Wie der Verein SC Düdingen mitteilt, konnte das Herrenteam im Spiel gegen Prishtina Bern mit 4:2 gewinnen.
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Ein Fussball liegt im Gras. - Pixabay
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Der SCD hat sich in einer hitzigen Auswärtspartie gegen Prishtina Bern mit 4:2 durchgesetzt. Trotz doppelter Überzahl brachten sich die Sensler beinahe noch um den Sieg. Doppeltorschütze Loris Descloux erlöste die Gäste in der 94. Minute.

Fussball ist manchmal nur schwer zu erklären: 3:1 führte der SC Düdingen am Samstagabend nach 67 Minuten, agierte mit zwei Akteuren mehr auf dem Kunstrasen – und musste am Ende dennoch um die drei Punkte bangen. Neun beherzte Prishtina-Spieler schafften es in der Schlussviertelstunde, fahrige Sensler im eigenen Sechzehner einzuschnüren. Auf das Prachtstor von Gabriel Lauper folgte nach einem Gewühl im Strafraum ein Elfmeterpfiff, der die Remis-Hoffnungen beim Berner Migrantenteam weiter nährte.

Nervenschonend war das für Düdingen alles nicht, doch wenig später lagen die drei wichtigen Punkte trotz aller Turbulenzen definitiv auf dem Konto der Sensler. Innenverteidiger Zenel Krasniqi hatte den Strafstoss wuchtig an die Querstange gesetzt, und in der ausgedehnten Nachspielzeit gelang dem auffälligen Jungspund und Doppeltorschützen Loris Descloux die endgültige Entscheidung.

«Nach der Unachtsamkeit, die zum 3:2 geführt hatte, fehlten uns die Ruhe und die Erfahrung. Beim Stand von 3:1 habe ich den erfahrenen Victor Girod vom Platz genommen. Wenn man gewusst hätte, dass nach dem Wechsel gleich das 3:2 kommt, hätte man natürlich nicht so gewechselt. Aber das gehört dazu», sagte SCD-Trainer Magnus Baeriswyl, der die Mannschaft in Bern ohne seinen Trainerkollegen Ali Okur orchestrierte. «Im Grossen und Ganzen bin ich aber sehr zufrieden, dass wir hier diesen schwierigen Match gewinnen konnten.»

Prishtina Bern hadert

Alles andere als zufrieden zeigte sich nach dieser zuweilen hitzigen Zweite-Liga-interregional-Partie Prishtina-Trainer Perparim Redzepi, der vordergründig mit der Spielleitung haderte: «Ich weiss langsam nicht mehr, wie ich die Jungs motivieren soll, nicht mit dem Schiedsrichter zu diskutieren. In jedem Spiel gibt es zweifelhafte Elfmeter und Karten gegen uns. Es ist traurig, aber wir müssen das akzeptieren.»

Der 43-jährige Kosovare räumt ein, dass man die Gelben Karten wegen Reklamierens reduzieren müsse, sendet aber Kritik an die Schiedsrichter. «Im Moment ist die Mannschaft, was den Schiedsrichter anbelangt, sehr verunsichert. Wir bekommen aktuell für nichts Gelbe Karten. Als Spieler soll man, solange alles im Rahmen bleibt, Emotionen zeigen dürfen.»

Am Ende muss sich Prishtina die Niederlage allerdings selbst zuschreiben, da die Energien statt ins eigene Schicksal zu oft in ziellose Gespräche mit Schiedsrichter Dominique Schaub investiert wurden. Mit etwas mehr Nervenstärke wären die Platzverweise gegen die Routiniers Alban Murina und Edis Colic zu vermeiden gewesen.

Yohans versenkt und verschiesst

Dass die Bodenweid-Elf nicht nur reden, sondern auch gut kicken kann, zeigte sie in einer engagierten Startphase, doch Abdourahmane Boiro Balde konnte den besten Angriffsvortrag aus nächster Nähe nicht in eine frühe Führung ummünzen. Vor dem anderen Tor machte es SCD-Topskorer Yaël Yohans, der in der 25. Minute einen Elfmeter über den Kasten beförderte, besser und netzte nach starker Vorarbeit von Girod zum 1:0 ein.

Nach einer Phase mit Schussabgaben auf beiden Seiten gelang dem aktiven Boiro Balde bei einem Nachschuss doch noch sein verdienter Treffer. Der auswärts noch ungeschlagene SCD nutzte in der Folge die vorerst einfache Überzahl aus und legte dank eines sicher verwandelten Penalty-Treffers von Armando Waeber noch vor der Pause wieder vor.

«Er ist enorm stark im Kopf»

Herausgeholt hatte den Strafstoss Loris Descloux, der in der zweiten Hälfte mit seinen zwei wichtigen Treffern zum Matchwinner avancierte. SCD-Trainer Baeriswyl hatte für die reife Leistung des 19-jährigen Talents denn auch nur lobende Worte übrig: «Er hat sehr gut trainiert und sich schon über Wochen aufgedrängt. Er ist enorm stark im Kopf, das war in dieser Partie sehr wichtig. Zudem hat er sowohl defensiv wie offensiv seine Stärken.»

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