Einsiedeln erklärt die Arbeit der Kläranlage
Die Gemeinde Einsiedeln zeigt, wie die ARA Abwasser reinigt und warum schädliche Stoffe sowie falsche Entsorgung die Gewässer gefährden.

Wie die Gemeinde Einsiedeln mitteilt, tut ein kühles Bad im See oder Bach gut. Saubere Gewässer sind aber keine Selbstverständlichkeit, dahinter steckt viel Infrastruktur, Technik und Arbeit.
Denn ohne Abwasserreinigungsanlagen (ARA) wären unsere Gewässer eine Kloake. Eine ARA kann jedoch nicht alles gleich gut aufnehmen und reinigen. Daher ist es wichtig, dass nur das in die ARA kommt was auch dort hingehört.
Funktion und Aufgabe einer ARA
Abwasser besteht hauptsächlich aus organischem Material (zum Beispiel Kot), sowie aus Stickstoff- und Phosphorverbindungen (zum Beispiel aus Urin). Leider befinden sich auch viele Feststoffe wie Plastik- und Metallteile, Sand, Kies und so weiter im Abwasser.
Die Reinigung des Abwassers erfolgt durch die fortlaufende Abtrennung von Schmutzstoffen. Als erstes fliesst das Abwasser durch einen Rechen. Hier werden mechanisch die nicht löslichen Feststoffe entfernt.
Danach folgt der Sand- und Fettfang, wo mit Hilfe von Belüftung Metallteile, Sand, Kies, Fette und Öle getrennt werden. Im Vorklärbecken setzt sich Frischschlamm (Feststoffe) ab. Dieser wird im Faulturm abgebaut wobei Biogas entsteht.
Das teilgereinigte Wasser aus dem Vorklärbecken fliesst weiter in die chemische Reinigung. Die letzte Reinigung erfolgt biologisch mit Hilfe von Bakterien (Belebtschlammverfahren).
Diese Mikroorganismen bauen die organischen Verschmutzungen im Abwasser biologisch ab und wandeln sie in weitgehend harmlose Stoffe um. Je nach Grösse und Ausbaustandard einer ARA folgen weitere Reinigungsstufen.
ARA Einsiedeln
Die ARA Einsiedeln wurde 1978 in Betrieb genommen und verfügt über die drei wichtigsten Reinigungsstufen: Mechanische, chemische und biologische Reinigung. Aufgrund des Bevölkerungswachstums und der Verhaltensänderungen in der Gesellschaft, muss die ARA laufend an neue gesetzliche Vorgaben angepasst und erweitert werden.
Aktuell werden vier von zwölf Klärbecken saniert. Neben dem Betrieb der ARA, der sieben Tage pro Woche gewährleistet ist, kümmern sich die Mitarbeiter auch noch um gut 70 Kilometer Leitungsnetz sowie 26 Pumpstationen und Spezialbauwerke.
Grösste Herausforderung: Giftige Stoffe und falscher pH-Wert
Egal wie technisch ausgereift eine ARA ist oder wie sehr sich die Mitarbeiter engagieren, wenn zu viel giftige Stoffe im Abwasser enthalten sind oder der pH-Wert des Wassers zu hoch oder tief ist, sterben die Mikroorganismen und die biologische Reinigungsstufe funktioniert nicht mehr.
Das muss unbedingt verhindert werden, denn der Aufbau einer neuen Mikrobiologie ist aufwendig und braucht Zeit und Ressourcen. Während dieser Zeit wird das Abwasser nur ungenügend gereinigt. Daher braucht es die Mithilfe aller.










