sagt K. darum. «Wir leiden schliesslich alle. Aber das ändert nichts daran, dass es im ÖV oft müffelt.»
Ähnlich schlimm seien Parfümwolken. «Auch das riecht in der Hitze noch viel penetranter.»
Wer schlecht riecht, merkt es selbst oft nicht
Auch Knigge-Expertin Susanne Abplanalp kennt das Problem. Sie sagt zu Nau.ch: «Es gibt Menschen, die Körpergeruch sehr stört. Andere sind weniger empfindlich oder riechen gar nichts.»
Im ÖV rät sie feinen Nasen, sich umzusetzen, wenn es möglich ist. Ansprechen bringe nichts – schliesslich kann der Verursacher im Moment nichts gegen seinen Geruch tun.
«Hingegen würde ich es auf der Arbeit in einem Grossraumbüro dem Kollegen oder der Kollegin mitteilen. Natürlich wertschätzend und unter vier Augen.»
Ein Problem: «Personen, die schlecht riechen, merken es oft selber nicht. Oder es ist zu spät um zu reagieren, weil sie schon im Zug sitzen oder in der Sitzung.»
Anfällig für Schweissgeruch? «Täglich duschen und gutes Deo verwenden»
Wer anfällig ist auf Körpergeruch, dem rät sie, nicht zu enge Kleidung zu tragen. «Zudem sollte man täglich duschen und ein gutes Deo verwenden», so die Knigge-Expertin.
Natürliche Materialien aus Baumwolle oder Leinen seien besonders gut geeignet im Sommer. «Zwischendurch kann man sich abkühlen, indem man kaltes Wasser über die Handgelenke und Ellbogen giesst.»
Es sei auch ratsam, sich nicht zu stark zu bewegen, wenn man könne. Und: keine Lebensmittel wie Zwiebeln, Knoblauch oder stark gewürzte Speisen essen.
Ersatz-T-Shirt mit zur Arbeit nehmen
Wer in der Hitze mit Schweiss und Körpergeruch zu kämpfen hat, kann laut Abplanalp auch ein Ersatz-T-Shirt zur Arbeit nehmen. So kann man sich am Nachmittag wenn nötig umziehen.
«In heissen Ländern sieht man oft, dass die Menschen ein kleines Frotteetuch mit sich tragen. Sie putzen sich damit den Schweiss ab oder machen das Tuch nass, um sich damit abzukühlen.»
Bonus-Tipp: «Bei Fussschweiss helfen oft auch spezielle Einlegesohlen.»
Zum Thema Parfümwolke sagt die Expertin: «Personen, die intensiv Parfum verwenden, machen sich oft zu wenig Gedanken, dass sie vielleicht zu grosszügig mit ihrem Duft umgehen. Andere könnten sich daran stören.»
Oft rieche man mit der Zeit das eigene Parfüm nicht mehr.
*Name von der Redaktion geändert













