Wie der Verein FC Gelterkinden mitteilt, gelingt dem FC Gelterkinden endlich der erste Sieg im Derby gegen den SV Sissach mit 3:0.
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Ein Mann hat einen Ball zwischen den Füssen. (Symbolbild). - Keystone
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Was machen sogenannte Derbys aus? Kampf, Emotionen, prickelnde Torszenen, ein turbulenter Spielverlauf. Viel war beim ersten Oberbaselbieter-Derby in dieser Saison davon nicht zu sehen. Je eine «Rudelbildung» nach einem Eckball und nach Spielschluss (ausgelöst durch den entnervten Sissacher Schlussmann) – alle anderen Attribute fehlten eigentlich.

Dies hat damit zu tun, dass beide Teams in der ersten Hälfte eher zaghaft und abwartend ans Werk gingen und – vor allem – dass sich nur eine Mannschaft nach der Pause entscheidend steigern kann; und das ist der FC Gelterkinden.

Zwar reagierte der Sissacher Trainer Isenaj in der Pause konsequent, indem er seinen eigentlichen Schwachpunkt, den linken Verteidiger, in der Kabine liess und durch einen neuen Spieler ersetzte.

Ereignislose erste Halbzeit

Da aber die Offensivleistung seines Teams quasi inexistent war, zeigte diese Korrektur am Ende nicht die erwartete Wirkung. Seinem Team fehlte – vor allem im Angriff – die nötige Klasse. Es gab kaum Angriffe der Gäste, die die Gelterkinder Abwehr beunruhigen konnten. Die einzige Schrecksekunde hatte Goalie Jannis Lüthy, als er in der 60. Minute (beim Stand von erst 1:0) einen gefährlich getretenen Freistoss von Goran Petrovic nicht richtig behändigen konnte und das Leder an die Querlatte prallte.

Das Team von Gelterkinden-Trainer Buccigrossi seinerseits hatte zwar schon in der ersten Halbzeit leichte Vorteile, konnte aber nach den Tee mehr als nur einen Zacken zulegen. Sie zeigten sich nicht nur spielerisch im Gegensatz zu den letzten Auftritten stark verbessert, sondern sie waren ihren Gegenspielern aus Sissach auch athletisch und läuferisch zum Teil klar überlegen.

Mitentscheidend ist sicherlich auch, dass Mittelfeldspieler Gregory Wyttenbach, der in Laufen sehr vermisst wurde, wieder mit von der Partie ist. Er ist der Spieler in den Gelterkinder Reihen, der die Ideen hat und auch – wenn es sein muss – die nötige Ruhe ins Spiel bringt. Dass er dann bereits rund zehn Minuten nach der Pause schon das erste Tor erzielte, war darum auch kein Zufall.

Er profitierte dabei von der Schlitzohrigkeit von Mirco Schumacher, der dem oft (zu) provokativ mit dem Ball am Fuss agierenden Sissacher Torhüter Ilir Misini den Ball stibitzte und ihn Wyttenbach «pfannenfertig» auflegte.

Offensivtrio Wyttenbach/Ciamarello/Schumacher sorgt für die Entscheidung

Überhaupt sind es diese beiden Spieler, die zusammen mit dem schnellen, wendigen und trickreichen Vittorio Ciaramella in der Offensive den Unterschied machten. Natürlich profitierten sie dabei davon, dass ihre Abwehrkollegen alles im Griff hatten und sie immer wieder mit guten Zuspielen versorgten.

Dass dann das dritte und alles entscheidende Tor durch zwei Einwechselspieler herausgespielt wurde, bestätigt, was Trainer Alessandro Buccigrossi nach der Partie zu Protokoll gab: «Unser Vorteil – im Vergleich zu den letzten Saisons – ist der grössere und qualitativ ausgeglichene Kader. Ich kann Spieler einwechseln, ohne dass es einen ‹Bruch› im Spiel gibt und die Qualität sinkt.»

Mit diesen drei Punkten schafft es der FC Gelterkinden einerseits, sich etwas von den ganz hinteren Positionen in der Tabelle abzusetzen. Andererseits dürfte dieser Sieg auch Moral geben und die leichte Verunsicherung nach den letzten beiden, nicht ganz geglückten Auftritten wieder vergessen machen.

Buccigrossi jedenfalls ist sich sicher, dass seine Mannschaft spielerisch durchaus noch «Luft nach oben» hat. Er zeigt sich auch begeistert über die Trainingsleistungen und den Willen, seine vorgegebenen Ideen umzusetzen. Der Trainer weiter: «Meine Erwartungshaltung ist ganz klar: Es ist noch viel mehr möglich.»

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