Schweiz: Stiftung KliK zieht erstmals Bilanz über ein Förderprogramm

    Stiftung Klik
    Stiftung Klik

    Schweiz,

    Die Schweizer Stiftung KliK legt erstmals Bilanz zu einem abgeschlossenen Förderprogramm vor. Gleichzeitig starten in Senegal, Sambia und Malawi neue Projekte.

    Schweiz
    Gemeindehaus (Symbolbild) - Nau.ch / Simone Imhof

    Erstmals zieht die Stiftung KliK öffentlich Bilanz über ein abgeschlossenes Förderprogramm: Der Bericht zum Programm «Klimafreundliche Kälte» zeigt, was 12 Jahre Förderung bewirkt haben und welche Lehren künftige Programme daraus ziehen können. International hält das Tempo an: Senegal und die Schweiz autorisieren ihre erste gemeinsame Klimaschutzaktivität, Sambia die zweite, aus Bangkok treffen neue ITMOs ein und in Malawi kann nun mit der Umsetzung von Klimaschutzaktivitäten begonnen werden.

    Über abgeschlossene Förderprogramme will die Stiftung KliK inskünftig Bilanz ziehen. Den Auftakt macht der Bilanzbericht zum Programm «Klimafreundliche Kälte», das von 2015 bis 2025 als einziges Förderprogramm für stationäre Kälte in der Schweiz den Umstieg auf klimafreundliche Kältemittel und Kälteanlagen unterstützte. Der Bericht zeigt die Wirkung und Kosten des Programms ebenso auf wie die bewirkte Markttransformation und die Grenzen der Förderung.

    An die Kompensationspflicht angerechnet wird nur die nachgewiesene Wirkung. Jede Emissionsverminderung muss zusätzlich sein, wird nach einer festgelegten Methode erhoben, von einer unabhängigen Stelle geprüft und erst danach vom Bundesamt für Umwelt bescheinigt. «Förderprogramme wirken am stärksten als komplementäres Element eines regulatorischen Gesamtrahmens, nicht als dessen Ersatz», lautet die Kernbotschaft des Berichts.

    Während in der Schweiz Bilanz gezogen wird, hält das Tempo in den Partnerländern an: Mit Senegal hat ein weiteres Partnerland seine erste Klimaschutzaktivität gemeinsam mit der Schweiz autorisiert, in Sambia folgte bereits die zweite unter dem bilateralen Klimaabkommen – und aus dem Bangkok-E-Bus-Programm wurden erneut ITMOs ausgestellt.

    Premiere im Senegal: E-Taxis für Dakar

    Am 25. September haben Senegal und die Schweiz die erste gemeinsame Klimaschutzaktivität unter Artikel 6.2 des Pariser Übereinkommens autorisiert. Das «Senegal Mass Car Electrification Programme» ersetzt die überalterte Taxiflotte Dakars schrittweise durch Elektrofahrzeuge. Die rund 25'000 Taxis der Metropolregion sind im Durchschnitt 23 Jahre alt, entsprechend hoch sind Treibstoffverbrauch und Schadstoffbelastung.

    Entwickelt wurde die Aktivität von Motion Energy Group, umgesetzt wird sie von Mbay Mobility; eine Finanzierungslösung erleichtert Fahrerinnen und Fahrern den Zugang zum eigenen Elektrofahrzeug. Die Stiftung KliK kauft die resultierenden ITMOs und macht die Aktivität damit finanziell tragfähig.

    Sambia: Pelletkocher statt Holzkohle

    Ende August autorisierten Sambia und die Schweiz die zweite Aktivität unter ihrem bilateralen Klimaabkommen: «Modern Energy Cooking Zambia» von Emerging Cooking Solutions (SupaMoto). Über 80 Prozent der städtischen Haushalte Sambias kochen mit Holzkohle – mit gravierenden Folgen für die Wälder des Landes und die Gesundheit in den Haushalten. Die Aktivität bringt rund 200'000 moderne Pelletkocher in städtische Haushalte, wobei die Pellets im Inland aus nachhaltigen Sägereiresten hergestellt werden. Das halbiert die Brennstoffkosten der Haushalte.

    In Malawi gewinnt elektrisches Kochen an Dynamik

    Die Klimaschutzaktivität “Electric Cooking in Malawi“ von ATEC Global wurde soeben von der Schweiz und Malawi autorisiert. Die Aktivität unterstützt den Übergang zu elektrischem Kochen durch die Verteilung von 76'000 IoT-fähigen intelligenten Induktionskochherden an netzgebundene Haushalte in den Distrikten Lilongwe und Blantyre. Derzeit nutzen diese Haushalte noch überwiegend Holzkohle als wichtigsten Brennstoff zum Kochen.

    Bangkok liefert weiter: 57'327 neue ITMOs

    Thailand und die Schweiz haben Anfang September die Ausstellung von 57'327 ITMOs aus dem Bangkok-E-Bus-Programm für das Jahr 2025 abgeschlossen. Seit Beginn hat die Aktivität damit 108'960 ITMOs generiert. Der zugrunde liegende Monitoringbericht wurde von einer unabhängigen Prüfstelle verifiziert; 2 Prozent der ausgestellten ITMOs werden als Beitrag zur globalen Emissionsminderung gelöscht.

    Fortschritte in Malawi auf dem Weg zu ersten ITMOs

    Am 8. Oktober fand eine Veranstaltung zum offiziellen Start der Umsetzung von kooperativen Klimaschutzmassnahmen in Malawi statt. Gastgeber waren das malawische Ministerium für natürliche Ressourcen, die Schweizer Botschaft in Simbabwe, Sambia und Malawi sowie die Stiftung KliK. Die Veranstaltung zeigte die bedeutenden Fortschritte auf, die seit der Unterzeichnung des bilateralen Klimaabkommens zwischen der Schweiz und Malawi im Jahr 2022 erzielt wurden.

    Der nächste wichtige Meilenstein wird die erste Übertragung von Klimaschutzleistungen und die Ausstellung von ITMOs im Schweizer Emissionshandelsregister.

    Klimafreundliche Kälte: die Bilanz in Zahlen

    Die Stiftung KliK hat ihr Förderprogramm «Klimafreundliche Kälte» bilanziert. Von 2015 bis 2025 unterstützte es 1’797 Projekte und bis 2030 erzielt es Emissionsverminderungen von rund 307’600 Tonnen CO₂e, bei Kosten von 174 Franken pro Tonne. An die Kompensationspflicht angerechnet wird davon nur, was nachgewiesen, unabhängig geprüft und vom Bundesamt für Umwelt bescheinigt ist; so verlangen es der hohe Standard des CO₂-Gesetzes und der zugehörigen Verordnung.

    Der Bericht zeigt, dass das Programm den Umstieg auf natürliche Kältemittel beschleunigt hat, und benennt die Grenzen der Förderung. Er ist der erste einer Serie von Bilanzberichten zu Programmen, deren Anmeldefrist abgelaufen ist.

    Das geltende CO₂-Gesetz regelt die Kompensationspflicht bis 2030, und ab 2030 gilt ein Nachfüllverbot für Kältemittel mit einem Treibhauspotenzial von 2'500 oder mehr. Die geförderten Anlagen laufen weiter, ihre Emissionsverminderungen werden bis 2030 bescheinigt.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    sdf
    15 Interaktionen
    Teures Debakel
    Hans-Ulrich Bigler
    450 Interaktionen
    Bigler

    MEHR IN GEMEINDENEWS

    Oberentfelden AG
    Oberentfelden AG
    Glarus Süd GL
    Glarus Süd GL
    Neuenhof AG
    Neuenhof AG
    Neuenhof AG
    Neuenhof AG

    MEHR AUS SCHWEIZ

    Mann Einsamkeit Alter Gesellschaft
    2 Interaktionen
    Schweiz
    Schweiz
    1 Interaktionen
    Schweiz
    Schweiz
    1 Interaktionen
    Schweiz