Kadetten Schaffhausen retten Unentschieden gegen Pfadi
Die Kadetten Schaffhausen retten im Derby bei Pfadi Winterthur in Unterzahl ein 29:29. Ariel Pietrasik trifft in der letzten Minute zum Ausgleich.

Wie die Kadetten Schaffhausen mitteilen, lagen die Kadetten lange im Derby bei Pfadi Winterthur zurück – kamen aber dank grosser Moral in Unterzahl in der letzten Minute zum 29:29-Remis und bleiben damit weiterhin ungeschlagen. Am 20. September 2026 trifft Spitzenreiter Kadetten Schaffhausen in Kriens auf den direkten Verfolger.
Wo Derby draufstand, war auch Derby drin. Spielerisch auf beiden Seiten nicht immer auf höchstem Niveau, dafür erwartet emotional und heiss umkämpft. Am Schluss wirkten beide Seiten trotz jeweils eines hart erkämpften Punktes nicht wirklich glücklich.
Lukas Köder von Seiten der Gastgeber sprach nach dem Spielverlauf von einem Punkt zu wenig – den man vor dem Spiel aber sofort unterschrieben hätte, so der rechte Flügelspieler. Viel sprach nach der Roten Karte für Kadetten-Captain Luka Maros eineinhalb Minuten vor Schluss und dem wenig später folgenden 29:28-Führungstreffer von Tim Rellstab für seine Farben nicht mehr für die Kadetten.
Doch Ariel Pietrasik blieb cool und versenkte den Ball humorlos im unteren rechten Eck zum 29:29. Nachdem auch der letzte Angriff der Winterthurer verteidigt werden konnte, stand am Ende immerhin noch ein Remis zu Buche, das vor dem Gipfeltreffen am kommenden Sonntag beim HC Kriens-Luzern vorläufig die Tabellenführung einbrachte.
«Wir haben Charakter gezeigt»
«Wir haben über die ganze Partie hinweg nicht ins Spiel gefunden», resümierte Pietrasik. In der Abwehr fehlte lange der Zugriff, in der Offensive lief ebenfalls wenig zusammen. «Wir freuen uns, dass wir das Unentschieden herausgeholt haben. Wir müssen uns in den nächsten Wochen jedoch steigern.»
Was der polnische Nationalspieler jedoch positiv hervorhob: «Wir haben Charakter gezeigt.» Viele Chancen liessen die Munotstädter aus, konnten sich aber in Leon Bergmann und Mathieu Seravalli auf zwei starke Torhüter verlassen, die insgesamt drei Siebenmeter parieren konnten. Seravalli hielt somit auch nach Ablauf der ersten 30 Minuten den Rückstand bei 12:14.
Intensität und Tempo nehmen nach der Pause zu
Jonas Wille hob auf der einen Seite die Qualität des Gegners hervor, bemängelte jedoch die viel zu geringe Geschwindigkeit im Angriffsspiel in der ersten Hälfte. «Wir sind ständig einem Rückstand hinterhergelaufen und hatten dadurch zu kämpfen und Stress», so der Kadetten-Coach.
Lediglich beim 4:4 und 5:5 nach einer Viertelstunde konnten die Gäste ausgleichen, während Pfadi fast durchgängig mit ein bis zwei, kurz vor dem Gang in die Kabine sogar mit drei Toren führte.
Dadurch fehlte auch die nötige Ruhe. Nach der Besprechung in der Halbzeit zeigte sich das Team aus Schaffhausen deutlich verbessert. Die Intensität in der Deckung nahm zu, auch das Tempo in der Offensive.
Lukas Saueressig gefällt bei seinem Comeback
«Wir sind mit der Performance nicht zufrieden», machte Wille deutlich, aber, so fügte er sogleich an: «Wir haben bis zum Schluss gekämpft. Das für sich isoliert ist eine sehr gute Sache.»
Zu gefallen wusste auch Lukas Saueressig bei seinem Comeback nach langer Verletzungspause, während die angeschlagenen Josip Peric und Zoran Markovic nicht mitwirken konnten. Lange konnte Winterthur auch dank einiger technischer Fehler der Kadetten bei möglichen Gelegenheiten zum Ausgleich seinen knappen Vorsprung konservieren.
Zwei Minuten vor der Sirene brach Patrik Martinovic mit dem 28:28 doch den Bann – ehe nach der Disqualifikation für Lukas Heer auch der zum Best Player gewählte Maros frühzeitig zum Duschen geschickt wurde. Pietrasik rettete mit dem entscheidenden Wurf schliesslich noch das 29:29 und schloss mit dem Fazit: «Am Ende können wir mit diesem Punkt leben.»








