Wald (BE)

    Wald BE: Steueranlage soll sinken – Abfallgebühr steigt auf 120 Franken

    Die Gemeindeversammlung von Wald BE entscheidet am 26. November 2026 über das Budget 2027. Der Gemeinderat beantragt eine Steueranlage von 1,49 Einheiten.

    Wald BE
    Wolken über einem Wald (Symbolbild) - Keystone

    Zu dieser Versammlung werden alle in Gemeindeangelegenheiten stimmberechtigten Bürgerinnen und Bürger (18-jährig und seit 3 Monaten in der Gemeinde angemeldet) eingeladen.

    Traktanden:
    1. Finanzplan 2026 – 2031, Orientierung
    2. Budget 2027, Beratung und Genehmigung, Festlegen der Steueranlage sowie der Liegenschaftssteueranlage
    3. Abrechnung von Verpflichtungskrediten, Kanalisationsanschluss Eggstrasse – Rainweg, Genehmigung Kreditabrechnung
    4. Orientierungen / Verschiedenes

    Die Unterlagen zu den Traktanden liegen 10 Tage vor der Gemeindeversammlung in der Gemeindeverwaltung Wald, 3086 Zimmerwald, öffentlich auf.

    Die Bevölkerung wird gebeten, vom Recht der Akteneinsicht Gebrauch zu machen.

    Finanzplan 2026 – 2031

    Als Basis für den Finanzplan 2026 – 2031 dienten die Rechnung 2025, das nachgeführte Budget 2026, der Entwurf des Budgets 2027 sowie die Finanzplanungshilfe FILAG der Abteilung Finanzausgleich des Kantons Bern vom laufenden Jahr und das Investitionsprogramm des Gemeinderates.

    Der Finanzplan wurde von der Finanzverwaltung Wald erstellt und kommentiert. Der Gemeinderat hat an der Sitzung vom 7. Oktober 2026 den Finanzplan für den allgemeinen Haushalt (steuerfinanziert) verabschiedet.

    Die finanzielle Ausgangslage ist positiv zu bewerten. Der hohe Bilanzüberschuss von CHF 3'581'200 per Anfang 2026 dient als Rückhalt für kommende schlechtere Rechnungsergebnisse. Die durchwegs negativen Rechnungsergebnisse deuten nun auf eine – gewollte – Verschlechterung des Finanzhaushaltes hin.

    Rechnungsdefizite können akzeptiert und die Höhe der kumulierten Überschüsse aus den Vorjahren bewusst auf ca. 1,0 Mio. CHF reduziert werden. Es gälte aber, auf diesen Punkt hin eine ausgeglichene Rechnung zu erreichen.

    Die in Aussicht stehenden Entlastungen vermögen die Aufwandüberschüsse nicht vollständig aufzufangen. Dank der grossen Reserven aus den Vorjahren beim Bilanzüberschuss können die anfallenden Defizite jedoch gedeckt werden.

    Senkung Gemeindesteueranlage

    Die Ergebnisse der letztjährigen Finanzplanung zeigten auf, dass die vom Gemeinderat in seiner 10-jährigen Planungserklärung 2024-2034 angestrebte Reduktion des Bilanzüberschussbestandes auf 1,0 Mio. CHF übertroffen wird und deshalb höhere Rechnungsdefizite verkraftbar sind. Aus dieser Erkenntnis erachtet der Gemeinderat eine weitere Senkung der Steueranlage um 1 Steueranlagezehntel von aktuell 1.59 auf 1.49 ab 2027 mit entsprechenden Mindereinnahmen von jährlich CHF 186'000 als tragbar.

    Auf Basis dieser Berechnungen müssten, um die angestrebte Reduktion des Bilanzüberschusses auf 1,0 Mio. CHF zu erreichen, die jährlichen Rechnungsergebnisse um rund 74'000 Franken besser ausfallen als geplant. Dies darf als realisierbar erwartet werden aufgrund der seit Jahren besseren Rechnungsabschlüsse.

    Von der Finanzplanung kann nur Kenntnis genommen werden.

    Budget 2027

    Das Budget 2027 wurde nach dem Rechnungslegungsmodell HRM2 erstellt. Nach Abschluss der Beratungen konnte das Budget durch den Gemeinderat mit einem Aufwandüberschuss von CHF 621'300 im Gesamthaushalt verabschiedet werden. Im allgemeinen Haushalt (steuerfinanziert) wird ein Aufwandüberschuss von CHF 594'600 ausgewiesen.

    Die gebührenfinanzierten Spezialfinanzierungen schliessen mit einem Aufwandüberschuss von CHF 26'700 ab.

    Im Vergleich zum Budget 2026 ergibt sich eine Schlechterstellung von CHF 235'200 im Gesamthaushalt. Diese setzt sich zusammen aus einer Schlechterstellung von CHF 228'900 im allgemeinen Haushalt und einer Schlechterstellung bei den Spezialfinanzierungen von CHF 6'300.

    Die wesentlichsten Abweichungen befinden sich in den Bereichen Öffentliche Sicherheit: Aufwandüberschuss Feuerwehr von CHF 75'300 neu vollständig zu Lasten Steuerhaushalt; Bildung: Minderaufwand Schulgelder an andere Gemeinden CHF 18'000, Mehraufwände Schulliegenschaften CHF 20'200; Soziale Sicherheit: Mehraufwand Beitrag Lastenausgleich EL CHF 18'100, Mehraufwand Lastenverteilung Sozialhilfe CHF 28'100; Finanzen und Steuern: Im Bereich Finanzen und Steuern würde grundsätzlich ein Steuermehrertrag zum Vorjahr erwartet, aufgrund der Steueranlagesenkung ergibt sich jedoch ein Minus von CHF 86'900.

    Für das Jahr 2027 sind Nettoinvestitionen von CHF 918'000 (2026: CHF 955'000) geplant. Ferner sind keine Anlagen bei Liegenschaften des Finanzvermögens (2026: CHF 100'000) vorgesehen, da aktuell kein realisierbares Projekt für die Sanierung des Wiedmer-Hauses besteht. Die grössten Investitionsvorhaben betreffen den Ersatz der Heizung im Schulhaus mit CHF 150'000, Strassensanierungen mit CHF 300'000 sowie Vorhaben bei der Wasserversorgung von CHF 205'000 und der Abwasserentsorgung von CHF 257'000.

    Unter Berücksichtigung der Budgetergebnisse 2026 und 2027 sowie der gesetzlichen Bestimmung, wonach der Bestand der finanzpolitischen Reserve von CHF 434'494.72 im Jahr 2026 in den Bilanzüberschuss zu übertragen ist, wird der Bilanzüberschuss, welcher per 1.1.2026 einen Bestand von CHF 3'146'739.26 aufweist, auf CHF 2'620'933.98 sinken.

    Spezialfinanzierung Feuerwehr

    Am 01.01.2020 nahm die neue Feuerwehr Regio Belp ihre Tätigkeit auf. Es verbleiben nur noch Infrastrukturkosten für Magazine und Anlagen, der Betriebskostenbeitrag an die Feuerwehr Regio Belp sowie die Einnahmen aus den Feuerwehrersatzabgaben und den Mietzinsen von Belp. Der Betriebskostenbeitrag an die Feuerwehr Regio Belp nimmt gegenüber dem Vorjahr minimal ab.

    Die Gesamtrechnung weist bei Aufwendungen von CHF 173'600 und Erträgen von CHF 98'300 einen Aufwandüberschuss von CHF 75'300 aus. Im Jahr 2026 wird der Restbestand in der Spezialfinanzierung Feuerwehr durch den Aufwandüberschuss 2026 vollständig aufgebraucht werden. Ab 2027 fällt deshalb das Defizit im Bereich Feuerwehr vollständig zu Lasten des allgemeinen Steuerhaushaltes an und wird inskünftig das Rechnungsergebnis um rund 75'000 Franken jährlich verschlechtern.

    Spezialfinanzierung Wasserversorgung

    Die Wasserversorgung rechnet nur mit kleineren Abweichungen gegenüber dem Vorjahr. Beim Unterhalt sind keine ausserordentlichen Arbeiten vorgesehen. Die Verbrauchsgebühren verbleiben bei CHF 1.50 pro m3. Ebenso kostet der Wasserankauf bei der WANEZ GmbH unverändert CHF 1.50 pro m3. Es wird mit leicht höheren Grund- und Verbrauchsgebühren gerechnet was CHF 1'800 ausmacht. Die Löschbeiträge werden um CHF 500 tiefer budgetiert.

    Der resultierende Aufwandüberschuss (Entnahme aus Spezialfinanzierung) von CHF 15'200 (Jahr 2026: CHF 13'100) wird den vorhandenen Reserven von rund CHF 520'000 per 1.1.2027 entnommen.

    Spezialfinanzierung Abwasserentsorgung

    Die Rechnung der Abwasserentsorgung sieht gegenüber dem Vorjahr die Betriebskosten leicht höher vor. Die Auflösung des Gemeindeverbandes ARA Region Belp hat zur Folge, dass ab 1.1.2027 der ARA Belp nur noch ein Betriebskostenbeitrag für die Benützung der Transportleitungen bezahlt werden muss. Die Kosten der Abwasserreinigung werden direkt von der ARA Region Bern AG in Rechnung gestellt.

    Der Betriebsbeitrag an die ARA Belp nimmt deshalb um CHF 77'100 ab, während der Betriebsbeitrag an die ARA Region Bern AG um CHF 90'000 zunimmt. Zusammen mit den Betriebsbeiträgen an die Abwasseranlagen Kehrsatz und die ARA Sensetal ergibt dies einen Betrag von CHF 151'200 (Jahr 2026: CHF 137'100). Die Erträge aus Verbrauchsgebühren wurden leicht tiefer, die Erträge aus Anschlussgebühren leicht höher budgetiert.

    Die Gesamtrechnung sieht somit bei unveränderten Gebührenansätzen einen Aufwandüberschuss (Entnahme aus Spezialfinanzierung) von CHF 14'700 (Jahr 2026: CHF 1'900) vor.

    Spezialfinanzierung Abfallentsorgung

    Bei der Abfallrechnung wird gegenüber dem Vorjahr jeweils mit leicht höheren Kosten für die Beschaffung von Gebührenmarken, die Abfuhr von Normalkehricht und Separatsammlungen wie auch bei den Deponiekosten erwartet. Mit dem Anschluss an die regionale Kadaversammelstelle in Niedermuhlern, wofür Ausgaben von CHF 24'000 sowie Gebühreneinnahmen von CHF 19'300 budgetiert sind, fällt ein Nettoaufwand von CHF 4'700 zu Lasten der Abfallrechnung an. Das erwartete Defizit kann nun nicht mehr aus den Reserven gedeckt werden, so dass eine Gebührenerhöhung notwendig ist.

    Die Grundgebühr steigt von bisher CHF 100.00 pro Haushalt (seit 2017 unverändert!) um CHF 20.00 auf NEU CHF 120.00 pro Haushalt, was Mehreinnahmen von rund CHF 12'000 ergibt. Die Gesamtrechnung schliesst damit mit einem kleinen Ertragsüberschuss (Einlage in Spezialfinanzierung) von CHF 3'200 (Jahr 2026: Aufwandüberschuss CHF 5'400) ab.

    Antrag des Gemeinderates

    Der Gemeinderat beantragt Ihnen:

    Festsetzung der Steueranlagen wie folgt: Gemeindesteueranlage 1,49 Einheiten; Liegenschaftssteuer 1,3‰ des amtlichen Wertes Genehmigung des Budget 2027 bestehend aus: Gesamthaushalt Aufwand CHF 5'427'400.00, Ertrag CHF 4'806'100.00, Aufwandüberschuss CHF 621'300.00 Allgemeiner Haushalt Aufwand CHF 4'776'300.00, Ertrag CHF 4'181'700.00, Aufwandüberschuss CHF 594'600.00 SF Wasserversorgung Aufwand CHF 204'800.00, Ertrag CHF 189'600.00, Aufwandüberschuss CHF 15'200.00 SF Abwasserentsorgung Aufwand CHF 319'700.00, Ertrag CHF 305'000.00, Aufwandüberschuss CHF 14'700.00 SF Abfall Aufwand CHF 126'600.00, Ertrag CHF 129'800.00, Ertragsüberschuss CHF 3'200.00 Kanalisationsanschluss Eggstrasse – Rainweg Bei einem Totalkredit von CHF 225'200.00 beträgt der Totalaufwand CHF 219'195.85, was eine Kreditunterschreitung von CHF 6'004.15 ergibt.

    Bei der Planung wurde eine Lösung gefunden, bei der auf ein Pumpwerk verzichtet werden konnte. Durch den Bau der neuen Leitung und den teilweise schwierigen Untergrund kam es jedoch auf einigen bewirtschafteten Flächen zu Vernässungen. Mit zusätzlichen Versickerungsanlagen konnte das Problem behoben werden.

    Von der Kreditabrechnung kann nur Kenntnis genommen werden.

    Wiedmer-Haus, Kirchstrasse 3

    Die Potenzialstudie zur zukünftigen Nutzung des Gebäudes wurde durch das beauftragte Architekturbüro erarbeitet. Dabei wurden sowohl eine Nutzung als Gemeindeverwaltung als auch eine Wohnnutzung vertieft untersucht.

    Für die künftige Nutzung als Gemeindeverwaltung wurden verschiedene Lösungsvarianten ausgearbeitet und konkretisiert. Die Arbeiten erfolgten unter aktiver Mitwirkung der Mitarbeitenden der Verwaltung sowie in Abstimmung mit der kantonalen Denkmalpflege. Dadurch konnten sowohl die betrieblichen Anforderungen als auch die denkmalpflegerischen Rahmenbedingungen berücksichtigt werden.

    Derzeit werden die beiden Lösungsvarianten weiter ausgearbeitet und finalisiert. Parallel dazu werden die voraussichtlichen Kosten ermittelt, um eine fundierte Entscheidungsgrundlage für das weitere Vorgehen zu schaffen.

    Ziel ist es, der Gemeindeversammlung im Sommer 2027 einen Projektierungskredit zu beantragen. Damit soll die Grundlage für die vertiefte Planung und die nächsten Schritte in der Projektentwicklung geschaffen werden.

    Gesamterneuerungswahlen 2027

    Im Rahmen der Gemeindeversammlung vom 25. November 2027 finden die Gesamterneuerungswahlen für den Gemeinderat und die ständigen Kommissionen statt. Aufgrund von Amtszeitbeschränkungen und angekündigten Rücktritten werden im Gemeinderat und in der Bau- und Betriebskommission Sitze frei. Grundsätzlich stehen jedoch alle Sitze zur Wahl.

    Interessierte Einwohnerinnen und Einwohner sind herzlich eingeladen, für einen Sitz im Gemeinderat oder in einer der ständigen Kommissionen zu kandidieren. Sprechen Sie auch Personen in Ihrem Umfeld oder in Ihrem Verein an, die sich eine solche Aufgabe vorstellen können. Jede Kandidatur ist willkommen!

    Die Ausschreibung freiwerdender Sitze erfolgt mindestens 60 Tage vor der Wahl.

    Strassensanierungen

    Mit der Beschlussfassung über die Strassensanierungen wurde festgelegt, dass die Gemeindeversammlung jährlich über den Stand der Arbeiten informiert werden soll.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    Thun
    44 Interaktionen
    Thun
    dsf
    80 Interaktionen
    Nach Hans Jucker

    MEHR WALD (BE)

    1 Interaktionen
    Gemeinde
    2 Interaktionen
    Gemeinde

    MEHR AUS AGGLO BERN

    Köniz BE
    Floorball Köniz
    Alisha Lehmann
    7 Interaktionen
    «Bist nicht du»