Sissach BL: Rund 5000 Gäste feiern 250 Jahre Schloss Ebenrain
Rund 5'000 Personen haben den 33. Ebenraintag in Sissach BL besucht. Im Mittelpunkt standen 250 Jahre Schloss Ebenrain und 70 Jahre Ebenrain-Zentrum.

Der 33. Ebenraintag war auch in diesem Jahr wieder ein Publikumsmagnet. Bei sonnigem Wetter haben rund 5'000 Besucherinnen und Besucher die Informations- und Verpflegungsstände besucht. Im Mittelpunkt des Ebenraintag standen die Jubiläen 250-Jahre Schloss Ebenrain und 70 Jahre Ebenrain-Zentrum.
Der Ebenrain blickt auf eine lange Geschichte zurück:
Vor 250 Jahren wurde das Schloss Ebenrain fertig gestellt und vor 70 Jahren das heutige Ebenrain-Zentrum eröffnet. Seither hat sich viel verändert. Am Ebenraintag wurde an verschiedenen Informationsständen «Der Wandel der Zeit» auf praktische und anschauliche Weise aufgezeigt.
Früher und heute
Auf dem Festgelände zeigten Landwirtinnen und Landwirte, wie früher mit der Sense die Wiese gemäht, Felder mit dem Pferd gepflügt und das Stroh von Hand mit der Gabel verarbeitet wurden. Heute gibt es viele motorisierte Helfer, die den Bäuerinnen und Bauern die Arbeit erleichtern: so konnte das Publikum mit dem Hoflader schwere Ballen stapeln und eine grosse Sammlung an älteren und neueren Traktoren sowie deren Entwicklung bestaunen.
Die Besucherinnen und Besucher konnten ausserdem die Milchgewinnung vom Melkschemel bis zum modernen Melkroboter im Stall verfolgen. Auch ein kleiner Bauerngarten war zu begutachten – ist er doch in den heutigen Wohnquartieren weitgehend verloren gegangen.
Im Wandel der Zeit
Regierungsratspräsident Thomi Jourdan betont in seiner Begrüssung die enge Zusammenarbeit von Verwaltung und Branche. Speziell in einem äusserst anspruchsvollen trockenen Sommer wie 2026 können nachhaltige Lösungen nur in einem guten Dialog erarbeitet werden.
Christoph Böbner, Leiter des Ebenrain, erachtet die Konzentration von grünen Kompetenzen an einem Standort und die kurzen Wege zu den Branchenorganisationen von Landwirtschaft und Natur als besondere Stärke des Zentrums.
Die offene Zusammenarbeit lobt auch Marc Brodbeck, Präsident des Bauernverbandes beider Basel. Er erinnert zudem daran, dass früher für die Arbeit auf dem Feld mehr Leute gebraucht wurden. Heute müssen weniger Bauern mehr bewirtschaften und müssen in der Folge mehr Druck aushalten.
Schlossjubiläum
Zum 250-Jahr-Jubiläum des Schlosses Ebenrain fuhr eigens eine traditionelle Kutsche durch die schattige Allee zum Schloss. Dort standen die Schlosstüren für alle offen und ermöglichten einen Blick in das historische Anwesen. Kurze Schlossführungen informierten über die Geschichte des Schloss Ebenrain.
Wer den Ebenraintag verpasst hat, kann sich im Schlossinnenhof anhand einer Plakatausstellung über die langjährige Geschichte des Schlosses informieren. Die Ausstellung kann bis zum 27. April 2027 täglich im Schlossinnenhof besucht werden.
Im Schlosshof erfuhren die Besucherinnen und Besucher mehr über die damalige Seidenband-Produktion, die eng mit dem Schloss und der einstigen Schlossgründerfamilie Bachofen verbunden ist.
Neben dem attraktiven und äusserst vielfältigen Rahmenprogramm genossen die Besucherinnen und Besucher die vielfältige Verpflegung und den Markt mit regionalen Produkten. Kinder erfreuten sich insbesondere an den beliebten Attraktionen wie der Strohburg, dem Ponyreiten, der Hüpfburg und dem Streichelzoo.
Das Schloss Ebenrain in Sissach feiert sein 250-jähriges Bestehen.
Das Schloss Ebenrain thront heute mit seiner leuchtenden Fassade und den blauen Fensterläden vor den Toren Sissachs. Erbaut wurde das auffällige Gebäude vom Basler Seidenbandfabrikanten Martin Bachofen-Heitz (1727-1814). Die Familie Bachofen wohnte damals in Basel am Münsterplatz im Rollerhof und nutzte den Ebenrain lediglich als Sommersitz.
In den letzten 250-Jahren haben die insgesamt zwölf Besitzer das Anwesen erweitert und das Aussehen und die unmittelbare Umgebung mitgeprägt.
Seit 1951 befindet sich das Schloss im Besitz des Kantons Basel-Landschaft
Eine umfassende Sanierung in den Jahren 1986 bis 1989 verlieh dem Gebäude sein heutiges Erscheinungsbild. Die immer noch sehr imposante und ehrwürdige Lindenallee im Süden lädt heute noch zu einer Promenade durch den Schlosspark ein.
Das Schloss dient dem Kanton heute als Repräsentationsgebäude und ist immer am traditionellen Ebenraintag der Öffentlichkeit zugänglich.
Weitere Veranstaltungen
Neben dem 250-Jahr-Jubiläum des Schloss Ebenrain feiert das Ebenrain-Zentrum das 70-jährige Bestehen. Was 1956 als land- und hauswirtschaftliche Bildungsstätte begann, entwickelte sich bis heute zu einem Kompetenzzentrum für Landwirtschaft, Natur und Ernährung.
1919 wurde in Liestal auf Druck des hiesigen Bauernverbands eine landwirtschaftliche Schule initiiert. Mit dem Kauf des Ebenrain im Jahr 1951 ergab sich für den Kanton die Möglichkeit, in Sissach eine moderne Ausbildungsstätte zu schaffen, die 1956 bezogen und feierlich eröffnet werden konnte.
Landwirtschafts- und Hauswirtschaftsschule
Das junge Zentrum legte grossen Wert auf die praxisnahe Ausbildung: von rund 40 Wochenlektionen wurden 10 bislang theoretische Lektionen durch Praxisstunden ersetzt.
Pionierarbeit leistete der Ebenrain zudem schweizweit für den Biolandbau
Der damalige Schuldirektor Dr. Otto Buess beschloss 1971 den Schulgutsbetrieb auf Biolandbau umzustellen und das Thema ins Unterrichtsprogramm aufzunehmen.
Aufbau des Kompetenzzentrums für Landwirtschaft
In den 90er-Jahren wurden schrittweise diverse landwirtschaftliche Fachstellen von Frenkendorf und Liestal an den Ebenrain verlegt. Sinkende Schülerzahlen und zusätzliche Verwaltungsaufgaben legten im Zuge der neuen Agrarpolitik dann eine organisatorische Bündelung von landwirtschaftlichen Kompetenzen am Ebenrain nahe.
Zusätzliche grüne Kompetenz
Die Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion VGD beschloss 2015 auch die Fachstelle Natur- und Landschaft an den Ebenrain zu verlegen. Dadurch entstanden Synergien mit der Landwirtschaft und dem Natur- und Landschaftsschutz.
Ein Jahr später ist das Amt für Wald und Wild beider Basel 2016 an den Standort Ebenrain umgezogen.
Die landwirtschaftliche Haushaltungsschule wird seit Anfang der 2000-er Jahre in die Nachbarkantonen ausgelagert. Dafür übernimmt das Ebenrain-Zentrum für Landwirtschaft, Natur und Ernährung heute beim Thema nachhaltige und regionale Ernährung eine Vorreiterrolle.
Am Ebenrain-Zentrum werden in den Bereichen, Landwirtschaft, Natur und Ernährung seit jeher interdisziplinär Lösungen für die Zukunft entwickelt. Die schweizweit einzigartige örtliche Nähe unterschiedlicher Fachbereiche ermöglicht es die Nachhaltigkeit zu leben.










